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The Expendables
Alfonso Cuaróns "Y tu mamá también - Lust for Life!
" (Fox, 2. Mai) wurde in Venedig mit dem Preis für das beste Drehbuch und die besten Nachwuchsdarsteller (Marcello-Mastroianni-Preis) ausgezeichnet. Nach erfolgreicher Kinoauswertung in Mexiko läuft die heiter-melancholische Coming-of-Age-Story nun auch in den USA überraschend gut und spielte bereits 4,5 Mio. Dollar ein.
Alfonso Cuarón:
Mich ärgert diese Bezeichnung, denn Komödien à la "American PieBF:
Wegen freizügiger Szenen wurde "...Y tu mamá también" in Ihrem Heimatland erst ab 18 Jahre freigegeben. Eine Art Zensur?AC:
Es fehlt an einer allgemeinen Gesetzesregelung, diese bittere Erfahrung mussten wir machen. Irgendein Bürokrat bestimmt die Altersfreigabe am Schreibtisch nach undurchsichtigen Kriterien. Inzwischen plädiert die mexikanischen Filmbranche dafür, dass ein pluralistisch besetztes Gremium die Entscheidung fällt und nicht ein von Film unbeleckter Regierungsbeamter, der zudem noch wenig Ahnung von den Bedürfnissen Jugendlicher hat. Mein Film richtet sich primär an junge Leute, und die wollen ihn auch sehen. In Frankreich ist er ab zwölf Jahren freigegeben. Vielleicht hält man unsere Teenies für weniger reif als die französischen. Für die US-Fassung haben wir einige Szenen herausgeschnitten. Das machte zwar auch keine Freude, aber es gibt feste Regeln, und man weiß, woran man ist.BF:
Welche Funktion haben die Kommentare des unsichtbaren Erzählers?AC:
Die Protagonisten sollten reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen war, durch den Erzähler wird eine analytische Distanz geschaffen, so erlaube ich mir eine mehr objektive Annäherung. Dadurch erhält die Teenagergeschichte eine zusätzliche Ebene. Diese Erzähltechnik war die größte Herausforderung, ein Albtraum.BF:
Wie ist die Arbeit mit dem eigenen Bruder als Drehbuchautor?AC:
Wir haben schon bei meinem Spielfilmdebüt "Sólo con tu pareja" am Buch zusammengearbeitet und ergänzen uns. Wir werfen unsere Ideen in einen Topf und kochen daraus eine delikate Filmmahlzeit.BF:
Ganz nebenbei zeigen Sie auch die nicht immer einfache soziale Wirklichkeit des Mexiko von heute.AC:
Ich bin kein Politfilmer mit sozialkritischem Auftrag, sondern beziehe den ganz normalen Alltag mit ein. Manche Szenen sind dokumentarisch, wurden mit versteckter Kamera aufgenommen. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, sich seine eigenen Gedanken zu machen.BF:
Nach zehn Jahren drehten Sie erstmals wieder einen spanischsprachigen Film. Was bietet Mexiko einem erfolgreichen Regisseur?AC:
Seit Jahrzehnten gibt es endlich wieder eine Art von Kontinuität in Produktion, Verleih und Abspiel. "Amores perros" oder "...Y tu mamá también" waren Blockbuster in meiner Heimat, auch auf Festivals gewinnen wir Aufmerksamkeit. Private Investoren haben Vertrauen und investieren in die mexikanische Filmwirtschaft - ein großer Sprung nach vorn.BF:
Heißt es für Sie jetzt back to the roots?AC:
Dass ich auch als Independent in Amerika arbeite, heißt ja nicht, dass ich mich je von meinen mexikanischen Wurzeln getrennt habe. Man darf nicht in Schwarz-weißmalerei verfallen. Es kommt nicht darauf an, wo das Geld herkommt, sondern wo das Herz schlägt. Und das schlug auch bei US-Produktionen wie "A Little Princess", meinem bisher persönlichsten Film, und bei "Große Erwartungen". Regisseure wie Scorsese oder die Coen-Brüder machen in Hollywood Filme, ohne ihre Handschrift zu verlieren.BF:
Arbeiten Sie in Zukunft mehr in Mexiko oder in Hollywood?AC:
Sowohl als auch. Ich habe eine Produktionsfirma in Hollywood und eine mit Jorge Vergara in Mexiko. Die in Mexiko wird primär den spanischsprachigen Markt bedienen, die in Hollywood den internationalen. Ich sehe diesen Spagat ziemlich locker. "....Y tu mamá también" wurde nach Südamerika ebenso gut verkauft wie in die USA und nach Europa. Mein nächstes Projekt ist eine Studioproduktion, gleichzeitig versuche ich ein Projekt für unsere mexikanische Produktionsfirma zu entwickeln. Gern würde ich auch einmal in Europa drehen.Quelle: Blickpunkt:Film
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