Paris, 05.04.2005, 13:44  Blickpunkt:Film

CNC öffnet Fördertöpfe für nicht europäische Produktionen

"Mathilde" entfachte den Streit über die Förderungsmöglichkeiten ausländischer Produktionen in Frankreich (Bild: Warner)
"Mathilde" entfachte den Streit über die Förderungsmöglichkeiten ausländischer Produktionen in Frankreich (Bild: Warner)
Der französische Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres hat gestern bekannt gegeben, dass in Frankreich in Zukunft auch nicht europäische Produktionen in den Genuss der Fördergelder des Centre National de la Cinématographie (CNC) kommen können. Die neuen Regelungen werden voraussichtlich bereits im Sommer oder frühen Herbst dieses Jahres in Kraft treten. CNC-Leiterin Catherine Colonna wurde von de Vabres damit beauftragt, bis Mitte Juni die Sachlage zu prüfen und Vorlagen für die neuen Regelungen zu erarbeiten.

Der Gesetzesänderung war eine zweijährige Debatte über die 47-Mio.-Euro-Produktion "Mathilde - Eine große Liebe Clip" von Jean-Pierre Jeunet vorausgegangen. Der Film wurde in französischer Sprache, mit französischen Darstellern und Technikern und von einem französischen Regisseur gedreht und postproduziert. Dennoch wurde die Produktion durch ein Gerichtsurteil als nicht französischer Film deklariert. Der eigens für "Mathilde" gegründeten Produktionsfirma 2003 Productions, an der der US-Major Warner mit 32 Prozent beteiligt ist, standen damit keine Fördergelder mehr zu. Das Pariser Amtsgericht war zu dem Schluss gekommen, dass 2003 Productions aufgrund ihrer Struktur eine reine Warner-Tochter sei und darum kein Anrecht auf Förderung habe.

Einige Branchenkenner äußerten Bedenken, dass durch die neue Gesetzgebung Gelder, die zuvor für französische Filme vorgesehen waren, nun in ausländische Produktionen fließen könnten. Der französische Verband der Autoren, Regisseure und Produzenten begrüsste unterdessen die Entscheidung. Er hatte befürchtet, dass eine Entscheidung, welche sich gegen die Förderung nicht europäischer Produktionen richtet, außereuropäische Produktionsfirmen dazu veranlassen könne, Frankreich als Produktionsstandort zu meiden.

Nun wird sich zeigen, wie mit "Mathilde" verfahren wird. Möglicherweise wird es in dem Streit zu einer Kompromisslösung kommen, in der der Film seine französische Nationalität zurückerhält.


Quelle: Blickpunkt:Film

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