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Für immer Shrek
Sandra Nettelbecks erster Kinofilm, "Bella Martha
" (Ottfilm, 18. April), begeisterte das Festivalpublikum in Locarno, Toronto und London. Jetzt geht die Komödie, in der Liebe buchstäblich durch den Magen geht, auf Zuschauerfang in den deutschen Kinos.
Sandra Nettelbeck:
Und wie. Schon die Produktionsbedingungen sind besser, man hat mehr Drehtage, mehr Möglichkeiten und mehr Freiheiten. Das Potenzial ist ein anderes. Obgleich man in Deutschland gut für das Fernsehen arbeiten kann, das Problem ist eben die kurze Drehzeit. Bei "Bella Martha" hatten wir 50 Drehtage und einen Rohschnitt von 186 Minuten.BF:
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Pandora?SN:
Nach "Unbeständig und kühl" und "Mammamia" erhielt ich immer ähnliche Stoffe angeboten. Karl Baumgartner wollte mit mir einen Film machen und gab mir eine Chance. Er setzt auf Leute, nicht so sehr auf Projekte und Zuschauerzahlen, und brachte mir großes Vertrauen entgegen.BF:
TV-Sender aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz sind beteiligt. Wie konnten Sie jedem gerecht werden?SN:
Natürlich dauerten die Abnahmen lange und es war schon mühsam. Aber dieses Prozedere hat auch Vorteile, weil keiner wirklich das letzte Wort hat.BF:
War Titelheldin Martina Gedeck Ihre erste Wahl?
BF:
Die Sinnlichkeit des Essens findet man in dieser Form sonst nur in italienischen und französischen Filmen.SN:
Die Ursache liegt in der deutschen Küche. Wir kochen nicht, um zu genießen, sondern um uns zu ernähren. Das hat etwas mit dem kulturellen Hintergrund zu tun. So hätten wir gern einen deutschen Titel aus der Küche genommen, aber die Suche danach war vergeblich.BF:
Haben Sie zur Vorbereitung "Ess-Filme" gesehen?SN:
"Big Night", ein wunderbarer Film. Aber da war mein Drehbuch schon fast fertig und ich irritiert, weil er zu nah an das herangeht, was ich wollte. Sonst habe ich einen Bogen um Kochfilme gemacht, um mich nicht eingeschränkt zu fühlen.BF:
Wie haben Sie diese glaubwürdige Atmosphäre in der Restaurant-Küche hingekriegt?SN:
Alles ist authentisch, das war mein Anliegen. Wir haben uns frühzeitig einen exzellenten Koch gesucht, Rocco Dressel. Er wusste, worauf es ankam und hat jede Bewegung mit uns in der Küche einstudiert. Alle, die am Herd stehen, mussten einen Kochkurs bei ihm absolvieren. Wir haben zehn Tage in der Küche geprobt, beim Drehen war er die ganze Zeit als Berater dabei.BF:
Knapp zwei Jahre nach Ende der Dreharbeiten kommt Ihr Film endlich ins Kino. Eine nervige Durststrecke?SN:
Für jemanden, der seinen ersten Kinofilm macht, war es eine lange Zeit und ziemlich unerträglich. Ich bin fast ein Jahr auf Festivals herumgetourt, inzwischen ist der Film gut ins Ausland verkauft, sogar in die USA und Japan. In Deutschland müssen wir eine neue Kinokultur entwickeln. Voraussetzung dafür ist, den eigenen Geschichten zu vertrauen.BF:
Wie geht es weiter?SN:
Ich schreibe ständig Exposés, meine Agentur in Los Angeles hat mir schon verschiedene Drehbücher angeboten und wirft mit Namen wie Meryl Streep, Julia Roberts oder Ben Stiller um sich. Aber das darf man nicht ernst nehmen, da ist oft viel Rauch um nichts dabei. Wenn man die Drehbücher liest und nachhakt, stellt sich meist alles anders dar. Man muss aufpassen, dass man nicht in die Falle tappt und den Kopf verliert. Ich habe mich auch schon mit den Zentropa-Leuten in Kopenhagen getroffen. Bei denen fühle ich mich als europäische Filmemacherin sicherer.Quelle: Blickpunkt:Film
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