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Los Angeles, 11.12.2017, 17:21  Blickpunkt:Film | Kino

Golden-Globe-Nominierungen: Alles immer noch unklar

Favorit mit sieben Nominierungen: "Shape of Water" (Bild: Fox) Großansicht
Favorit mit sieben Nominierungen: "Shape of Water" (Bild: Fox)
Nach den großen Kritikerpreisen war noch nicht ganz klar, wer zu den klaren Favoriten bei den kommenden Academy Awards zählen würde. Die Kritiker in Los Angeles votierten für "Call Me By Your Name" Clip, die Kritiker von New York gaben "Lady Bird" Clip den Vorzug, in Washington war "Get Out" angesagt, in San Francisco sah man "The Florida Project" Clip als den besten Film, in Boston war "Der seidene Faden" Clip der Gewinner, und das National Board of Review sahen "Die Verlegerin" Clip ganz vorn. Ganz eindeutig ist die Gemengelage auch nach den Nominierungen für die Golden Globes nicht, aber immerhin kristallisieren sich gewisse Tendenzen heraus. Interessanterweise ist der mit sieben Nominierungen meistvorgeschlagene Film "Shape of Water" Clip, der zwar in Venedig den Goldenen Löwen gewinnen konnte, bei den Filmkritikervereinigungen bisher aber keine große Rolle gespielt hatte. Mit sechs Nominierungen folgt ein weiterer Film, der bislang noch ohne großen Preis ist, sieht man einmal vom Publikumspreis beim Toronto Internatonal Film Festival ab: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" Clip - wie "Shape of Water" eine Produktion von Fox Searchlight (insgesamt kam Fox auf 27 Nominierungen) - ist auf einmal wieder im Rennen. Auf dieselbe Nominierungsanzahl brachte es auch "Die Verlegerin" von Steven Spielberg, der damit auch der stärkste Studiotitel war. Auf jeweils drei Nominierungen kamen "Dunkirk" Clip, "The Greatest Showman" Clip und "All the Money in the World" Clip von Ridley Scott, der seinen Film trotz Nachdrehs mit Christopher Plummer, der den aus dem Film geschnittenen Kevin Spacey als Paul Getty ersetzte, rechtzeitig für die Entscheidung der Hollywood Foreign Press fertigstellen konnte. Es sind weiterhin viele Bälle in der Luft. Bis zur Vergabe der Globes und der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen jedenfalls.

Beim besten Film - Drama kommt es also zum Kräftemessen von "Call Me By Your Name", "Dunkirk", "Shape of Water", "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und "Die Verlegerin". Um den Globe für die beste Komödie/Musical ringen "The Disaster Artist" Clip, "Get Out" (etwas absurd, den Schocker von Jordan Peele in dieser Kategorie zu führen), "The Greatest Showman of the World", "I, Tonya" Clip und "Lady Bird", der in Wahrheit auch ein eher ernster Coming-of-Age-Film ist. Wer wurde übergangen? Auffällig ist jedenfalls, dass "Downsizing" Clip und "Detroit" Clip nicht dabei sind und dass die Auslandspresse in Hollywood offenbar kein Herz für "Wonder Woman" Clip hatte. Mehr noch fällt allerdings auf, dass von den zehn Filmen nur einer von einem Schwarzen und einer von einem Hispanier inszeniert wurde und nur einer eine Regisseurin hatte. Bei den besten Regisseuren sind dann die Herren der Schöpfung wieder ganz unter sich - Guillermo Del Toro, Martin McDonagh, Christopher Nolan, Ridley Scott und Steven Spielberg.

Bei den 20 Hauptdarsteller-Nominierungen hat es auch wieder nur für zwei schwarze Darsteller gereicht: der unvermeidliche Denzel Washington für "Roman J. Israel, Esq." Clip und Shootingstar Daniel Kaluuya für "Get Out". Immerhin kommen bei den Nebendarstellerinnen mit Mary J. Blige ("Mudbound"), Octavia Spencer ("Shape of Water") und Hong Chau ("Downsizing") Minderheiten etwas mehr zum Zug. Als beste Schauspieler in einem Drama gehen jedenfalls Timothée Chalamet, Daniel Day-Lewis, Tom Hanks, Gary Oldman und Denzel Washington ins Rennen - das völlig offen ist: Oldman und Day-Lewis dürfen sich Chancen ausrechnen, aber vielleicht werden sie noch von dem großartigen Chalamet mit seinem tollen Auftritt in "Call Me By Your Name" überrundet. Als beste Hauptdarstellerinnen in einem Drama wurden Jessica Chastain, Sally Hawkins, Frances McDormand, Meryl Streep und Michelle Williams nominiert. Weil Saoirse Ronan für ihren gefeierten Auftritt in "Lady Bird" in der Sparte Komödie nominiert wurde, dürfte hier Sally Hawkins als Favoritin gelten. Ronan ist in ihrem Feld klare Favoritin. Außer ihr wurden Judi Dench, Helen Mirren, Margot Robbie und Emma Stone nominiert. Bei den Herren treten Steve Carell, Ansel Elgort, James Franco, Hugh Jackman und Daniel Kaluuya gegeneinander an. Den Preis werden wohl Franco und Kaluuya untereinander ausmachen. Bei den besten Nebendarstellern sind Willem Dafoe (klarer Favorit), Armie Hammer, Richard Jenkins, Christopher Plummer und Sam Rockwell vertreten.

Auch Deutschland darf sich Hoffnungen machen in der Kategorie fremdsprachiger Film: "Aus dem Nichts" Clip von Fatih Akin tritt an gegen "A Fantastic Woman" von Sebastian Lelio aus Chile, dem in kambodschanischer Sprache gedrehten "First They Killed My Father" von Hollywood-Foreign-Press-Liebling Angelina Jolie, "Loveless" von Andrei Sajgintsew aus Russland und "The Square Clip" von Ruben Ostlund, bei dem es sich um eine deutsche Koproduktion handelt. Nach seinem Sieg in Cannes und dem Kantersieg beim Europäischen Filmpreis sollte "The Square" der Favorit sein.

Und noch ein kurzer Blick auf die Fernseh-Globes: Als beste Serien (Drama) wurden "The Crown", "Game of Thrones", "The Handmaid's Tale", "Stranger Things" und "This Is Us" nominiert; um den Preis für die beste Serie (Komödie) gehen "Black-Ish", "The Marvelous Mrs. Meisel", "Master of None", "Smilf" und - allen Ernstes - "Will & Grace" Clip ins Rennen. Dafür wurde "Veep" diesmal ausgelassen. Als beste limitierte Serie wurden "Big Little Lies", "Fargo", "Feud: Bette and Joan", "The Sinner" und "Top of the Lake: China Girl" vorgeschlagen.

Thomas Schultze


Quelle: Blickpunkt:Film

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