München, 14.11.2011, 15:41  Blickpunkt:Film | Festival

Diana Iljine gibt ihren Einstand als Festivalchefin

Erstmals unter Leitung von Diana Iljine präsentiert das Festival der Filmhochschulen (13. bis 19. November) die besten Studentenfilme des Jahres.

<a href="/firmen/people/diana-iljine/157434">Diana Iljine</a> (Bild: Sonja Calvert) Großansicht
Diana Iljine (Bild: Sonja Calvert)
Das Internationale Festival der Filmhochschulen ist die erste Nagelprobe für Sie. Wie fühlen Sie sich?
Ich fühle mich sehr gut, würde aber nicht von einer Nagelprobe sprechen. Gerade das Festival der Filmhochschulen mit seinen vielen jungen Gästen aus der ganzen Welt, seiner sehr internationalen, aber doch intimen Atmosphäre ist für mich eher ein Vorgeschmack, wie viel Spaß der neue Job als Geschäftsführerin der Münchner Filmwochen auch machen kann.

Gibt es neue Schwerpunkte?
Festivals haben einen ziemlich langen Vorlauf- viel länger als die zweieinhalb Monate, die ich jetzt in diesem Job bin. Man darf sich also noch nicht zu viel erwarten, dafür war die Zeit einfach zu kurz. Außerdem ist das Festival, so wie es die letzten Jahre war, sehr erfolgreich. Ein paar Dinge die jetzt aktuell noch offen waren, das betraf vor allem die Jury, die Sponsoren und auch die Eröffnung, konnten positiv geklärt werden. Aber erst nach dem Festival kann man wirklich sagen, was man hier künftig noch verbessern könnte, und wie.

Ist die Eröffnung in der neuen HFF München auch Zeichen für eine Intensivierung der Zusammenarbeit?
Es freut mich zunächst einmal, dass wir gerade zum Beginn meiner Amtszeit die Eröffnung des Festivals der Filmhochschulen im neuen Gebäude der HFF feiern können. Die Zusammenarbeit ist schon jetzt intensiv. Trotzdem erhoffen wir uns natürlich, dass die HFF-Studenten das Festival wieder mehr als ihr Festival ansehen - bei dem sie alle Gastgeber für ihre Kollegen aus der ganzen Welt sind.

Was erwartet uns?
Vor uns liegt garantiert wieder eine ebenso anregende, spannende, aber auch anstrengende Woche. In einer Zeit in der man - aufgrund der großen Konkurrenz - nicht uneingeschränkt zu Filmberufen raten kann, freut es mich besonders, dass das Niveau der eingereichten Filme quer durch alle Filmschulen auf der Welt sehr hoch ist, inhaltlich wie handwerklich. Die Filmausbildung internationalisiert sich. Viele Studenten im Filmbereich studieren nicht unbedingt in ihrem Heimatland.

Wo liegt der inhaltliche Fokus?
Es ist nie leicht, bei sorgfältig ausgewählten 50 Filmen aus 26 Ländern weitreichende Schwerpunkte oder Trends auszumachen. National und international kristallisieren sich zumindest ein paar große Themen heraus. Das ist zum einen die Frage "Worum geht es im Leben - was ist wirklich wichtig?", die offenbar viele Filmemacher beschäftigt. Daneben gibt es auch viele Filme, die sich mit dem Anderssein beschäftigen. Und dann gibt es als Thema natürlich noch die Liebe. Und - in diesem Jahr ebenso auffallend - ein paar wirklich gut gemachte Komödien.

Was bedeutet das Plakat mit der Aufschrift "Filmemacher haften für ihr Werk"?
Inspiriert hat uns das Bild einer Baustelle und das - sehr deutsche - Baustellenschild "Eltern haften für ihre Kinder". Denn genau das trifft auch auf die jungen Filmemacher zu. Sie alle bringen ihre Kinder mit - und stellen sich damit - oft zum ersten Mal - einem größeren, internationalen Publikum. Das erfordert viel Mut. Und diesen Mut, sich hinzustellen und zu sagen: "Hier - das ist mein Film, und den zeige ich euch jetzt, und dann sprechen wir darüber", den feiern wir, ebenso wie die Möglichkeit, mit den Regisseuren, die vielleicht schon in Kürze im internationalen Film eine große Rolle spielen werden, einfach so ins Gespräch zu kommen.
Margret Köhler, Blickpunkt:Film

Quelle: Blickpunkt:Film

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