Jean-Pierre Jeunets neuer Film avancierte zum Zankapfel
Der Streit um die Kategorisierung von "Mathilde - Eine große Liebe" von Jean-Pierre Jeunet (Warner/27. Januar), produziert von der Warner-Tochter 2003 Productions, hat nun ein Ende. Wie "Screen Daily" meldet, hat das Pariser Amtsgericht nach Überprüfung der Produktionsbedingungen am Mittwoch erklärt, dass der Film kein französischer Film sei. Dies bedeutet, dass die nationalen Produktionsförderungen dem Film damit nicht mehr zustehen.
Die Produzentenverbände Syndicat des Producteurs Indépendants (SPI) und Association des Producteurs Indépendants (API) hatten bereits Anfang des Jahres ein Verfahren eingeleitet, um die vom Centre National de la Cinematographie (CNC) bewilligten Produktionsförderungen zu Gunsten von Jeunets Film überprüfen zu lassen.
Der 47-Mio.-Euro-Film mit Audrey Tautou in der Hauptrolle ist auf Französisch gedreht, basiert auf einem französischen Roman und wurde in Frankreich mit französischer Crew gedreht und auch dort postproduziert. Nach Überprüfung der Kapitalstruktur von 2003 Productions hat das Gericht nun aber festgestellt, dass das Unternehmen, obwohl es in Frankreich ansässig ist, eine außereuropäische Gesellschaft sei, zumal bei 2003 Productions vorwiegend Warner-Mitarbeiter tätig sind.
Es ist zu erwarten, dass die gerichtliche Entscheidung auch weit reichende Konsequenzen für zukünftige Einstufungen französischer und nicht französischer Filme haben wird. Außerdem kann "Mathilde - Eine große Liebe", der nun als ausländischer Film gilt, nicht mehr in den Hauptkategorien des französischen Filmpreises "César" nominiert werden.
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