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Hamburg (sw), 13.05.2004, 11:51  Blickpunkt:Film

Der Regisseur über das RTL-Event "Apokalypse Eis"

Zu den Arbeiten von Christoph Schrewe gehören erfolgreiche deutsche TV-Movies wie "Verliebte Jungs" und -internationale Produktionen wie "Lexx - The Dark Zone". Jetzt kommt der Film "Apokalypse Eis" auf den Bildschirm (20. Mai, 20.15 Uhr), ein von RTL entwickelter und mit RTL Television koproduzierter Katastrophenfilm mit internationaler Besetzung.

Christoph Schrewe
Christoph Schrewe  
Blickpunkt:Film: Wie haben Sie sich dem Genre Katastrophenfilm genähert?

Christoph Schrewe: Ich habe versucht, mir vorzustellen, was diese Katastrophe für die Menschen bedeutet, die darin verwickelt werden. Auf der anderen Seite habe ich durch "Lexx: The Dark Zone" sehr viel Erfahrungen mit SFX-Fragen, die bei "Apokalypse Eis" auch eine zentrale Rolle gespielt haben.

BF: Haben Sie sich zur Vorbereitung viele Katastrophenfilme angeschaut?

CS: Die sehe ich sowieso so leidenschaftlich gern, dass sich diese Vorbereitung erübrigt hat. Ich habe mir allerdings sehr viele Schnee-Filme angesehen, weil Schnee nicht einfach im Film umzusetzen ist.

BF: Was ist dabei die größte Herausforderung?

CS: Es braucht enorm viel Zeit, bis die Schnee-Sets, die wir gebaut haben, gut aussehen. Außerdem sind die verschiedenen Schneematerialien sehr menschenfeindlich, viele gehen buchstäblich in die Augen.

BF: Sie haben in Bulgarien zuerst "Schnee-Tests" gemacht?

CS: Genau. Es war aber nicht so, dass Bulgarien mit dem "Latest-State-of-the-Art-Snow" aufwarten kann, das heißt, man muss improvisieren und herausfinden, was der richtige Ansatz ist, damit es gut aussieht.

BF: Stand auch bei der Nach-bearbeitung der Schnee im Mittelpunkt?

CS: Ja, dabei hat der Schnee genau dasselbe Problem dargestellt, weil wir alle, anders als bei einem Science-Fiction-Film, der im Weltall spielt, eine klare Vorstellung von der Wirklichkeit haben. Als Zuschauer gleichen wir unsere eigenen Schnee- und Eiserfahrungen mit der Darstellung im Film ab - davon darf man sich nicht zu weit entfernen.

BF: Wie lief die Produktion ab?

CS: Der Film wurde zwar komplett in Bulgarien produziert, die ausführende Firma war jedoch Unified Film Organization (UFO), die ihren Sitz in Los Angeles hat. Die UFO hat in den letzten Jahren in Bulgarien ein Studio mit einer großen CGI-Abteilung aufgebaut und sich darauf spezialisiert, Action-orientierte Science-Fiction-Projekte zu produzieren.

BF: Sie sind also mit kleinem Kernteam nach Sofia gereist und die restlichen Positionen waren mit amerikanischen und bulgarischen Fachkräften besetzt?

CS: Aus Deutschland war nur noch die Hauptdarstellerin Bettina Zimmermann dabei. Die UFO wird organisiert von Amerikanern und die ganze Crew ist bulgarisch bis auf den Kameramann, der Italiener ist. UFO produziert fünf bis sieben Sci-Fi-Filme im Jahr, das heißt, das ist eine sehr eingespielte Crew.

BF: Wie haben Sie das Filmland Bulgarien erlebt?

CS: Bulgarien ist von den europäischen Ländern mit einer gewachsenen Filmgeschichte und Filminfrastruktur mit Rumänien das günstigste. Dort zu drehen ist aber noch abenteuerlich. Bulgarien ist ein sehr armes Land und noch mehr mit der Katastrophe des Umbruchs beschäftigt als mit den Chancen des Umbruchs.

BF: Sie haben eine Zeit lang sehr viele Komödien inszeniert. Bevorzugen Sie dieses Genre?

CS: Ich springe gern zwischen Science-Fiction und Komödie hin und her. Komödie hat den Vorteil, dass man Freude in die Wohnzimmer bringt. Wenn ich die Verantwortung für den Abend vieler Menschen habe, verbreite ich lieber gute Laune als Angst und Schrecken. Science-Fiction mag ich sehr auf Grund der technischen Herausforderungen und der Möglichkeit, eigene Welten zu kreieren.

BF: Bei Ihrem neuen Film "Crazy Race II", den Sie zurzeit für RTL drehen, sind die SFX die schnellen Autos.

CS: Ich bin jetzt mit "Crazy -Race II" wieder zurück bei der Komödie, sogar bei der derben, lärmigen Komödie. Die SFX spielen eine untergeordnete Rolle. Das ist eher Stunt- und All-Star-Comedy. Dadurch, dass wir thematisch im Jahr 1989 liegen und die "Wahre Geschichte des Mauerfalls" erzählen, hat es eine sehr große Kraft.

BF: Geht es danach wieder in Richtung Science-Fiction?

CS: Noch nicht. Danach mache ich eine Komödie für ProSieben mit Don Bohlinger und James Dutcher als Autoren und Leah Hecker als Produzentin - "Popp dich schlank" (AT).


Quelle: Blickpunkt:Film

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