Studio Hamburg Synchron GmbH

Synchronisation

München, 23.03.2010, 13:51  Blickpunkt:Film | Kino

Kinoboom hilft Synchronbranche kaum: Trendwende nicht in Sicht

Dem Kino geht es gut wie lange nicht mehr. Da liegt die Vermutung nahe, auch die Synchronbranche profitiere von dem Boom.
Ein Irrtum, wie die Geschäftsführer der führenden Firmen richtigstellen.

Von Kinohits wie "Ice Age 3" profitieren Synchronstudios kaum Großansicht
Von Kinohits wie "Ice Age 3" profitieren Synchronstudios kaum  
"Wir können uns zwar nicht beklagen", sagt beispielsweise Tobias Kunze, Geschäftsführer der Berliner RC Production, "aber unsere Auftragsbücher werden nicht automatisch voller, nur weil die Leute öfter ins Kino gehen." Die von Kunze gemeinsam mit Christian Wunder geführte Firma ist auf die Synchronisation von Kinofilmen aus Hollywood spezialisiert. Fernsehen macht RC nur in seltenen Ausnahmefällen. Gleiches gilt für Arthouse-Filme: Die mögen zwar gut fürs Renommee sein, sind aus Sicht einer Synchronfirma aber wegen ihres Anspruchs und vor allem ihrer Dialoglastigkeit ökonomisch weniger reizvoll als etwa ein Action-Film. RC ist also erst recht abhängig von der Situation in den USA, ähnlich wie beispielsweise die Interopa (ebenfalls Berlin). "Die guten Zahlen an der Kinokasse haben keinen Einfluss auf die aktuelle Geschäftsentwicklung", bestätigt Geschäftsführer Thomas Braune Kunzes Einschätzung. Die großen Hollywoodstudios produzierten sogar weniger Filme als in früheren Jahren, "weil es weniger Investoren gibt und die Gesamtbudgets kleiner geworden sind. Die Staffeln der einzelnen großen Anbieter sind deutlich geschrumpft, somit gibt es auch weniger zu synchronisieren." Hinzu komme die "fast zwanghafte Vorgabe der Konzerne, die Kosten im Bereich Postproduktion weiter zu reduzieren, und das, obwohl die Quartalszahlen wieder deutlich besser sind". Das alles, resümiert Braune, "gestaltet die Landschaft im Synchrongeschäft nicht unbedingt rosiger". Rainer Ludwig, Geschäftsführer der Münchner Film- und Fernseh-Synchron (FFS), sieht sich durch den Kinoboom gleichfalls nicht zu Überschwang veranlasst: "Wir hatten zumindest keine Auftragseinbrüche." Positive Auswirkungen auf die Preise in der Synchronbranche habe die Entwicklung im Kinobereich jedoch nicht: "Die bewegen sich nach wie vor auf niedrigem Niveau." Das hat Ludwig aber auch nicht überrascht: "Die Weltwirtschaftskrise hat zu einer insgesamt sehr düsteren Stimmung geführt. Beim Kinobetrieb mag sich das nicht bemerkbar gemacht haben, zumal es der Branche etwa im Vergleich zur Autoindustrie blendend geht. Aber die generell negative Haltung führt natürlich dazu, dass auch bei der Filmproduktion unverändert auf die Kosten geachtet wird."


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