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Köln, 05.08.2003, 16:00  Blickpunkt:Film

Hager-Moss und Hormann drehen "Lattenknaller" in NRW

Männer, die Fußball lieben, dürfen keine Männer lieben. So ist es in Boldrup, Münsterland. Dieser Regel trotzt Torwart Ecki, der nach seinem Coming-out aus der Mannschaft fliegt: Einstieg zu Sherry Hormanns und Hager Moss Films Komödie "Lattenknaller Clip", die in Köln, am Niederrhein und in Dortmund entsteht.

Maximilian Brückner in "Lattenknaller"
Maximilian Brückner in "Lattenknaller"  
Als TV-Autor Benedikt Gollhardt ("Edel & Starck") bei der Münchner Produktion seinen ersten Kinostoff vorstellte, stieß er auf helle Begeisterung. Sofort griff Hager Moss Film zu, und gemeinsam entwickelten sie über zwei Jahre und fünf Fassungen das Buch zur Drehreife. "Es war sofort klar, dass dieser Stoff fürs Kino ist. Er hat das Potenzial, die Zuschauer mit Emotionen zum Lachen zu bringen. Dahinter verbirgt sich die universelle Botschaft: Stehe zu dir und sei, der du bist!", erklären die Produzenten Kirsten Hager und Andreas Schneppe.

Hauptfigur Ecki (Maximilian Brückner) muss lernen, seine Homosexualität zu akzeptieren, seine erste Liebe finden und im Dorf seine Würde zurückerobern. Dabei legt ihm das Buch zahllose Steine in den Weg: Sein Vater (Dietmar Bär) fürchtet um seinen guten Ruf, bei den Borussia-Dortmund-Fans gibt's Prügel, weil er nach schwulen Fußballern fragt, und der geliebte Zivi Sven (David Rott) lässt Ecki erst mal zappeln. Schneppe: "Die Handlung bietet zahlreiche Nebenstränge, die mit Humor und Emotion die verschiedenen Facetten aufzeigen." Der von Nessie Nesslauer zusammengestellte Cast führt weitere prominente Darsteller auf wie Mariele Millowitsch, Lisa Maria Potthoff, Rolf Zacher, Christian Berkel, Saskia Vester und Willy Thomczyk. Regisseurin Sherry Hormann bereitete sich intensiv mit Interviews und Recherchen auf den Film vor, außerdem wurde Fußball-Coach Uli Weidenbach ans Set geholt. "Fußball und Homosexualität sind Themen, die unvereinbar erscheinen. Das macht den Stoff so reizvoll. In der Raffinesse und dem Witz des Buches schlummert geballte Lebensphilosophie. Die schönste Szene war, als ich mit elf nackten Männern in der Umkleidekabine drehte und Rolf Zacher, der ihren heterosexuellen Trainer spielt, sich wie ein Eichhörnchen im Spind versteckte", erzählt Hormann. 41 Tage sind für die Dreharbeiten vorgesehen, das Budget beträgt rund vier Mio. Euro. Es wird zur Hälfte von den Filmförderern aus NRW (1,1 Mio. Euro), Bayern (730.000 Euro) und der FFA (300.000 Euro) aufgebracht. Koproduzent ist Medienfonds German Film Production, hinzukommen Mittel des Senders RTL, von dem auch die NRW-Gelder stammen, sowie Eigen- und Referenzmittel. "Wir haben eine breite Zielgruppe, der Film kann jeden ab zwölf Jahren interessieren. Er spricht Frauen wie Männer an", meint Schneppe. Nach der Fertigstellung Ende Januar 2004 soll der Film noch im Frühjahr vor der Fußball-Europameisterschaft in die Kinos gebracht werden.

Hager Moss dreht für RTL gegenwärtig auch das TV-Movie "Single Shots" in Berlin. Für
ProSieben bereitet das Unternehmen ein TV-Movie "Drei Tage Leben" (AT) nach einem Buch von Jens Urban vor. Außerdem verhandelt man über die Petra Hammesfahr-Verfilmung "Die Sünderin". Auch mit Benedikt Gollhardt will Hager Moss Film weiterarbeiten. "Die Arbeit mit ihm ist sehr angenehm. Nun müssen wir uns entscheiden, welchen Stoff wir angehen", meint Schneppe.


Quelle: Blickpunkt:Film

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