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FFA - Filmförderungsanstalt

Filmförderung

Berlin, 30.11.2000, 00:00  Blickpunkt:Film

Hager Moss hat "Mondscheintarif" im Kasten

Drei Jahre nach "Die Musterknaben Clip" drehte Ralf Huettner wieder einen Kinofilm. Für Hager Moss verfilmte er den Roman "Mondscheintarif Clip" von Ildikó von Kürthy. Senator Film und SevenPictures Film koproduzierten das 6,8 Mio. Mark teure Projekt, das Mitte November abgedreht wurde.

Ralf Huettner
Ralf Huettner  

Die Pause vom Kino, in der Huettner "Die Musterknaben II" für das ZDF drehte, verstand der Regisseur als kreative Pause: "Ich brauchte Zeit, um etwas Neues für mich zu entdecken", sagt er. Das hat er mit "Mondscheintarif" gefunden. "Dieser Film", so Huettner, "soll sich deutlich von meinen früheren Filmen unterscheiden". Das kann gelingen, denn "Mondscheintarif" ist "ein Film über Frauen", und die visuelle Konzeption, die er gemeinsam mit dem aus der Werbung kommenden Kameramann Tommy Wildner erarbeitet hat, ist innovativ. So wird es keinen einzigen Schwenk im Film geben. Die Kamera bewegt sich ausschließlich nach rechts oder links, bzw. nach vorne oder hinten. Das Ziel, so Huettner, sind einfache grafische Bilder. Die Farben sind "kosmetischer und haben eine ganz besondere Eleganz", beschreibt Huettner den Look. "Ob das Konzept aufgeht", sagt Wildner, "sehen wir erst hinterher." Der Film wird digitalisiert, bearbeitet und dann zurück auf Negativ ausbelichtet. Die Nachbearbeitung eines Spielfilms im Computer ist in Deutschland längst nicht üblich. "Die Amerikaner schieben alles zwei, drei Mal durch den Computer, um so das Optimum zu erreichen", sagt Wildner, "in Deutschland ist diese Vorgehensweise bisher selten. Das ist der Vorteil der Werbung: Bleibt man hier nicht auf dem technisch neuesten Stand, ist man nach sechs Wochen abgehängt."Die Inszenierung des Films mit seinen langen Fluchten, durch die die Kamera sieht, und die geringe, aber exakte Auflösung der Szenen entsprechen der Erzählweise der Geschichte.

So sind Roman und Film von den inneren Monologen der Hauptfigur Cora, gespielt von Gruschenka Stevens, dominiert. "Mit Hilfe von Voice Over kann man gerade Zwischenräume schneller und präziser erzählen", sagt Huettner zum Konzept. Zur Unterstützung gehört auch eine entsprechende Bildsprache, die das Buch belebt. "Mondscheintarif" gibt die Überlegungen und Frustrationen wider, die Cora hat, nachdem sich Daniel (Tim Bergmann) nach der besten Liebesnacht ihres Lebens nicht mehr meldet. In weiteren Rollen sind u.a. Jasmin Tabatabai, Rüdiger Klink und Bettina Zimmermann zu sehen. Ende 1999 wurde Producer Andreas Schneppe auf den Roman aufmerksam. Für die Buchadaption benötigten Silke Neumayer, Ralf Huettner und Barbara Oslejsek neun Monate.

Dank der Romanvorlage lief die Finanzierung parallel zur Buchentwicklung. 40 Prozent wurden dabei vom FFF Bayern, vom Filmboard Berlin-Brandenburg und von der FFA aufgebracht. Die restlichen 60 Prozent Eigenanteil werden durch die Hager Moss Film GmbH, die Senator Filmproduktion GmbH und die SevenPictures Film GmbH finanziert.

"Mondscheintarif" wurde an 37 Tagen in Berlin gedreht. Die Nachbearbeitung findet bei Arri in München statt.

",Mondscheintarif' spiegelt Großstadtatmosphäre in all ihren Varianten wieder", erklärt Schneppe. "Der Film ist ein Großstadtfilm, der jedoch nicht zwingend in Berlin spielen muss." Dennoch hat man den Handlungsort des Romans für den Film von Hamburg nach Berlin verlegt. "Berlin ist eine spannende Stadt", erklärt Kirsten Hager diese Entscheidung, "filmisch gibt es in Berlin Einiges zu entdecken. Es ist schließlich die deutsche Großstadt." Für Benjamin Herrmann ist "Mondscheintarif" der erste Film, den er für Senator betreut: "Wir setzen sehr auf diesen Film; er soll unser Spätsommer-Highlight 2001 werden.,Mondscheintarif' ist ein Film für moderne Teens und Twens, der durch visuelle Späße und Spielereien begeistern wird.


Quelle: Blickpunkt:Film

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