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Los Angeles, 30.07.2018, 08:14  Blickpunkt:Film | Kino

"Mowgli" wandert zu Netflix

"Mowgli" wurde von Warner Bros. an Netflix verkauft (Bild: Warner Bros.) Großansicht
"Mowgli" wurde von Warner Bros. an Netflix verkauft (Bild: Warner Bros.)
Noch im April hatte "Mowgli" Clip auf der CinemaCon zu den großen Kinoattraktionen 2018 von Warner Bros. gezählt. In der "The Big Pictures"-Veranstaltung des Studios gab es nicht nur erste Ausschnitte zu sehen, auf der Bühne erzählten auch Regisseur Andy Serkis und die Stars des Films, die den Tieren in dieser düsteren Neuerzählung von "Das Dschungelbuch" ihre Stimmen leihen, darunter Cate Blanchett und Benedict Cumberbatch, von ihrer Vision und der aufwändigen Arbeit an dem als Realfilm entstandenen Projekt. Nun steht fest, dass "Mowgli" nicht ab Mitte Oktober von Warner Bros. ins Kino gebracht wird. In einem Aufsehen erregenden Deal hat das Studio die weltweiten Rechte an dem Film an Netflix abgetreten: Der Streamingriese wird die Kipling-Verfilmung nunmehr im kommenden Jahr als bislang größtes "Netflix Original" im Netz auswerten. Um das aufwändige 3D des Films nicht komplett unter den Teppich zu kehren, wird es parallel auch eine gesonderte Auswertung im Kino geben.

"Mowgli" stand von Anfang an unter keinem allzu guten Stern: Das Projekt wurde fast gleichzeitig mit Disneys "The Jungle Book Clip" von Jon Favreau gestartet. Was kurzzeitig noch nach einem Wettrennen der beiden Realfilmprojekte aussah, entpuppte sich schnell nach einem klaren Sieg für Disney, weil "Mowgli" mit seinen komplexen Motion-Capture-Aufnahmen - die ausgewiesene Spezialität von Serkis, der als Gollum in den "Der Herr der Ringe"-Filmen, als titelgebender Gorilla in "King Kong Clip" und als Schimpanse Caesar in dem Reboot Clip von "Der Planet der Affen" Filmgeschichte geschrieben hat - der deutlich aufwändigere der beiden Filme war. "The Jungle Book" entstand komplett in einer kleinen Studiohalle vor Greenscreen, "Mowgli" wurde vor Ort im Dschungel in Südafrika gedreht. Inoffiziell heißt es aber auch, dass das Studio mit Serkis' ursprünglichem Schnitt unglücklich war und seither verschiedene Ansätze gesucht wurden, um den Film zum Erfolg zu machen.

"The Jungle Book" kam im Frühjahr 2016 in die Kinos und spielte knapp eine Mrd. Dollar ein. Seither arbeitete man bei Warner Bros. an dem Problem, wie man im Marketing umgehen könnte, der zweite Film binnen kurzer Zeit mit derselben Thematik zu sein. Offenbar sorgte der eingeschlagene Weg, "Mowgli" als düsterere, erwachsenere Variante, die sich stärker am Originaltext von Rudyard Kipling orientiert, verkaufen zu wollen, nicht für die gewünschten Resultate: Der Deal mit Netflix, über dessen Höhe beide Seiten Stillschweigen bewahren, befreit Warner Bros. von dem Druck, den teuren Film zu einem Hit im Kino machen zu müssen. In einem Interview mit deadline.com, die die Nachricht exklusiv brachten, sagte Andy Serkis: "Ich finde Netflix für ,Mowgli' wirklich spannend. Jetzt werden wir nicht mehr ständig an dem anderen Film gemessen, und ich finde es befreiend, dass der Druck nicht mehr so groß ist. Ich habe die 3D-Version gesehen, die wirklich ganz anders ist als die 2D-Version, einfach wunderbar, üppig und mit einer tollen Tiefe. Das werden wir im Kino zeigen können. Am spannendsten finde ich, dass Netflix wirklich nach vorne denkt und sich auf den Film selbst und seine Botschaft konzentriert. Dort versteht man, dass es ein düsterer Film ist, der nicht unbedingt auf die vier Quadranten abzielt."


Quelle: Blickpunkt:Film

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