Vera Drake

Emotionales Drama um eine Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät.

Vera Drake Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, Frankreich 2004
Regie Mike Leigh
Darsteller Imelda Staunton, Philip Davis, Daniel Mays
Kinostart 03.02.2005
Einspielergebnis D € 94.618
Bes. (EDI) 16.890
Bes. (FFA) 18.469
Charthistory
Boxoffice USA $ 3.627.889
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Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 16.04.2007 (Tele 5)

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Vera Drake, eine unscheinbare Hausfrau um die 45, kümmert sich liebevoll um Mann, Kinder und die kranke Mutter, arbeitet in der Fabrik und putzt noch nebenbei, führt eine erfüllte Ehe und strahlt trotz des grauen Alltags gute Laune aus. Was niemand weiß: Sie nimmt illegale Abtreibungen vor, ohne einen Penny zu verlangen. Als ein Mädchen nach einer dieser "Operationen" fast stirbt, dauert es nicht mehr lange bis zur Verhaftung.

Emotionales Drama vom Repräsentanten des britischen Sozialrealismus Mike Leigh. Er besticht durch Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit und schweißt die Darsteller zu einem ausgezeichneten Ensemble zusammen. Kameramann Dick Pope unterstreicht mit atmosphärischer Lichtsetzung das Kammerspielartige des konventionellen, aber überzeugenden Werkes.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Die Jury unter Regisseur John Boorman und Kritik waren sich einig: Der Goldene Löwe konnte nur an einen gehen, an den Engländer Mike Leigh für sein emotionales Drama "Vera Drake". Der Konstruktivist erzählt von einer einfachen Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät. Pikant: Die Prämierung gilt auch als Ohrfeige für die Konkurrenz in Cannes, die den Film als Wettbewerbsbeitrag abgelehnt hatte.

"All or nothing" hieß Mike Leighs letzter Film. Und wie immer geht es auch in seinem neuen Werk um alles oder Nichts. Vera Drake, eine unscheinbare Hausfrau um die 45, kümmert sich liebevoll um Mann, Kinder und die kranke Mutter, arbeitet in der Fabrik und putzt noch nebenbei, führt eine erfüllte Ehe und strahlt trotz des grauen Alltags gute Laune aus. Was niemand weiß: Sie nimmt illegale Abtreibungen vor. Im Gegensatz zu Chabrols geldgieriger Isabelle Huppert in "Eine Frauensache" ist Vera Drake (Coppa Volpi für Imelda Staunton) eine naive Altruistin, die Mädchen in Not hilft, ohne einen Penny zu verlangen (sie weiß nicht, dass ihre Freundin, die ihr Schwangere schickt, bei denen abkassiert). Als ein Mädchen nach einer dieser "Operationen" fast stirbt, dauert es nicht mehr lange bis zur Verhaftung.

Die Figuren sind - wie immer beim Repräsentanten des britischen Sozialrealismus - lebensechte Menschen voller Widersprüche. Sechs Monate probte und improvisierte Leigh mit seinen wunderbaren Schauspielern, schweißte sie zu einem starken Ensemble zusammen. Der Brite besticht durch Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit. Da stimmt alles, von der Kleidung über Farbgebung, Einrichtung und Tapeten bis hin zur atmosphärischen Lichtsetzung, mit der Kameramann Dick Pope das Kammerspielartige unterstreicht.

"Vera Drake" ist weniger innovativ als konventionell in der Machart, aber dafür überzeugend im Gefühl. Leigh wertet nicht moralisch oder trieft vor Mitleid, sondern prangert die Zweiteilung einer scheinheiligen Gesellschaft an. Diejenigen mit Geld dürfen nach einer pro-forma-Prüfung durch den Psychiater in einer Klinik legal und unter hygienischen Verhältnissen abtreiben, die ohne auf dem Handtuch Seifenlauge in sich reinpumpen lassen. Leigh erspart uns das Prozedere nicht. Und auch nicht die schmerzend langen Einstellungen auf die Frau, die sich nicht verteidigen kann und an der ein Exempel statuiert wird - Klassen- und Männerjustiz. Gegenpol zu diesen Härten bilden immer wieder Szenen des Familienlebens, die intakte Ehe-Beziehung, kleine Alltagsfreuden. "Vera Drake" kommt ohne Betroffenheitsgetue aus, ist in seiner stillen Radikalität einfach nur zutiefst menschlich. Eine rare und kostbare Qualität, die ein Arthouse-Publikum schätzen sollte. mk.

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Verleih Concorde
O-Titel Vera Drake
Land / Jahr Großbritannien/Frankreich 2004
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Thin Man Films/Les Films Alain Sarde prods.
Produzenten Simon Channing Williams, Alain Sarde
Koproduzenten Georgina Lowe
Ausf. Produzenten Gail Egan, Robert Jones, Duncan Reid
Regie Mike Leigh
Drehbuch Mike Leigh
Darsteller Imelda Staunton (Vera Drake), Philip Davis (Stan Drake), Daniel Mays (Sid Drake), Alex Kelly (Ethel Drake), Peter Wight (Inspektor Webster), Adrian Scarborough (Frank Drake), Heather Craney (Joyce Drake), Sally Hawkins (Susan), Eddie Marsan (Reg), Ruth Sheen (Lily), Helen Coker (Polizistin), Martin Savage (Sergeant Vickers), Sinead Matthews (junge Frau), Fenella Woolgar (Susans Vertraute), Jim Broadbent (Richter), Lesley Sharp (alte Bekannte)
Kamera Dick Pope
Schnitt Jim Clark
Musik Andrew Dickson
Produktionsdesign Eve Stewart, Ed Walsh
Ton Tim Fraser
Casting Nina Gold
Drehort London
Drehzeit 30.09.2003
Kinostart 03.02.2005
Laufzeit 125
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm/1:1,85
Tonformat Dolby-SRD/DTS
Einspielergebnis D € 94.618
Bes. (EDI) 16.890
Bes. (FFA) 18.469
Charthistory
USA-Start 15.10.2004, bei Fine Line
Boxoffice USA $ 3.627.889
Filmtrailer Video
Web-Link www.concorde-film.de
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Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
61. Internationale Filmfestspiele in Venedig
Internationale Filmfestspiele in Venedig Großansicht
2004, Venedig, 01.09.2004 - 11.09.2004 Coppa Volpi, beste Darstellerin Imelda Staunton
61. Internationale Filmfestspiele in Venedig
Internationale Filmfestspiele in Venedig Großansicht
2004, Venedig, 01.09.2004 - 11.09.2004 Goldener Löwe  
58. British Academy Awards   2005, London, 12.02.2005 Beste Hauptdarstellerin Imelda Staunton
58. British Academy Awards   2005, London, 12.02.2005 Beste Kostüme Jacqueline Durran
58. British Academy Awards   2005, London, 12.02.2005 Beste Regie (David Lean Award) Mike Leigh
17. Europäischer Filmpreis
Europäischer Filmpreis Großansicht
2004, Barcelona, 11.12.2004 Europäische Schauspielerin 2004 Imelda Staunton
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Titel Vertrieb System Handelsform
Vera Drake EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 120 Min. Kauf
Vera Drake EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 120 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

London 1950. Vera Drake lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Reihenhaus. Überall beliebt arbeitet sie als Putzfrau, kümmert sich um den kranken Nachbarn, die alte Mutter und findet nebenbei sogar noch für ihre schüchterne Tochter einen Mann. Und dann geht Vera noch einer Nebenbeschäftigung nach, von der die Familie nichts weiß: Sie hilft verzweifelten Frauen bei ungewollten Schwangerschaften. Als eine Abtreibung misslingt, kommt Ms. Drakes Tätigkeit ans Licht - und die Polizei klopft an die Türe.

Neben Ken Loach ist Mike Leigh das Gewissen des britischen Films. In seinen Arbeiten prangert er (meist) soziale Ungerechtigkeiten an, versteht es dabei aber auch immer, intelligent zu unterhalten. So auch bei diesem Drama um ein moralisches Dilemma, um die Auswüchse der Armut und die Unerbittlichkeit des Gesetzes. Klug und hintersinnig geht Leigh vor. Er wertet nicht, urteilt nicht - er zeigt nur, führt mit glänzendem Ensemble, aus dem Imelda Staunton als Titelheldin herausragt, vor. Kino mit Anspruch - vom Feinsten!

Quelle: mediabiz.de

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Sender Datum Zeit
Tele 5 02.12.2009 20:15:00

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