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"Die Kinder des Monsieur Mathieu
" entwickelte sich in Frankreich zum Dauerbrenner: Fast sieben Mio. Besucher ließen sich vom Regiedebüt des Musikers und Produzenten Christophe Barratier mitreißen. Am 2. September bringt Constantin den Überraschungserfolg in die deutschen Kinos.
Christophe Barratier: Ich mache Filme, seit ich sieben Jahre alt bin. Damals begann ich auf Super 8 Horrorfilme zu drehen, in denen es viele Vampire und falsches Blut zu sehen gab. Dann wollte es das Schicksal, dass ich lange als professioneller Musiker arbeitete. Als ich zum Kino zurückkehrte, fing ich bei meinem Onkel Jacques Perrier an, der Produzent ist. Nach einigen Jahren und Filmen begriff ich, was es bedeutet, Filme zu machen. Ich fühlte mich auf der falschen Seite. Zuerst schrieb ich Drehbücher und korrigierte Skripts von den Filmen, die ich produzierte, bis mir ein Regisseur sagte, mach es doch selbst. Ich begann mit einem Kurzfilm, der sehr erfolgreich war. Das gab mir genug Selbstvertrauen, um "Die Kinder des Mr. Mathieu" zu schreiben und zu drehen.
BF: Bei "Die Kinder des Mr. Mathieu" handelt es sich um ein Remake von "Der Nachtigallen-käfig" von 1945.
CB: Nicht ganz. Ich dachte vor allem an meine eigene Kindheit als Musiker aus einem Musiker-Elternhaus. Dann erinnerte ich mich an diesen alten Film, den ich sehr viel intelligenter fand als alles, was mir eingefallen war. Es ging um einen Aufseher, der das Leben der Kinder durch Musik, durch Gesang verändert. Ich verband mein eigenes Universum mit der Geschichte dieses Films. Die Struktur meines Drehbuchs ist anders, und aus dem Aufseher wurde ein Lehrer. So ist es kein Remake, sondern eine sehr freie Adaption.
BF: Die Idee, dass Musik die Kinder verändert, hat etwas Märchenhaftes.
CB: Ja, das Ende schon. Die Rolle der Musik ist vielleicht idealisiert, jedoch nicht utopisch. Ich sage nicht, Musik verfeinert die Sitten. Wenn man Kriminellen acht Stunden am Tag Mozart vorspielt, ändert das nichts. Ich sage nur, im Leben ist nichts verloren. Man kann eine Begabung fördern, wenn es jemanden gibt, der dieses Talent entdeckt. Ich habe die meisten Darsteller aus sozial schwachen Familien gewählt und sie nach ihren Gesichtern ausgewählt, die manchmal sehr harte Züge aufweisen. Einige Eltern rieten mir sogar ab, mit ihren Kindern zu filmen. Aber der Dreh gefiel ihnen und zum ersten Mal machte ihnen Arbeit Spaß. Nach ein paar Monaten konnten sie sogar die Musik leiden.
BF: Was kam bei den Zuschauern so gut an?
CB: Viele fanden das Thema des Films unkommerziell. Jetzt gilt der Film als Gesellschaftsereignis. Die Presse redet plötzlich vom Triumph der Musik und des Gesangs. Die Erinnerung an die Kindheit hat viele berührt. Als Erwachsener muss man Entscheidungen treffen, Geld verdienen. Da scheint die Kindheit sorgloser und freier. All das hat zum Erfolg des Films geführt.
BF: Wie verkauft sich die Filmmusik?
CB: Wir sind seit Monaten Nummer eins der Charts und haben 700.000 CDs verkauft. Das ist unglaublich für diese kleine, bescheidene Musik, die ich zusammen mit Bruno Coulais schrieb. Wir haben zunächst per Mail kommuniziert, und weil ich kein großes Budget hatte, schrieb ich die Texte selbst.
BF: Der Film wurde erstmals auf dem Markt der Berlinale gezeigt.
CB: Es gab Beifall und so viel Interesse, dass man bei Pathé nicht einmal wusste, wie man damit umgehen sollte. Das war ein Monat vor dem Frankreich-Start. Damals ahnte ich erstmals, dass er Erfolg haben könnte.
BF: Wie hoch war das Budget?
CB: Sieben Mio. Euro. Ich möchte auch in Zukunft preiswerte Filme drehen, da ist der Druck nicht so hoch.
Quelle: Blickpunkt:Film
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