Cannes, 12.04.2018, 11:49  Blickpunkt:Film | Festival
Thema: Festival de Cannes 2018

Köhler und Wenders reisen nach Cannes

Thierry Frémaux stellte ein wildes Programm für Cannes 2018 vor (Bild: Festival de Cannes) Großansicht
Thierry Frémaux stellte ein wildes Programm für Cannes 2018 vor (Bild: Festival de Cannes)
Beim 71. Festival de Cannes (8. bis 19. Mai) wird kein deutscher Filmemacher im Wettbewerb vertreten sein. Dafür stellt Ulrich Köhler seinen neuen Film in Un certain regard vor: "In My Room" ist eine Produktion der Kölner Pandora mit Elena Radonichich und Hans Löw in den Hauptrollen. Und Wim Wenders zeigt seine Papst-Doku, "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes Clip", außer Konkurrenz. Auch sonst kann sich das Programm sehen lassen - auch wenn Netflix sämtliche Kandidaten zurückgezogen hat, darunter immerhin die neuen Filme von Alfonso Cuaron, Paul Greengrass und Jeremy Saulnier, weil sie nach den im vergangenen Jahr implementierten Cannes-Statuten nicht um Palmen kämpfen dürfen: Das soll weiterhin Filmen vorbehalten bleiben, die in Frankreich zunächst regulär in den Kinos ausgewertet werden, womit aber auch eine dreijährige Sperre für Streaming verbunden ist. Zu den Absenzen in Cannes gehört übrigens auch der neue Film von Woody Allen, der auf eigenes Betreiben darauf verzichtet, an der Croisette zu laufen.

Wer ist also noch dabei in Cannes? Viele Unbekannte und für Cannes neue Filmemacher werden an den Start gehen. "Sie werden überrascht sein, wir streben eine komplette Erneuerung an, um der Vitalität des filmischen Schaffens auf der Welt gerecht werden", sagte Thierry Frémaux. "Die Filme geben eine Antwort darauf, was das Kino im Jahr 2018 zu bieten hat." Was genau das zu bedeuten hat, wird sich zeigen. Viele der großen Namen, die man sich erhofft hatte für den 71. Jahrgang, findet man jedenfalls nicht: Paolo Sorrentino und Jacques Audiard beispielsweise sollen nicht fertig geworden sein mit ihren neuen Filmen. Aber auch Lars von Trier vermisst man, der angeblich wieder zurückkommen sollte an die Croisette, nachdem er 2011 vom Festival verwiesen worden war. Und natürlich hatte man auch leise gehofft, dass Sebastian Schipper ein Fall für Cannes hätte sein können: Sein ?Roads? hätte sich bestimmt gut gemacht.

Nur zwei amerikanische Filme haben es in die Auswahl geschafft: Spike Lee kehrt zurück an die Croisette mit seinem wütenden "BlacKKKlansman". Und David Robert Mitchell läuft erstmals im Wettbewerb mit "Under the Silver Lake", nachdem er zuletzt "It Follows" Clip in der Semaine de la Critique vorgestellt hatte. Eine starke Präsenz hat indes das asiatische Kino: Jia Zhangke reist an mit "Ash Is Purest White", Hirokazu Kore-Eda zeigt "Shoplifters". Außerdem dabei aus Asien: "Netemo Sametemo" von Ryusuke Hamaguchi, "Buh-ning" von Lee Chang-Dong, "Yomeddine" von A.B. Shawky. Und natürlich Jafar Panahi, der mit "Three Faces", laut Frémaux ein "Feelgood-Roadmovie", erstmals im Wettbewerb gezeigt wird. Das Festival wird sich bemühen, den Filmemacher, der Iran nicht verlassen darf, mit Hilfe der Politik nach Cannes einzuladen.

Während in Deutschland weiterhin gestritten wird, wie viele deutsche Filme im Wettbewerb der Berlinale zu sehen sein werden, hat Cannes kein Problem, den fanzösischen Film zu feiern: "En guerre" von Stéphane Brizé, "Le livre d'image" von Jean-Luc Godard, "Plaire aimer et courir vite" von Christophe Honoré und "Les filles du soleil" von Eva Husson kämpfen um die Palme. Aus Italien werden "Dogman" von Matteo Garrone und "Lazzaro Felice" von Alice Rohrwacher gezeigt. Dazu kommen noch "Capharnaüm" von Nadine Labaki, "Zimna Wojna" von Pawel Pawlikowski und "Leto" von Kirill Serebrennikov.

Die Wettbewerbsfilme im Überblick

Im Un Certain Regard werden gezeigt: "Grans" von Ali Abbasi, "Long Day's Journey into the Night" von Bi Gan, "Manto" von Nandita Das, "Sextape" von Antoine Desrosères, "Girl" von Lukas Dhont, "Geuele d'Ange" von Vanessa Filho, "Euphoria" Clip von Valeria Golino, "Rafiki" von Wanuri Kahiu, "Mon Tissue Préférée" von Gaya Jiji, "Die Stropers" von Etienne Kallos, "El Angel" von Luis Ortega und "The Gentle Indifference of the World" von Adilkhan Yerzhanov

Die Un-Certain-Regard-Filme im Überblick

"Le grand bain" von Gilles Lellouche wird außer Konkurrenz im Wettbewerb gezeigt.

Bereits bekannt gegeben war der neue Film von Asghar Farhadi, "Todos lo saben", als Eröffnungsfilm, sowie ein Sonderscreening von "Solo: A Star Wars Story" Clip von Ron Howard, der am 15. Mai seine Weltpremiere feiern wird - der dritte Film aus dem "Star Wars"-Universum, der an er Croisette läuft.


Quelle: Blickpunkt:Film

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