Wunder

Drama um einen Jungen mit einem entstellten Gesicht, der erstmals auf eine normale Schule geht und sich beweisen will.

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(Bild: Studiocanal)
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2017
Regie Steve Chbosky
Darsteller Julia Roberts, Owen Wilson, Jacob Tremblay
Kinostart 25.01.2018
Einspielergebnis D € 8.735.770
Bes. (EDI) 1.126.646
Bes. (FFA) 1.079.457
Charthistory
Boxoffice USA $ 132.389.819
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Auggie Pullman ist mit einem entstellten Gesicht zur Welt gekommen. Der aufgeweckte Junge wird daheim von seiner Mutter unterrichtet, die alles für ihn aufgegeben hat. Aus sein lässiger Vater und seine Schwester sind eine Stütze für ihn. Doch irgendwann entschließt er sich zur Schule zu gehen und seinen Astronautenhelm nicht mehr auf zu setzen, den er trägt, weil er lieber ausgelacht werden will als wie ein Freak angestarrt zu werden.

Anrührendes Drama vom Macher von "Vielleicht lieber morgen" Stephen Chbosky um einen Jungen mit entstellten Gesicht nach dem Roman von R.J. Palacio, das in der Tradition von Peter Bogdanovichs "Die Maske" steht.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Anrührendes Drama über einen Zehnjährigen mit entstelltem Gesicht, das sich seine Emotion und Tränen ehrlich verdient.

Nur wo Walden Media draufsteht, ist dann auch emotionales Erbauungskino mit christlicher Botschaft drin. Das traf auf frühe Walden-Filme wie "Die Chroniken von Narnia" zu, das trifft auf" Wunder" zu, die dritte Regiearbeit des Schriftstellers Stephen Chbosky. Tatsächlich sind die ersten 15 Minuten dieses Films über einen Zehnjährigen mit von Geburt an entstelltem Gesicht, der sich aus dem behüteten Schoß seiner Familie in die Schule wagt und aller Widerstände zum Trotz durchsetzt, so angefüllt mit zuckersüßer Musik, tiefen Blicken und gnadenloser Warmherzigkeit, dass man vermutlich das Kino verlassen würde, wenn man nicht wüsste, dass es sich um den neuen Film des Machers von "Vielleicht lieber morgen" handelt, einen der besten Filme über das Erwachsenwerden und den Schmerz erster Liebe der letzten Jahre. Der Vertrauensvorschuss zahlt sich aus, denn "Wunder" ist ein solches, ein Film, der ans Herz geht und zu Tränen rührt - und sich diese Emotionen verdient hat. Die Verfilmung des Romans von R.J. Palacio steht deutlich in der Tradition von Peter Bogdanovichs "Die Maske" aus dem Jahr 1985. Er hat ein Gespür für seine Figuren und ein großes Herz auch für die Charaktere, die hier zunächst als Antagonisten angelegt scheinen. "Jeder hat seine Gründe", heißt es in Renoirs "Die Spielregel". Chbosky beherzt das auf eine Weise, die den Film einerseits entwaffnend sein lässt, aber auch eine Struktur verleiht, die komplexer ist, als es die ersten, leicht enervierenden Szenen vermuten lassen würden. "Wunder" bleibt eben nicht immer bei seiner Hauptfigur Auggie Pullman, ein ausgesprochen aufgeweckter Junge, gespielt von dem bemerkenswerten Jacob Tremblay aus "Raum", der daheim von seiner Mutter unterrichtet wird, die alles für ihn aufgegeben hat: Wenn Auggie sein Zuhause verlässt, dann trägt er einen Astronautenhelm - lieber sich auslachen lassen, als von den Menschen wie ein Freak angestarrt zu werden. Rückhalt findet er nicht nur bei der von Julia Roberts mit einem Maximum an besorgtem Rehaugenblick gespielten Mama, sondern auch bei seinem lässigen Dad, den Owen Wilson als lässigen Surferdude im Geschäftsanzug spielt, und seiner älteren Schwester Via. Als man sich gerade daran gewöhnt hat, dass man nun Auggie dabei zusieht, wie er sich mit der harschen Realität in seiner neuen Schule arrangiert, wo ihn andere Jungs wegen seines Aussehens als "Barf Hideous" verhöhnen, da schwenkt Chboskys ein Kapitel lang zu Via und was es für sie bedeutet, mit einem besonderen Bruder aufzuwachsen, der stets im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Und dann zu ihrer ehemals besten Freundin, die auf einmal nichts mehr von ihr wissen will, wie es scheint. Und dann zu einem Jungen, der sich mit Auggie angefreundet hat und ihn auf einmal vor den Klassenkameraden blamiert. Weil Chbosky sich auch für sie Zeit nimmt und zeigt, warum sie machen, was sie machen, entsteht ein schönes Kaleidoskop, ein Sinn für Gemeinde und Gemeinschaft: Als Freak und unverstanden kann man sich auch fühlen, wenn das Gesicht nicht entstellt ist. Wenn "Wunder" am Ende ein Happy-End hat, dann fühlt es sich nicht forciert ein, sondern erarbeitet im Einverständnis mit dem Publikum. Und dafür nimmt man auch den zuckersüßen Score in Kauf. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Studiocanal
O-Titel Wonder
Land / Jahr USA 2017
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 25.01.2018
Laufzeit 114
FSK o.A. (ohne Altersbeschränkung)
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 8.735.770
Bes. (EDI) 1.126.646
Bes. (FFA) 1.079.457
Charthistory
USA-Start 17.11.2017, bei Lionsgate
Boxoffice USA $ 132.389.819
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.studiocanal.de/kino/wunder
nach oben Cast & Crew
Produzenten David Hoberman, Todd Lieberman
Ausf. Produzenten Michael Beugg, Robert Kessel, R.J. Palacio, Jeff Skoll, Alexander F. Young
Ausf. Co-Producer. Jeffrey Harlacker, Bo Shen, Zhou Shixing
Regie Steve Chbosky
Drehbuch Stephen Chbosky, Steve Conrad, Jack Thorne
Buchvorlage R.J. Palacio
Darsteller Julia Roberts (Isabel), Owen Wilson (Nate), Jacob Tremblay (Auggie), Mandy Patinkin, Daveed Diggs
Kamera Don Burgess
Schnitt Mark Livolsi
Musik Marcelo Zarvos
Produktionsdesign Kalina Ivanov
Kostüme Monique Prudhomme
Casting Deborah Aquila, Jennifer L. Smith, Tricia Wood
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Wunder STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 110 Min. Kauf
Wunder STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 114 Min. Kauf
Wunder STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 110 Min. Leih
Wunder STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 114 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Auggie Pullman ist mit einem entstellten Gesicht zur Welt gekommen. Der aufgeweckte Junge wird daheim von seiner Mutter unterrichtet, die alles für ihn aufgegeben hat. Auch sein lässiger Vater und seine Schwester sind eine Stütze für ihn. Doch irgendwann entschließt Auggie sich, zur Schule zu gehen und seinen Astronautenhelm nicht länger aufzusetzen, den er trägt, weil er lieber ausgelacht werden will als wie ein Freak angestarrt zu werden. Damit beginnt eine wundersame Geschichte wundersamer Freundschaften.

Anrührendes Drama von Stephen Chbosky, dem Macher von "Vielleicht lieber morgen", nach dem Roman von R.J. Palacio. Ein bisschen in der Tradition von Peter Bogdanovichs "Die Maske", aber mit deutlich positiverer Botschaft, erzählt "Wunder" seine wundersame Geschichte beschwingt und immer wieder mit cleveren Kniffen und Perspektivwechseln. Jacob Tremblay ist nach "Raum" wieder super, und Julia Roberts und Owen Wilson ist die Freude an der Mitwirkung in diesem Überraschungshit anzusehen.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ein Junge, der mit einem entstelltem Gesicht geboren wurde, gehte erstmals auf eine normale Schule und will sich dort beweisen. Anrührendes Drama nach Bestsellervorlage, das sich seine Emotionen ehrlich verdient.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Zu Herzen gehendes, inspirierendes Erzählkino über einen besonderen Jungen, der lernen muss, in der Welt zu bestehen.

Von Geburt an ist das Gesicht des zehnjährigen Auggie Pullmann entstellt. Etliche Operationen haben dies zwar ein wenig verbessert - dennoch fühlt sich Auggie unter anderen Menschen nicht wohl. Bisher wurde er von seiner Mutter zuhause unterrichtet und versteckte sein Gesicht am liebsten unter einem Astronautenhelm. Doch nun soll der Besuch einer regulären Schule auch eine Chance für Auggie sein, ein ganz normaler Junge sein zu können. Als Verfilmung der gleichnamigen Vorlage gelingt Steve Chbosky mit WUNDER ein berührender Unterhaltungsfilm, der im Kern auch eine wichtige Botschaft enthält: Das Äußere eines Menschen kann nie so viel bedeuten wie das, was ein Mensch tut oder bewirkt. Der gut gewählte Score und Soundtrack erhält in den einzelnen Szenen und Sequenzen immer eine visuelle Entsprechung, nie überschreitet der Film die Grenze zum Kitsch, berührt aber dennoch tief, was auch an der großartigen Leistung des Darstellerensembles liegt. Julia Roberts und Owen Wilson als verständnisvolle Eltern, die voller Liebe für ihre Kinder nur das Beste wollen und die erst wieder lernen müssen, auch ihr eigenes Leben zu leben; Izabela Vidovic als Via, die als Auggies ältere Schwester immer hinter Auggie zurückstecken muss und ihre eigenen Konflikte durchlebt; und natürlich Jacob Tremblay, der Auggie mit einer wunderbaren Mischung aus kindlicher Zuversicht und der traumatischen Angst vor Zurückweisung spielt. Als Auggie verzaubert, berührt und inspiriert er den Zuschauer. Die vielen originellen und fantasievollen Bildeinfälle des Films, die immer wieder Traum und Wirklichkeit vermischen, sorgen für einen augenzwinkernden Unterton und nehmen dem Thema seine Schwere. Erzählerisch wechselt Chbosky immer wieder die Perspektive, sodass nicht nur Auggie, sondern auch seine Schwester und Mitschüler im Fokus der Geschichte stehen. Ein weiterer inszenatorischer Kniff, der diesem wunderschönen Film Tiefe, Kraft und Originalität verleiht.

Gutachten:

Weil der 10-jährige Auggie Pullman mit schweren Gesichtsdeformationen zur Welt gekommen ist, hat ihn bislang seine Mutter zu Hause unterrichtet. In der 5. Klasse soll das anders werden. Seine Eltern haben ihm eine nette Schule in der Nachbarschaft ausgesucht und hoffen, dass sich Auggie dort wohl fühlen wird. Aber auch nach vielen Operationen fällt er immer noch auf.

WUNDER erzählt die Geschichte des blitzgescheiten August Pullman, der sich das erste Mal in seinem Leben ganz alleine behaupten muss. Für seinen Spielfilm spielt Regisseur Stephen Chbosky auf der vollen Klaviatur des Herzensdramas und es funktioniert. In der Diskussion zeigte sich die Jury positiv überrascht ob der Akkuratesse und Perfektion, mit der Chbosky WUNDER inszeniert hat. Die Kamera ist exakt, der Film auf den Punkt geschnitten und der Score - obgleich manchmal mit einem Hauch Kitsch versehen - sensibel eingesetzt.

Natürlich hat es Auggie Pullamn an der neuen Schule nicht leicht, dazu ist sein Aussehen zu außergewöhnlich. So sehr der Film um Auggies kleinen Kosmos kreist, Chbosky hat nicht vergessen, sich auch um die Gefühle von Familie und Freunden zu kümmern. In mehreren Stories werden sie und ihre Gefühle eingeführt, allerdings, und das hat der Jury sehr gut gefallen, ruht der Fokus niemals ausschließlich auf nur einer Person. Die Szenen sind durchlässig, zusammenhängend, und ganz und gar nicht episodenhaft. WUNDER bremst den Erzählfluss niemals aus und macht dadurch leicht verständlich, wie sich der Familien- und Freundeskreis mit Auggies Leben arrangiert. Anders als thematisch ähnlich gelagerte Filme hat die Jury WUNDER weder als rührselig noch als manipulativ empfunden. Der Film ist genauso würdevoll wie witzig, gefühlvoll und lebensbejahend und nicht weniger wichtig: er versteht sich auf Andeutungen. Auggie wird mit zehn Jahren in ein neues Leben gestoßen und muss versuchen, damit klar zu kommen. Und natürlich stößt er auch auf einige Rüpel an seiner Schule.
Chbosky will all die unterschiedlichen Gefühle abbilden, die Auggie und seine Umwelt durchleben. Und das schafft er auch. Die Jury hat Chboskys Fähigkeit bewundert, glaubwürdig und tiefgründig besonders auf die kindliche Psyche einzugehen. Dass er dabei manchmal auch einen liebevollen Gag mitliefert, wertet die Jury als zusätzlichen Bonuspunkt.
Auch die Besetzung hat der Jury gefallen. In der Tat kann Chbosky auf einen ausgezeichneten Cast zurückgreifen. Neben dem "natural wonder", dem 10-jährigen Jacob Tremblay als Auggie, sind es Julia Roberts und Owen Wilson, die sich als dessen Eltern prächtig ergänzen. Während Roberts, als Auggies Mutter, nach 10 Jahren Aufopferung großartig zeigt, dass im Zweifelsfall sie die Hosen in der Familie an hat, versucht Wilson als Vater, unangenehme Situationen immer mal durch einen kleinen Scherz zu retten. Den vielleicht schwierigsten Part aber hat die 16-jährige Izabela Vidovic übernommen. Als Auggies ältere Schwester demonstriert sie, was es heißt, sich zurücknehmen zu müssen, weil jemand in der Familie mehr Zuwendung braucht. Viel Gefühl, gut gezeichnete Charaktere, wunderbar anzusehen und glaubwürdig gespielt.
Nur am Schluss fällt die Inszenierung ein wenig ab. Im Gegensatz zu den vorangegangenen knapp 100 Minuten verzichtet Chbosky dort auf Leerstellen, formuliert stattdessen - ganz ohne Brüche, ganz ohne Ironie und Distanz - überdeutlich aus, was zuvor nur angedacht war. Dennoch ist WUNDER ein echtes Feel-Good-Movie, dem die Jury nach ausführlicher Diskussion gerne das Prädikat "besonders wertvoll" verleiht.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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