"Kurzfilme werden ebenso kritisch bewertet wie Langfilme"
Kurzfilme haben seit dem ersten Film "Luxo Jr." (1986) eine Tradition bei Pixar. Andrew Jimenez, aufstrebendes Talent des Pixar-Studios, arbeitete u.a. als Digital Artist für "Findet Nemo" und "Die Monster AG" sowie zuletzt als Ko-Kameramann bei "Die Unglaublichen". Zuvor war er bei Sony u.a. als Digital Storyboard Artist bei "Spider-Man" tätig. Gemeinsam mit Ko-Autor und Koregisseur Mark Andrews realisierte er nun den Kurzfilm "One Man Band", den er jetzt im Rahmen eines Workshops auf dem Dokfest Leipzig präsentierte.
Wie liefen das Screening und der Workshop? Nach Annecy und Melbourne war das jetzt die dritte Festivalpräsentation. In Leipzig hat sich die Begeisterung des Publikums eher mit Lachern während des Films gezeigt, in Australien durch Applaus. Beim Workshop bin ich auf großes Interesse gestoßen, es ging hauptsächlich um visuelles Storytelling. Bei "One Man Band" haben wir, anstatt zu schreiben, hauptsächlich gezeichnet. Es ist inspirierend, aus der vertrauten Welt von Pixar herauszutreten und Künstler aus der ganzen Welt zu treffen. Das Leipziger Festival ist großartig, und ich würde mich freuen, im nächsten Jahr wiederzukommen.
"One Man Band" wird weltweit als Vorfilm zu "Autos wie wir" laufen. Von so einem Kinostart können andere Kurzfilmregisseure nur träumen. Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl. Es gibt aber auch das große Missverständnis, dass Kurzfilmprojekte bei Pixar so einfach wären. Dabei ist deren Budget nicht höher als bei einer Independent-Kurzfilmproduktion. Kurzfilme werden bei Pixar ebenso kritisch bewertet wie Langfilme.
Sie werden als eines der neuen Pixar-Talente gehandelt. Wann kommt Ihr erster langer Film? Um die Marke weiter unter Beweis zu stellen, ist Pixar sehr an neuen Ideen interessiert. Ich bereite gerade den Pitch zu einem Projekt vor, das sich wieder ganz von bisherigen Pixar-Filmen unterscheidet. Aktuell verantworte ich aber vor allem eine Videoinstallation, die im Rahmen einer Pixar-Ausstellung zum 20-jährigen Jubiläum von Pixar im Museum of Modern Art Ende 2006 gezeigt wird.
Gibt es neue Entwicklungen zwischen Pixar und Disney? Ich werde Ihnen jetzt alles erzählen! (lacht) Es laufen weiterhin Gespräche, die klären sollen, was am besten für beide Parteien ist. Das ist derzeit der Stand der Dinge.
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