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Laura Ziskin kann sich als Produzentin von "Spider-Man
" über den am besten gestarteten Film der US-Filmgeschichte freuen. Mit der diesjährigen Oscar-Verleihung stemmte sie in diesem Jahr eine zweite, prestigeträchtige Showbiz-Produktion. Doch ihre eigentliche Liebe gilt der Literatur und den Autoren, wie sie Blickpunkt:Film im Interview verriet.
Laura Ziskin:
Ich suchte als Produzentin einfach eine größtmögliche Herausforderung. Deshalb habe ich sofort die Hand gehoben, als Sony jemanden für "Spider-Man" brauchte. Außerdem ist Sam Raimi ein fantastischer Regisseur, mit dem ich zusammenarbeiten wollte. Die Geschichte und die Charaktere von "Spider-Man" fand ich faszinierend.BF:
Bei "X-Men", der letzten erfolgreichen Marvel-Comic-Verfilmung, mussten die Produzenten Einschränkungen beim Budget akzeptieren. Wie ist es Ihnen ergangen?LZ:
Diesen Kampf gibt es bei jedem Effektfilm. Du willst immer mehr als das, was das Studio dir gibt, und sie geben dir mehr, als sie wollen."Im Studio sitzt du im Pentagon"
BF:
Mussten Sie auf Elemente aus dem Skript verzichten, um den Film realisieren zu können?LZ:
Das muss man immer. Aber wir haben nichts verloren, das uns wirklich weh getan hätte. Manchmal sind Beschränkungen im kreativen Prozess eine gute Sache. Man erzählt die Geschichte dann noch besser und effektiver.BF:
Bis 1999 saßen Sie als Fox 2000-Chefin auf der Studioseite. Warum der Frontenwechsel?LZ:
Frontenwechsel ist der richtige Ausdruck. Denn Filmemachen ist wie Krieg führen. Im Studio sitzt du im Pentagon: Du bekommst die Lageberichte und schickst dann die Panzer los. Aber ich wollte raus in den Graben in den Dreck.BF:
Haben Sie sich deshalb auch noch die diesjährige Oscar-Show aufgehalst?LZ:
Das ist doch etwas, was jeder Produzent einmal in seinem Leben gern machen will.BF:
Aber wie bewältigt man zwei so große Unternehmen parallel?LZ:
Zum Glück war ich mit dem Film fast fertig, als die Vorbereitungen zur Show in die kritische Phase traten. Mein Oscar-Team war in der Nähe meines Büros untergebracht. Wenn ich vor die Tür ging, waren links das Show-Büro und rechts die Schneideräume von "Spider-Man".BF:
Würden Sie sich die Oscars ein weiteres Mal vorknöpfen?LZ:
Nur wenn ich ganz bestimmte Ideen dafür hätte. Diesmal ging es mir darum, das Thema Film noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Ich wollte Regisseure wie Woody Allen stärker einbeziehen. Zum Glück ist mir vieles davon gelungen.BF:
Welchen Film werden Sie als Nächstes angehen?LZ:
Erst muss ich durchatmen, dann werden wir sehen. Abgesehen davon beginnen wir schon mit den Arbeiten zu "Spider-Man 2".BF:
Außerdem produzieren Sie Fernsehfilme und -serien, unter anderem haben Sie Verträge mit HBO und Warner Bros. Ist das so attraktiv wie Kino?LZ:
Natürlich gibt es nichts Schöneres für einen Produzenten, wenn er in einem Kino sitzt, die Lichter gehen aus und sein Film beginnt. Allerdings ist das Filmgeschäft sehr auf den sofortigen Hit fixiert. Manche Themen, die nicht im Kino funktionieren, sind wunderbar als Fernsehstoff geeignet. Lieber mache ich sie als TV-Produktion als gar nicht.BF:
Im Gegensatz zu den meis-ten Produktionsfirmen haben Sie auch ein Büro in New York. Warum das?LZ:
Anders als viele Studios mache ich lieber Filme auf der Grundlage von Büchern, und New York ist eben das Mekka der Verlagswelt. Vorzugsweise suche ich mir nicht die großen Bestseller, sondern die ungewöhnlicheren Stoffe wie "To Die For" oder "Fight ClubBF:
Sie haben mit einigen der prominentesten Autoren der Branche zusammengearbeitet, etwa Buck Henry ("Der ReifeprüfungLZ:
Es ist der Lebensnerv jedes Films. Es gibt nichts Schöneres, als wenn ich mich mit dem Autor zusammensetze und wir gemeinsam die Geschichte aushecken. Die anderen Leute mischen sich dann früh genug ein.BF:
Genießen Autoren denn den gebührenden Stellenwert in der Branche?LZ:
Sie werden schlecht behandelt. Doch auf Produzenten trifft das genauso zu. Die Produzentenrolle wird so gering geschätzt, dass sich plötzlich jeder als solcher bezeichnen kann. Aber das ist ein echter Job, und er erfordert eine echte Qualifikation.Quelle: Blickpunkt:Film
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