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München, 04.05.2018, 12:21  Blickpunkt:Film | TV

Offener Brief pro Henke

20 Frauen ergreifen das Wort für Gebhard Henke (Bild: WDR) Großansicht
20 Frauen ergreifen das Wort für Gebhard Henke (Bild: WDR)
In einem offenen Brief melden sich vorerst 20 Frauen aus der Film- und Fernsehindustrie zu Wort, die sich über ihre positiven Erfahrungen in der Arbeit mit dem aktuell wegen angeblicher sexueller Übergrifflichkeiten vom WDR freigestellten Gebhard Henke äußern und sich in diesem Zusammenhang eine differenzierter geführte #MeToo-Debatte wünschen.

Die Unterzeichnerinnen des Briefes sind nach aktuellem Stand Feo Aladag, Produzentin und Regisseurin; Barbara Auer, Schauspielerin; Heike-Melba Fendel, Barbarella Entertainment; Iris Berben, Schauspielerin; Gïti Hatef-Rossa, Lektorin und Dozentin; Annelie Runge, Autorin und Regisseurin; Mechthild Holter, Agentur Players; Hermine Huntgeburth, Regisseurin; Katrin Schlösser, Produzentin; Isabel Kleefeld, Regisseurin; Eva Laass, Producerin; Caroline Peters, Schauspielerin; Isa Prahl, Regisseurin; Inga Pudenz, Agentur Scenario; Lola Randl, Regisseurin; Anna Schudt, Schauspielerin; Anja Uhland, Produzentin; Bettina Woernle, Regisseurin und Autorin, und Christina Ebelt, Regisseurin.

Im Folgenden der Brief im Wortlaut:

"Wir setzen uns für eine Film- und Fernsehbranche ein, die Geschlechtergerechtigkeit zügig, konkret und im konstruktiven Miteinander der Geschlechter ermöglicht. Wir halten auch nichts davon, dass Übergriffe, die mit Machtmissbrauch zu tun haben, aus Angst nicht benannt werden.#MeToo hat hier wesentliche Impulse geliefert.

Wir beobachten allerdings, dass das lange Verschweigen, Vertuschen und Verharmlosen von Übergriffen und Machtmissbrauch bisweilen in blinden Aktionismus und Übereifer mündet. Der Wettbewerb zwischen den Medienhäusern erzeugt enormen Druck, den nächsten Skandal in Form möglichst prominenter Opfer und/oder Täter zu finden. Die daraus resultierende Angst vor Gesichtsverlust und Shitstorms führt zu Kurzschlusshandlungen.

Aktuell legt die Freistellung von Gebhard Henke den Eindruck nahe, dass Differenzierung unerwünscht ist. Die Auseinandersetzung mit Vorwürfen darf aber nur differenziert geführt werden. Und dies im Rahmen einer sorgfältigen Wahrheitsfindung und Meinungsbildung.

Wir haben in der Vergangenheit persönlich mit Gebhard Henke zusammengearbeitet. Durchaus nicht ohne Konflikte und Machtkämpfe. Auch nicht frei von unterschiedlichen Auffassungen über Männer- und Frauenbilder. Immer jedoch frei von Übergriffen jedweder Art und Schwere. Uns ist klar, dass dies keinesfalls andere Sichtweisen und Erfahrungen von Kolleginnen ausschließt. Wir können und wollen daher nur für uns und über unsere Erfahrungen sprechen. Das aber möchte wir hiermit tun und ausdrücklich sagen: Gebhard Henke ist uns und unserer Arbeit in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets respektvoll begegnet. Wir schätzen ihn, seine Arbeit und seine Integrität."


Quelle: Blickpunkt:Film

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