Sky_left
Superbanner
 
Brüssel, 03.03.2005, 10:55  Blickpunkt:Film

EU kritisiert öffentlich-rechtliche Online-Angebote

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen ARD und ZDF ihre Internetangebote offenbar einschränken. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein internes Schreiben an die Kommission berichtet, habe EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bemängelt, dass einige Länder wie Deutschland und die Niederlande die neuen digitalen Mediendienste nicht mit dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag in Einklang gebracht hätten. Sie zweifle daran, dass Geschäftsfelder wie e-Shops und Mobilfunkdienste mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrag zu vereinbaren seien, heißt es in dem Bericht weiter.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission angekündigt, von der Bundesregierung Klarheit über die Online-Angebote und die Finanzierung von ARD und ZDF einfordern zu wollen. Ein entsprechendes 60-seitiges Schreiben soll nach "Handelsblatt"-Angaben heute verschickt werden. Darin sollen die öffentlich-rechtlichen Anstalten dazu aufgefordert werden, "die Transparenzregeln zu verbessern und klar zwischen Rundfunk und gewerblichen Aktivitäten zu trennen".

Im Rahmen der Diskussion um eine Erhöhung der Rundfunkgebühren hatte der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) im April 2003 eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, in der u.a. gefordert worden war, die Ausdehnung der Online-Angebote von ARD und ZDF zu blockieren. Wie es in dem "Handelsblatt"-Bericht weiter heißt, seien die von Kroes kritisierten Mobilfunkdienste eine der lukrativsten Onlinesparten mit großem Entwicklungspotenzial. "Wenn die EU-Kommission uns von diesem Markt verdrängen will, müssen die Bundesländer in Brüssel kämpfen", so ein ARD-Rundfunkrechtler gegenüber dem Blatt.

Der VPRT fühlt sich durch das Vorgehen der EU-Kommission in seiner Kritik bestätigt. "Nun", so der VPRT-Vorsitzende Jürgen Doetz, führt kein Weg mehr an der Umsetzung der Transparenzrichtlinie auch für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorbei."

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten signalisierten ihrerseits Gesprächsbereitschaft beim Thema Transparenz. "Die ARD hat viele ihrer gewerblichen Tätigkeiten längst in selbständige Tochtergesellschaften ausgelagert und geht damit sogar über die europäischen Anforderungen für eine getrennte Buchführung hinaus. Wir haben aber der Kommission bereits signalisiert, dass wir bereit sind, über weitere Transparenzmaßnahmen nachzudenken", so der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber. ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte, dass Finanzierung und Haushaltführung des ZDF schon jetzt transparent seien. "Wir sind aber auch bereit, in Sachen Transparenz weitere Regelungen im Hinblick auf kommerzielle Aktivitäten zu verabreden", so Schächter.


Quelle: Blickpunkt:Film

Mit einem Abo können Sie diesen Artikel kommentieren.


Mehr News

Blickpunkt:Film.Daily

Blickpunkt:Film.daily

Unser kostenloser Newsletter informiert Sie täglich über die Geschehnisse der Filmbranche.

KOMMENTARE

  • Noch kein Kommentar vorhanden.

Filmcharts

Unser kostenloses Angebot

 
Sky_right