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Mit 15 Filmen, darunter die weltweit erfolgreiche "Scream"-Trilogie, reüssierte Produzentin Cathy Konrad sowohl künstlerisch als auch kommerziell. Ihr neuester Hit, der packende Schocker "Identität
" (Columbia, 18. September) unter der Regie ihres Mannes James Mangold, lief auf der Tradeshow.
Cathy Konrad: "Identität" ist eine ganz andere Art Horrorfilm als "Scream", mehr sophisticated und für ein erwachsenes Publikum, das nachdenken will. Der Film geht nicht nach dem üblichen Whodunit vor, er spielt mit Genrekonventionen und überrascht mit einem originellen Twist am Ende. Das ist für Hollywood neu, wo bestimmte Dinge immer wieder erzählt werden.
BF: Verkauft sich ein Film für Erwachsene schwerer?
CK: Um Zuschauer ab 30 Jahren am Wochenende ins Kino zu locken, muss man sich etwas einfallen lassen. Die meisten Studios konzentrieren sich auf Teenies, die leben in der Konsumkultur und sind leichter zu verführen.
"Columbia war Feuer und Flamme für das Projekt"
BF: Sind Sie mit einem Genre-Movie auf der sicheren Seite?
CK: Columbia war Feuer und Flamme für das Projekt. Fantasy sells. Wenn dann noch Action dazukommt, ist ein Projekt schneller in trockenen Tüchern. In meiner Karriere habe ich mit Erfolg die Filme produziert, die ich wollte. Ich mache keine Filme für ein Studio oder einen Arbeitgeber. Natürlich freue ich mich über jede Zusammenarbeit. Beide Seiten sollten voneinander profitieren, das Geschäft wird immer härter durch die riesige Konkurrenz im Sommer. Für ein Drama wie "Durchgeknallt" oder "Cop Land" musste ich mich mehr abstrampeln als für "Identität". Selbst Romantic Comedys laufen nicht mehr automatisch, die Varianten von "Boy meets Girl" sind beschränkt.
BF: In "Identität" regnet es ohne Unterlass. Wie reagierten die Schauspieler?
CK: Das Unwetter zwingt die Figuren zum Bleiben in diesem Motel und unterstreicht die klaustrophobische Atmosphäre. Mit einem Sprinklersystem konnten wir Stärke und Menge des Regens regulieren. Das Wasser war sogar temperiert.
BF: Was ist Ihr Erfolgsrezept?
CK: Ich habe als Produktionsassistentin ganz unten angefangen, eine gute Voraussetzung für den Weg nach oben. Mein erster Studiojob bei Miramax war kein Zuckerschlecken. Zehn Filme mit Harvey Weinstein, das ist eine Art Überlebens-Camp, aber ich habe viel gelernt. Dass es jetzt mit Sony so gut klappt, liegt auch daran, dass ich das Geld nicht verpulvre. "Identität" kostete nur 27 Mio. Dollar. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit bezüglich des Risikos dem Partner gegenüber sind das A und O.
BF: Geht die Zusammenarbeit mit Columbia weiter?
CK: Ich habe einen First-Look-non-exclusive-Deal, d.h. ich muss dem Studio das Material vorschlagen. Wenn sie es mögen, kaufen sie es, wenn nicht, kann ich mein Glück woanders versuchen. Eine Lösung mit sehr viel Freiheit. An Miramax war ich durch einen Exclusive-Deal gebunden. Ein Grund, warum ich zu Sony gegangen bin.
BF: Wird es eine vierte Ausgabe von "Scream" geben?
CK: Da taucht immer wieder ein Gerücht auf, nach der erfolgreichen Trilogie noch einmal einzusteigen. Ich würde nie nie sagen. Nichts ist geplant, die "Scream"-Rechte liegen bei Miramax. Wenn Bob Weinstein aufwacht, könnte ich sicher eine Menge Geld machen. Allein in den USA spielte die Trilogie 350 Mio. Dollar ein. Darauf bin ich stolz, aber es gibt andere Filme, in denen mehr Herzblut steckt. Ich will gute Storys erzählen durch alle Genres. Als Konsument mag ich Popcorn-Movies genauso wie Arthouse-Filme. Wenn ich so etwas wie "Kramer gegen Kramer" oder "Zeit der Zärtlichkeit
" produzieren könnte, wäre ich glücklich. "Durchgeknallt" liebe ich.
BF: Gibt es einen roten Faden in den Produktionen?
CK: Die Charaktere. Bis auf bei "Kate & Leopold
" geht es um eine Gruppe von Menschen. Die Figuren und die Extremsituationen, in denen sie sich befinden, bilden die Handlung. Nur Plot ist mir zu wenig.
BF: Wie weit sind die Vorbereitungen zu "Walk the Line"?
CK: Seit ich meinen Mann James Mangold bei "Cop Land" traf, schwärmt er davon. Ich habe mich um die Rechte gekümmert, ziemlich aufwändig. Der Dreh beginnt im nächsten Jahr. Das Budget hält sich in Grenzen, vielleicht 25 Mio. Dollar oder weniger. Die Finanzierung steht noch nicht ganz. Studios machen einen großen Bogen um Biopics.
BF: Haben Sie ein Traumprojekt?
CK: Nicht direkt. Ich war begeistert von "Der mit dem Wolf tanzt
". Mich würde eine Geschichte über die Ureinwohner Amerikas interessieren, besonders das Kapitel des berüchtigten "Trail of Tears", die gewaltvolle Umsiedlung der Cherokees 1838. Daran arbeite ich mit einem Autor. Leider meiden Studios diese Form von epischem Period-Piece, halten das für ein Vabanque-Spiel. Aber ich lasse mich nicht entmutigen.
Quelle: Blickpunkt:Film
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