London, 12.06.2003, 12:14  Blickpunkt:Film

UK Film Council veröffentlicht Kinostudie 2002

2002 erreichten die britischen Kinos mit 176 Mio. Besuchern und rund 1,07 Mio. Euro Umsatz ein neues Rekordhoch. Als beliebtestes Genre kristallisierte sich die Komödie mit einem Boxoffice-Anteil von 26,5 Prozent heraus. Dies bestätigt die vom UK Film Council kürzlich veröffentlichte, bisher umfassendste Studie zum britischen Kinobesuch, "Film in the UK 2002".

"Kick It Like Beckham" brachte die Briten 2002 zum Lachen
"Kick It Like Beckham" brachte die Briten 2002 zum Lachen  
Mit 176 Mio. Kinogängern erreicht die britische Kinoindustrie ein 30-Jahres-Hoch und einen 13-prozentigen Zuwachs zum Vorjahr. Die Kinoeinnahmen übertrafen mit 1,07 Mio. Euro das Vorjahresergebnis um 17 Prozent und bedeuten einen 175-prozentigen Anstieg in den vergangenen zehn Jahren. Der Pro-Kopf-Besuch gestaltet sich dabei sehr unterschiedlich: 71 Prozent der Briten geht mindestens einmal im Jahr ins Kino, jeder vierte Brite wagte sogar einmal im Monat den Gang ins Filmtheater.

"Harry Potter 2" erwies sich als Top-UK-Titel

Auch die Anzahl der Leinwände erreichte mit 3258 eine neue Höchstzahl seit Anfang der sechziger Jahre, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr, als die 3000er-Marke überschritten wurde, einen nochmaligen Zuwachs um 2,9 Prozent. Die 20 erfolgreichsten einheimischen Filme in Großbritannien erreichten vergangenes Jahr mit einem Umsatz von rund 261,4 Mio. Euro einen Anteil von 24,4 Prozent. Die britische Koproduktion "Harry Potter und die Kammer des Schreckens Clip", die das beste Startwochenende aller Zeiten in Großbritannien erzielte, erntete darüber hinaus 2002 Lorbeeren als umsatzstärkster Brit-Film weltweit (728,2 Mio. Dollar) sowie in Großbritannien und Irland zusammen (76,4 Mio. Euro). Den Großteil an den Boxoffice-Erlösen bestritten mit 73,4 Prozent jedoch US-Filme bzw. -Koproduktionen wie "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme Clip", "Die Monster AG Clip" und "Star Wars2 Clip".

Gesehen wurden britische Filme mit Vorliebe im europäischen Ausland, und zwar vor allem in Deutschland, wo sie 16,5 Prozent des Kinomarkts ausmachen. Bei diesen Zahlen sollte man jedoch bedenken, dass das Film Council den Begriff "britisch" so weit wie möglich gedehnt hat: Dazu werden z. B. auch Working-Title-Hits wie "Der Super-Guru Clip" und "About a Boy Clip" gezählt, obwohl die Firma zu Universal gehört und das US-Studio ihre Filme finanziert. Am Alter des durchschnittlichen Kinobesuchers hat sich wenig geändert. Junge Erwachsene um die 20 sind weiterhin die für Verleiher interessanteste Zielgruppe, während 35- bis 44-Jährige durchschnittlich nur zwei bis drei Mal im Jahr ins Kino gehen und 41 Prozent aller Briten über 55 Jahre dem Kino ganz fern bleiben.

Die Komödie genoss bei britischen Kinogängern 2002 die größte Popularität: Filme wie "Kick It Like Beckham Clip" oder "Austin Powers in Goldständer Clip" erreichten 26,5 Prozent des Gesamt-Boxoffices und machten 23 Prozent der Filmstarts aus. Unter den nicht-englischsprachigen Titeln dominierten in Hindi gedrehte Filme, allen voran das indische Bollywood-Musical "Devdas Clip".

Ohne Steuervergünstigungen und Fördergelder, so das Fazit des Managing Director des Film Councils, John Woodward, gehe es trotz der guten Einspielergebnisse aber auch in Großbritannien nicht: "Unsere größte Herausforderung besteht momentan darin, dass mehr britische Filme in heimischen Kinos und im Ausland gezeigt werden." Woodward wies zudem auf die mangelnde Unterstützung britischer Filmemacher durch Fernsehsender hin und betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Verleihern und britischen Produzenten immer noch zu wünschen übrig lasse.

Weltweites Einspiel UK Films

Platz Titel Land Umsatz (in Mio. Dollar)
1 "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" UK/USA 728,2
2 "Stirb an einem anderen Tag" UK/USA 322,3
3 "About a Boy" UK/USA 129,8
4 "Resident Evil" UK/D/F 103,2
5 "40 Tage und 40 Nächte" UK/USA 94,8
6 "Gosford Park" UK/USA/D/I 88

Die komplette UK-Kinostudie 2002

Quelle: Blickpunkt:Film

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