Warner und Jeunet bereiten 45-Mio.-Euro-Produktion vor
Mit der Produktion des nächsten Jean-Pierre Jeunet-Films "Un long dimanche de fiançailles", eines der teuersten Filme der französischen Kinogeschichte, intensiviert Warner sein Engagement in Frankreich und hofft auf einen Erfolg à la "Amélie
".
Françis Boespflug, seit sechs Jahren Geschäftsführer von Warner France, gewann den Lieblingsregisseur der Franzosen und überzeugte damit seine Muttergesellschaft, das 45-Mio.-Euro-Projekt zu stemmen. "Seit dem Dreh von,
Delicatessen 
' wollte ich den Roman von Sébastien Japrisot verfilmen, denn für mich ist es eines der spannendsten Bücher der heutigen Literatur", schwärmt Jeunet. So setzte er sich bereits kurz nach dem Kinostart von "Die fabelhafte Welt der Amélie" mit dem US-Major in Verbindung, der die Buchrechte hielt. Dank des Erfolgs von "Amélie" konnte Jeunet seine Bedingungen durchdrücken: Der Film soll auf Französisch mit französischen Darstellern und zu 100 Prozent in Frankreich realisiert werden. Er bekam außerdem freie Hand bei der Auswahl seines Teams.
"Un long dimanche de fiançailles" erzählt die bewegende Geschichte der an Kinderlähmung leidenden Mathilde, die in ganz Frankreich nach ihrem im Ersten Weltkrieg vermissten Mann sucht. Aus dem Team von "Amélie" übernahm Jeunet nicht nur
Audrey Tautou für die Rolle der Mathilde, sondern auch Drehbuchautor
Guillaume Laurant, Aufnahmeleiter
Bruno Delbonnel sowie
Aline Bonetto und
Madeleine Fontaine, die wieder für Ausstattung und Kostüme zuständig sein werden und dabei eine Menge zu tun bekommen. Schließlich muss alles den späten Zehner-Jahren nachempfunden werden. So wird die Ausstattung auch einen Großteil des Budgets verschlingen. Für Szenen in Paris werden etwa der Gare d'Orsay und die berühmten Markthallen rekonstruiert. Jeunet verspricht neben Tautou eine hervorragendes Ensemble, das Kinostars und Theatergrößen vereinigen soll. Die erste Klappe wird Anfang August in der Bretagne fallen. Die Dreharbeiten werden dann für 21 Wochen im ganzen Land, u.a. in Paris und auf Korsika, fortgesetzt. Der Start in den französischen Kinos ist für Herbst 2004 geplant, danach soll das romantische Drama auch in den USA ausgewertet werden. TF1 ist als Koproduzent mit an Bord. Um das Mammutprojekt überhaupt auf die Beine zu stellen, wurde 2003 Production, an der Warner mit 32 Prozent beteiligt ist, ins Leben gerufen. Wie Boespflug betont, handle es sich aber nicht um eine Warner-Tochter, sondern ein rein französisches Konstrukt mit Jeunets Firma Tapioca als Hauptgesellschafterin.
Quelle: Blickpunkt:Film
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