"Asterix & Obelix" im Mittelpunkt des MBA-Seminars
"Asterix & Obelix gegen Caesar" stand im Mittelpunkt des zweiten Tages beim MBA-Workshop "Spielfilm und Koproduktion"
Internationale Koproduktionen verlangen viel Know-how und Verhandlungsgeschick des jeweiligen Produktionspartners. Einen fundierten Einblick in die Entwicklung, Finanzierung und Auswertung der erfolgreichen deutsch-französischen Koproduktion "
Asterix & Obelix gegen Caesar" gewährte der gut besuchte
MBA-Workshop "Spielfilm und Koproduktion" an seinem zweiten und zugleich letzten Tag. Die Moderation hatte
FFF Bayern-Geschäftsführer
Klaus Schaefer inne. Das Zustandekommen von "Asterix & Obelix gegen Caesar" erläuterte Produzent
Reinhard Klooss (
Bavaria Pictures) ausführlich als Einstieg in die hoch interessante Gesprächsrunde. Mit 67 Mio. Mark war die Verfilmung aus dem Jahr 1997 die bis dahin teuerste europäische Produktion. Allein die Abgeltung aller Rechte schlug laut Klooss mit zehn Mio. Mark zu Buche. Die Beteiligung des deutschen als auch des französischen Produktionspartners (
Claude Berri) lag bei 40 Prozent. Die restlichen 20 Prozent kamen aus Italien. 70 Drehtage fanden in einem Studio bei Paris statt, 30 in den Studios der Bavaria. Etwa 20 Prozent des deutschen Finanzierungsanteils wurden über Förderbeiträge zusammengetragen (u.a. beteiligte sich der FFF Bayern mit 3,5 Mio. Mark). Größere Probleme bei der Produktionsdurchführung seien nicht aufgetreten, weil "wir von Anfang an alles festgehalten haben, wie was zu machen ist", erklärte Klooss. "Uns war nur wichtig, dass wir bei einem so teuren Projekt nicht für etwaige Überschreitungen von Seiten des Produktionspartners in die Verantwortung gezogen werden konnten. Das haben wir vertraglich geregelt."
Eine rege Diskussion entwickelte sich nach dem Vortrag von Rechtsanwalt
Kai May (
Unverzagt Von Have) über die Gestaltung von internationalen Koproduktionen und die Tatsache, dass "Asterix & Obelix gegen Caesar" ohne Completion Bond hergestellt worden war.
Bernhard Stampfer von der
Deutschen Bank bedauerte, dass es in Deutschland noch keine "Bond-Kultur" wie in anderen Ländern gäbe. "Ein Completion Bond schützt vor Insolvenzen und garantiert die Fertigstellung des Projekts. Die meisten deutschen Produzenten wehren sich dagegen, weil ihnen die Garantie zu teuer ist. Aber wenn es dann zu einer Überschreitung kommt, kostet jeder einzelne Drehtag über Zeitplan wesentlich mehr als der Bond."
Quelle: Blickpunkt:Film
KOMMENTARE
Noch kein Kommentar vorhanden.
Mit einem Abo können Sie diesen Artikel kommentieren.