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Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Porträt der titelgebenden Seherin, Heilkundigen und Komponistin als moderne kämpferische Frau, perfekt verkörpert von Barbara Sukowa.

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2009
Regie Margarethe von Trotta
Darsteller Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung
Kinostart 24.09.2009
Einspielergebnis D € 3.281.357
Bes. (EDI) 519.651
Bes. (FFA) 541.205
Charthistory
Boxoffice USA $ 299.408
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 06.04.2012 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

Als Achtjährige kommt die aus einer adeligen Familie stammende Hildegard ins Benediktinerkloster Disibodenberg. Dort wächst sie unter der Obhut Jutta von Sponheims auf, die sie u.a. Heilkunde lehrt und auch ihre musikalische Begabung fördert. Als Hildegard als Erwachsene gesteht, Visionen von Gott zu haben, sind die Kirchenoberen entsetzt, betrachten sie als Ketzerin. Doch Hildegard lässt sich nicht beirren. Sie setzt u.a den Bau des Frauenkloster Rupertsberg durch.

Margarethe von Trotta bleibt ihrer Vorliebe für klare Frauenporträts treu und zeichnet die titelgebende Seherin, Heilkundige und Komponistin als moderne kämpferische Frau. Barbara Sukowa, Lieblingsschauspielerin und "Geistesverwandte" von Trottas, geht in der Titelrolle auf, versteht es trotz Nonnentracht zu strahlen, das Charisma von Bingens sichtbar zu machen. Während sich die Filmemacherin mit ihrer Regie zurücknimmt, alles Laute meidet, unauffällig und ruhig inszeniert. Axel Block liefert atmosphärische Bilder der spartanischen Innenräume dazu.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Margarethe von Trotta bleibt ihrer Vorliebe für klare Frauenporträts treu und zeichnet die titelgebende Seherin, Heilkundige und Komponistin als moderne kämpferische Frau.

Mit dem ersten Millenniumswechsel eröffnet Margarethe von Trotta ihren 14. Kinofilm. Gläubige haben sich in einer einfachen Kapelle versammelt und erwarten betend und weinend den Untergang der Welt. Kerzen tauchen den Raum in flackerndes Licht. Die Leinwand wird schwarz - und dann geht die Sonne doch wieder auf. Die Menschen schöpfen Hoffnung, danken dem Allmächtigen. Eine klug erläuternde Szene, die die Stimmung jener Zeit, zwischen Glauben und Aberglauben, wohl recht präzise wiedergibt.

Rund ein Jahrhundert später wird die aus einer Adelsfamilie stammende Hildegard geboren. Als Achtjährige kommt sie ins Benediktinerkloster Disibodenberg. Abt Kuno (Alexander Held) führt an diesem Ort des Schweigens und Gehorsams ein strenges Regime, übergibt das Kind der Obhut Jutta von Sponheims (Mareile Blendl). Der Magistra wächst das aufgeweckte Mädchen schnell ans Herz, sie fördert dessen musikalische Begabung und gibt ihm all ihr Wissen weiter.

Ganz geradlinig entwickelt Autorin von Trotta ihre Leinwandbiografie. Starke Frauen sind bevorzugt ihr Thema, "Rosa Luxemburg" etwa oder die wenig verklausulierte Gudrun Ensslin ihres Venedig-Siegers "Die bleierne Zeit" (1981). Ihre Heldinnen stehen im Widerspruch zu ihrer Zeit, Politisches und Privates sind untrennbar miteinander verbunden. Sie sind energisch und durchsetzungsfähig, selbstbestimmt und mutig. Wie Hildegard, die frühe Feministin, die nach dem Tod der Mentorin ihrem Vertrauten, dem Mönch Volmar (Heino Ferch), gesteht, dass sie seit früher Kindheit Visionen hat und Nachrichten von Gott empfängt.

Womit das Drama in "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" Einzug hält. Eine Frau, die vorgibt, Gott näher zu sein als die Männer - das war selbst 200 Jahre vor Einsetzen der Inquisition lebensgefährlich. Doch kaum hat Hildegard sich "geoutet", bezieht sie auch Stellung, stellt sich ihrer Berufung, unbeirrbar.

Barbara Sukowa, Lieblingsschauspielerin und "Geistesverwandte" von Trottas, reckt das Kinn vor und kämpft. Sie geht in ihrer Rolle auf, versteht es trotz Nonnentracht zu strahlen, das Charisma von Bingens sichtbar zu machen. Während sich die Filmemacherin mit ihrer Regie zurücknimmt, alles Laute meidet, unauffällig und ruhig inszeniert. Die Dinge passieren im Off, werden im Dialog erläutert. Innen ist der bevorzugte Handlungsort, karge Klöster - gedreht wurde unter anderem in Maulbronn und Eberbach - mit schlicht eingerichteten funktionalen Räumen.

Axel Block verwendet kaum künstliches Licht, seine atmosphärischen Bilder sind blau und schwarz, dunkel wie die Zeit mit ihren winzigen Fenstern und wuchtigen Mauern. Nur ganz selten geht der Film nach draußen und gibt den Blick frei. Beispielsweise wenn die Äbtissin und Naturheilkundlerin allen Widerständen zum Trotz 1150 das Frauenkloster Rupertsberg durchsetzt und mit ihren Schwestern auf die Baustelle mitten im Wald zieht. Dort feiert man nach Einzug auch mit einem Singspiel aus Hildegard von Bingens Feder. Sie war eine Frau für die Moderne - was auch die derzeitig stattfindende Renaissance ihrer Musik belegt. geh.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Alternativ-/Arbeitstitel Vision - Hildegard von Bingen
Land / Jahr Deutschland 2009
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Historienfilm
Produktionsfirmen Clasart Film, Concorde Filmed Entertainment, Celluloid Dreams
Förderung DFFF - Deutscher Filmförderfonds (EUR 817.631)
Projektförderung Film- und Medienstiftung NRW (EUR 500.000)
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 300.000)
Verleihförderung Film- und Medienstiftung NRW (EUR 100.000),
FilmFernsehFonds Bayern (EUR 100.000)
Drehort Kloster Maulbronn (Baden-Württemberg), Köln, Kloster Eberbach (Hessen) sowie München und Umgebung.
Drehzeit 07.10.2008
Kinostart 24.09.2009
Laufzeit 111
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 3.281.357
Bes. (EDI) 519.651
Bes. (FFA) 541.205
Charthistory
USA-Start 13.10.2010, bei Zeitgeist Films
Boxoffice USA $ 299.408
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.vision-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Markus Zimmer
Koproduzenten Christian Baute
Ausf. Produzent Hengameh Panahi
Regie Margarethe von Trotta
Drehbuch Margarethe von Trotta
Darsteller Barbara Sukowa (Hildegard von Bingen), Heino Ferch (Mönch Volmar), Hannah Herzsprung (Novizin Richardis), Alexander Held (Abt Kuno), Lena Stolze (Jutta), Sunnyi Melles (Richardis Mutter), Paula Kalenberg (Klara), Mareile Blendl (Jutta von Sponheim), Stella Holzapfel (Hildegard als Kind), Annemarie Düringer (Äbtissin Tengwich), Devid Striesow (Friedrich Barbarossa), Nicole Unger (Schwester Ursula)
Kamera Axel Block
Schnitt Corina Dietz
Musik Christian Heyne
Produktionsdesign Heike Bauersfeld
Ton Michael Busch (Aufnahme), Hubertus Rath (Mischung)
Kostüme Ursula Welter
Maske Jeanette Latzelsberger, Kerstin Sattmann
Herstellungsleitung Manfred Thurau
Produktionsleitung Richard Bolz
Casting Sabine Schroth
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
31. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2009, München, 15.01.2010 Beste Hauptdarstellerin Barbara Sukowa
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 111 Min. Kauf
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen EuroVideo Medien DVD, ab 12, 107 Min. Kauf
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen EuroVideo Medien DVD, ab 12, 107 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Vision - Aus dem Leben der Hildgard von Bingen
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Als Achtjährige kommt die aus einer adeligen Familie stammende Hildegard ins Benediktinerkloster Disibodenberg. Dort wächst sie unter der Obhut Jutta von Sponheims auf, die sie unter anderem Heilkunde lehrt, und auch ihre musikalische Begabung fördert. Als Hildegard als Erwachsene gesteht, Visionen von Gott zu haben, sind die Kirchenoberen entsetzt, betrachten sie als Ketzerin. Doch Hildegard lässt sich nicht beirren. So setzt sie den Bau des Frauenkloster Rupertsberg durch.

Margarethe von Trotta bleibt ihrer Vorliebe für klare Frauenporträts treu und zeichnet die titelgebende Seherin, Heilkundige und Komponistin als moderne kämpferische Frau. Barbara Sukowa, Lieblingsschauspielerin von Trottas, geht in der Titelrolle auf, versteht es trotz Nonnentracht zu strahlen, das Charisma von Bingens sichtbar zu machen, während sich die Filmemacherin mit ihrer Regie zurücknimmt, alles Laute meidet, unauffällig und ruhig inszeniert. Zusammen mit Axel Blocks atmosphärischen Bildern lockte das über 500.000 Zuschauer ins Kino.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollKurztext:

Mit ihrem Blick auf das Leben der Hildegard von Bingen hat Regisseurin Margarethe von Trotta sich nicht nur einer einflussreichen und prägenden Frauenfigur des Mittelalters angenommen, sondern mit einer hochkarätigen Besetzung, authentischer Ausstattung und adäquater Musik eine anregende historische Rekonstruktion der damaligen Zeit geschaffen. In eindrucksvollen Bildern, gezeichnet durch eine kunstvolle Kamera und besondere Lichtführung, schildert sie die Schicksale der Ordensschwestern im Kampf um Liebe, Neid und Unabhängigkeit in einer männlich dominierten Welt. Nicht zuletzt ist es der großen Leistung von Barbara Sukowa zu verdanken, dass diese faszinierende Persönlichkeit mit all ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Facetten spürbar wird und auch heute noch zu wirken vermag.

Gutachten:

Margarethe von Trotta gebührt Verdienst und Auszeichnung, das Leben einer großen Frauenfigur des Mittelalters filmisch zu würdigen. Einer Äbtissin, der es auf überzeugende Weise gelang, die strengen Konventionen von Kirche und Gesellschaft der damaligen Zeit zu durchbrechen und ihren vorbestimmten Weg konsequent zu gehen. Mut, Intelligenz und ein Wissensdurst, der auch dem Leben außerhalb der Klostermauern zugewandt war, zeichneten sie aus.
Sie war eine von Gott begnadete Seherin, deren Visionen vom Papst anerkannt wurden. Selbst Kaiser Barbarossa schätzte ihren Rat. Ihre Bücher über Heilkunde und ihre Kompositionen überdauerten ein Jahrtausend und erleben heute eine vielbeachtete Renaissance.

Biographie und überlieferte Werke der Hildegard von Bingen waren der reiche Fundus für Margarethe von Trotta zu einem faszinierenden Porträt einer außergewöhnlichen Frau, die zum einen eine herausragende Kirchendienerin mit fast heiligengleicher Verehrung war, zum anderen die strengen Kirchenregeln auch gegen viele Widerstände zu durchbrechen wagte und auch ihren Emotionen freien Lauf lassen konnte. Ihre Liebe zu ihrer Lieblingsnovizin Richardis ist ein Beleg für ihre gefühlvolles Wesen, wie auch ihre Leidenschaft zu Gesang und Spiel und andererseits auch die Härte bei der Durchsetzung ihrer Pläne. So offenbarte Hildegard in ihrem verinnerlichten und demütigen Klosterleben durchaus menschlich-weltliche Züge.

Die ausgezeichnete Kamera von Axel Block bietet tiefe Einblicke in das klaustrophobisch eingeengte Klosterleben, das neben Kontemplation und Gottergebenheit auch manch Zwiespältiges und Problembeladenes aufzuweisen vermag. Erlaubt sei aber auch der Hinweis, dass der Einsatz der Handkamera einen gewissen Bruch bei dem so trefflich dem mittelalterlichen Ambiente angepassten Kameralauf verursachen.

Anerkennenswert ist das Bemühen, auf Basis von Überlieferungen den Sprachduktus einer Zeit vor tausend Jahren einzubringen. Set-Design und Ausstattung konnten mit großem Aufwand und Detailgenauigkeit dem Spiel einen höchstmöglich genauen historischen Rahmen zaubern. Kleine Einwände kann man bei der Gestaltung des Auszuges der Nonnen aus dem Kloster und bei den Arbeiten am neuen Kloster anbringen.
Barbara Sukowa brilliert in der Verkörperung der Hildegard von Bingen. Auf überzeugende Weise gefolgt von Hannah Herzsprung als Richardis und Alexander Held als Abt Kuno. Aber auch die weiteren Hauptrollen sind durch Lena Stolze, Sunnyi Melles, Heino Ferch und Devid Striesow glaubhaft besetzt.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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