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Venedig, 30.08.2014, 13:48  Blickpunkt:Film | Festival
Thema: Mostra 2014

TAG 3: Das Leben ist eine Bühne

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Großer Spaß: "She's Funny That Way"  
Peter Bogdanovichs "She's Funny that Way Clip" hält, was der Titel verspricht. Die Screwballkomödie funktioniert perfekt und hat ein Ensemble, das offensichtlich selbst Spaß hat, mit den sich immer mehr zuspitzenden Situationen für Männer, die versuchen, Callgirls, Ehefrauen und Ex-Freundinnen unter einen Hut zu bringen. Owen Wilson spielt einen Regisseur und Womanizer, der seine Frau, ein Callgirl, das er überzeugte, Schauspielerin zu werden, und einen Ex-Lover seiner Frau in einem Beziehungsstück am Broadway inszeniert. Da treffen gleich mehrere Pärchen in neuen Konstellationen im italienischen Restaurant aufeinander, inklusive hysterischer Psychiaterin und dilettantischem Privatdetektiv, und müssen gleich zwei Callgirls im Bad versteckt werden, die natürlich entdeckt werden. Das könnte auch peinlich werden, ist hier aber herrlich komisch. Zusammengehalten wird der Reigen durch ein Interview mit der inzwischen populär gewordenen Schauspielerin, die sich als Freundin von Audrey Hepburn und vor allem guten, märchenhaften Geschichten statt schnöden Fakten outet. So wie der Regisseur. Schade, dass der charmante Film, für den es auch Szenenapplaus gab, außer Konkurrenz läuft.

Jugendlichen Elan in dieser Machart versprüht auch der Film eines anderen Regieveteranen. Barry Levinsons "The Humbling" ist mit nervöser Videokamera gefilmt und ganz auf seinen Hauptdarsteller Al Pacino zugeschnitten. Er mimt einen alternden Shakespeare-Schauspieler, der sein Talent verloren glaubt und nach einem dilettantischen Selbstmordversuch versucht, dem wahren Leben nachzuspüren, das mit der Begegnung einer jungen Frau, Greta Gerwig, mindestens genauso tragische, absurde und komische Züge hat wie ein Shakespeare-Stück. "Anime Nere", der erste italienische Beitrag im Wettbewerb von Venedig, ist ein nüchternes Gangsterdrama um konkurrierende Clans, Blutsbande und -rache, das sich langsam zu einer unausweichlichen Tragödie hochschaukelt. Dass die Geschichte auf eine Katastrophe zusteuert, ist schnell klar, aber wie sie endet, ist noch bitterer als erwartet.

Österreichs Provokateur Ulrich Seidl bietet das, wofür man ihn kennt. In "Im Keller" zeigt er Menschen und ihre Hobbys, denen sie in ihren Kellern nachgehen, in zu Fotos arrangierten Stilleben. Ein Hitler-Fan und seine Trink- und Blasmusik-Freunde sitzen vor Hitler-Porträts und Medaillen, Pärchen betreiben Sadomaso-Sex. Ein Jäger steht stolz vor seiner Trophäensammlung, die er ausstellt, wie Seidl es auch mit seinen Protagonisten tut.

Heike Angermaier


Quelle: Blickpunkt:Film

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