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Der Erfolg von "Die Bourne Identität
" in den USA beflügelt die Arbeit an Franka Potentes neuem deutschem Kinofilm "Blueprint
": Das Interesse an Rolf Schübels Verfilmung von Charlotte Kerners Roman ist groß. Relevant Film stellt "Blueprint" seit 9. Juli im Münsterland, in Hamburg und Kanada in Koproduktion mit Studio Hamburg her. Ottfilm plant den Kinostart für September 2003.
"Das Drama einer Seele in zwei Körpern"
Seit 1999 arbeitete Produzentin Heike Wiehle-Timm mit Relevant Film, das seit der Gründung 1993 vier Kinofilme und zwölf Fernsehspiele realisiert hat, an der Verfilmung von "Blueprint". Buch und Film (Drehbuch: Claus Cornelius Fischer) erzählen die Geschichte zweier Frauen: von Siri, dem ersten Klon, und ihrem Mutterzwilling Iris, einer an Multiple Sklerose erkrankten, weltberühmten Pianistin. "Das Drama einer Seele in zwei Körpern. Die Geschichte des ersten geklonten Menschen - von ihm selbst erzählt", heißt es im Presseheft. Für die Regie verpflichtete Wiehle-Timm den Hamburger Regisseur Rolf Schübel. ",Gloomy Sunday" hat mir sehr gefallen, ich mochte aber auch seine politischen Filme wie,2 1/2 Minuten". Rolf Schübels Verantwortung gegenüber schwierigen Stoffen, sein gesellschaftlicher Blick auf Themen, in denen die Schicksale von Menschen ergreifend erzählt werden, prädestinieren ihn für diesen Kinostoff", so Heike Wiehle-Timm. Für Rolf Schübel ist "Blueprint" die Chance für einen deutschen Film, ein großes Thema aufzugreifen, das weltweit diskutiert wird. "Es wird ein sehr kritischer Film, was das Klonen angeht, aber ohne die moralische Käseglocke. Vielmehr geht es um eine Frage: Wie sich jemand fühlt, der aus der Zelle einer anderen Person hergestellt wurde", so Schübel.
Die erste Wahl der Produzentin und des Regisseurs für die Doppelrolle war Franka Potente. "Wir brauchten eine Hauptdarstellerin, die hervorragend ist und die in der Lage ist, beide Rollen zu meistern. Und nach 31 Drehtagen kann ich sagen: Sie meistert beide Rollen", schwärmt Schübel. "Für mich ist sie die Romy Schneider der neuen Generation, sie hat eine unglaubliche Präsenz", so Wiehle-Timm. Für Franka Potente war gerade das Psychogramm zweier Figuren interessant: "Ich sehe sie wie eine Figur, nur mit zwei Köpfen. Bei der Rollen-Vorbereitung bin ich von der Mutterfigur ausgegangen, denn Iris ist das Original und Siri die Blaupause." Ein halbes Jahr nahm sie für die Rolle der Pianistin Klavierunterricht, daneben beschäftigte sie sich mit den Folgen einer Multiple-Sklerose-Erkrankung. Bei den Szenen, in denen beide Frauen zu sehen sind, wird mit Double oder Motion Control gearbeitet. Motion Control übernimmt Tim Mendler, Supervising und Postproduktion The Post House, Hamburg.
Während die Szenen im Haus der beiden Frauen in Münster einen Kammerspiel-Charakter haben, setzt Schübel bei den Kanada-Szenen auf weite, offene Bilder. Zum visuellen Konzept gehört auch der Einsatz von Spiegelungen. Regisseur und Hauptdarstellerin freuen sich auf die Aufnahmen der im Roman nicht enthaltenen Rahmenhandlung in Kanada. In weiteren Rollen sind Ulrich Thomsen, Hilmir Snaer Gudnason, Katja Studt und Justus von Dohnanyi zu sehen. Die Anregung, den Film als internationale Koproduktion auf Englisch zu realisieren, hat Wiehle-Timm abgelehnt: "Es gab schon im Frühstadium der Projektentwicklung Anfragen aus Amerika, wo der Roman auch erschienen ist. Ich glaube aber nicht, dass ein Projekt mit internationalen Partnern besser wird. Das ist eine Illusion. Ich war sicher, das stemmen wir in Deutschland auch allein." Das 4,8-Mio.-Euro-Projekt wurde mit Unterstützung der FilmFörderung Hamburg und des MEDIA Programms der EU entwickelt, gefördert durch FFA, Filmstiftung NRW, FilmFörderung Hamburg, in Zusammenarbeit mit WDR und Arte, als Koproduzent ist Studio Hamburg beteiligt. Die Voraussetzungen für einen internationalen Erfolg sind gut, den Weltvertrieb hat Telepool übernommen: Der Roman ist in zwölf Ländern erschienen und wurde mit dem Deutschen Jugendbuchpreis 2000 ausgezeichnet; "Gloomy Sunday" konnte in 25 Länder verkauft werden und wurde auf internationalen Festivals ausgezeichnet. "Natürlich beflügelt dies sowie der US-Erfolg von,Die Bourne Identität" die Hoffnungen für,Blueprint"", gibt Wiehle-Timm zu. "Das war natürlich 1999 noch nicht abzusehen."
Quelle: Blickpunkt:Film
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