Köln, 31.03.2006, 08:11  Blickpunkt:Film

Barefoot realisiert "One Way" international

In den Kölner MMC-Studios Coloneum wurde die internationale Kinoproduktion "One Way Clip" mit dem deutschen Superstar Til Schweiger abgedreht. Tom Zickler von Schweigers Firma Barefoot Films fungiert bei dem deutsch-kanadischen Projekt als ausführender Produzent.

Til Schweiger in "One Way" Großansicht
Til Schweiger in "One Way"  
Die erste Begegnung zwischen dem deutschen Kinostar Til Schweiger und dem Schweizer Regisseur Reto Salimbeni fand übers Internet statt. Salimbeni gehört zu den führenden Werbefilmern und dreht nun als Spielfilmregisseur und Drehbuchautor seinen ersten großen, internationalen Kinofilm. Beim Verfassen des Skripts habe er alles auf eine Karte gesetzt, erzählt Salimbeni schmunzelnd: "Das Buch war vom ersten Moment an für Til Schweiger geschrieben. Wenn er nicht zugesagt hätte, wäre der Film nicht zustande gekommen." Doch Schweiger war von dem, was er da als E-Mail geschickt bekam, begeistert: "Normalerweise lege ich die meisten Drehbücher, die ich zugeschickt bekomme, nach ein paar Seiten wieder weg, doch in diesem Fall konnte ich nicht mehr aufhören mit dem Lesen." Eine Woche später trafen sich die beiden in Hamburg, und das Projekt kam ins Rollen. Für Schweiger, der kurz zuvor noch bei "Barfuss Clip" auch Regie geführt hatte, war es angenehm, die Verantwortung auf dem Regiestuhl abgeben zu können: "Ich habe mit Reto den perfekten Partner gefunden. Schon jetzt kann ich sagen, dass dies nicht die letzte Zusammenarbeit zwischen uns beiden sein wird."

Der Schlüssel für die gute Arbeit lag für den Schweizer in der perfekten Vorbereitung für den Dreh: "Die Amerikaner sagen, dass der Film in der Kamera gemacht wird, die Deutschen sehen die entscheidende Phase eher im Schneideraum, doch ich glaube, dass die Vorbereitung bereits die halbe Miete ist." So perfekt die kreative Seite funktionierte, so schwierig gestaltete sich laut Josef Steinberger von Koproduzent Rheingold Films die Finanzierung des sieben Mio. Euro teuren Projekts: "Wir hatten die Finanzierung über den Filmfonds GFP von David Groenewold schon fertig, da kam durch die rechtlichte Änderung bei den Filmfonds das Aus. Erst eine Woche vor Drehbeginn in Toronto stand dann die neue Finanzierung. Nun ist der Film zu weiten Teilen privat finanziert." Als einzige deutsche Förderanstalt ist die Filmstiftung NRW mit 1,36 Mio. Euro beteiligt. Tom Zickler betont, dass trotz Aufteilung der Dreharbeiten auf Kanada bei den Außenszenen und Köln bei den Studioszenen die Kontinuität der Geschichte gewährleistet sei. Dass dabei der Plot im Kino in New York spiele, wo zusätzlich noch zwei Tage Außendrehs stattfanden, sei, so Zickler, kein Widerspruch. Aus Kostengründen werden ständig amerikanische Stadtszenen in Kanada gedreht. Damit die Szenen im Kino die perfekte New-York-Illusion erzeugen, achteten Spezialisten auf sämtliche Details bei den Außendreharbeiten in Toronto ebenso wie bei den Studiodrehs im MMC-Studio Coloneum.

Der Film erzählt nach den Regeln des "Provocative Suspense Drama" den Fall des erfolgreichen Werbefachmanns Eddie Schneider (Til Schweiger). Der Deutsche steht nicht nur wegen der baldigen Hochzeit mit der Tochter des Firmeninhabers vor der Partnerschaft in der Top-Agentur. Doch dann vergewaltigt sein künftiger Schwager Anthony eine Mitarbeiterin, und Eddie sieht sich gezwungen, aus Loyalität zur Familie vor Gericht einen Meineid zu schwören. Im großen Studio des Coloneums, in dem auch "7 Zwerge Clip" gedreht wurde, entstanden unter Leitung des britischen Production Designers Matthew Davies der Gerichtssaal und die Räume der Werbeagentur. "Ich habe bereits für große Werbespots überall auf der Welt gedreht, doch so perfekte Sets wie hier in Köln habe ich noch nie vorgefunden. Die Studioarbeiten und die Produktionsbedingungen sind vom Allerfeinsten", schwärmt Salimbeni. Damit auch in Köln-Ossendorf New Yorker Flair entsteht, wurden für die Aufnahmen zwei gewaltige Translighter mit dem Panorama New Yorks aus Hollywood herübergeflogen. Gleich zweimal tritt Til Schweiger in dem Gerichtssaal auf. Beim ersten Mal noch Zeuge, wird Eddie wenig später des Mordes an Anthony angeklagt. Die Szenen, in denen es zum blutigen Streit zwischen ihm und dem Vergewaltiger kommt, wurden in einer Düsseldorfer Nobeldisco bei vollem Haus gedreht. Ein weiterer Drehort war die JVA in Münster. Der 140 Jahre alte Bau diente über lange Zeit als Vorbild für amerikanische Gefängnisbauten und vermittelt so perfekt die Illusion einer US-Anstalt. Nicht nur Schweiger musste für die anspruchsvolle Rolle bis an die Grenzen gehen, auch die junge Filmpartnerin Lauren Lee Smith ("Get Carter") sah sich in der Rolle des Vergewaltigungsopfers laut Salimbeni besonderen Herausforderungen ausgesetzt: "Wir wollten hier bewusst kein passives Opfer, sondern eine Frau, die aktiv nach dem archaischen Auge-um-Auge-Muster auf die fürchterliche Gewalttat reagiert. Für Lauren war dies ein wahrer Höllenritt, den sie aber mit Bravour gemeistert hat. Ich glaube, sie wird bald den Durchbruch in Hollywood schaffen."

Universal hat sich als Koproduzent die Vermarktungsrechte für Kino, DVD und Fernsehen im deutschsprachigen Raum gesichert. UIP wird den Film Anfang 2007 in die Kinos bringen. Die internationale Premiere von "One Way" soll noch in diesem Jahr im September auf dem Filmfestival in Toronto stattfinden.


Quelle: Blickpunkt:Film

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