Superbanner
 

Velvet Goldmine

Schillernde Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.

Velvet Goldmine Großansicht
(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, USA 1998
Regie Todd Haynes
Darsteller Ewan McGregor, Jonathan Rhys Meyers, Toni Collette
Kinostart 26.11.1998
Einspielergebnis D € 210.673
Bes. (EDI) 39.361
Bes. (FFA) 44.899
Charthistory
Boxoffice USA $ 1.011.795
Charthistory
Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Arthur Stuart wird von seiner Zeitung zehn Jahre nach der inszenierten Ermordung des Glamrock-Stars Brian Slade auf dessen Spur angesetzt. Arthur, der selbst einmal Fan war, taucht wieder ein in die Untiefen einer Musikszene, die auch für ihr Leben die absolute Freiheit proklamierte. Er spricht mit seiner Ex-Frau Mandy und Musikkollegen und Liebhaber Curt Wild.

Schillernde Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik (interpretiert u.a. von Pulp). Todd Haynes findet glänzende visuelle Entsprechungen für den Glanz- und Glitter-Kult der lose an David Bowies Biografie und "Ziggy Stardust" orientierten Story. Für die künstlerische Leistung in Cannes geehrt, glänzt das Musikmärchen auch durch seine Darstellerleistungen.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

In Cannes stach der dritte Spielfilm des New Yorker Filmemachers Todd Haynes ins Auge als einziger Wettbewerbsbeitrag, der sich originell um das Beschreiten neuer filmischer Wege bemühte. Die visuelle Grandezza und provokative Auseinandersetzung mit Begriffen wie Sexualität und Identität machen dieses Paradiesvogel-Rockmusical über die Tage des Glam Rock zu einem atemberaubenden Trip durch die frühen Siebziger, ohne angestaubt zu wirken oder gar in Melancholie zu verfallen. Die Opernhaftigkeit und Exaltiertheit dieses in alle Richtungen explodierenden Spacemärchens mag an die besten Konzeptalben dieser Ära, vornehmlich von David Bowie und Roxy Music, anknüpfen, aber die aufregende Aufbereitung bekannter Elemente hätte nicht moderner und dringlicher ausfallen können.

Von R.E.M.-Sänger Michael Stipe mitproduziert, mit Ewan McGregor als amerikanischer Kamikaze-Rocker Curt Wilde und der Entdeckung Jonathan Rhys-Myers als schillernd-androgyne Superstardiva Brian Slade blendend und publikumswirksam besetzt und einem prickelnden Soundtrack mit Größen wie Pulp oder Shudder to Think ausgestattet, steht "Velvet Goldmine" mit beiden Beinen fest in der Gegenwart. Nach einer Exposition im 19. Jahrhundert, in der ein Raumschiff (womöglich Bowies Spiders from Mars?) Oscar Wilde als Findelkind aussetzt und der Starman als direkter Vorfahre und Gottvater der Glambewegung ausgewiesen wird, setzt die eigentliche Handlung im Jahr 1984 ein - wie es sich Glitter-Musiker in den siebziger Jahren als ultimativen Orwell-Alptraum erdacht hatten: Es ist eine graue Zeit, in der der Große Bruder alle Aspekte des Lebens kontrolliert und jeglicher Spaß in der Musik gleichgeschaltetem Bombast-Muzak weichen mußte.

Es ist der zehnte Jahrestag des spurlosen Verschwindens des einstigen Jugendidols Brian Slade, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei einem Konzert seine eigene Ermordung gefeiert hatte und danach untergetaucht war. Der Journalist Stuart (Christian Bale) wird beauftragt, nach dem einstigen Superstar zu fahnden. Wie in einem "Citizen Kane" in Federboas und Glitzer-Makeup macht sich Stuart daran, mit der Befragung von Brians Wegbegleitern Licht ins Dunkel zu bringen. In immer wieder neuen Episoden taucht die samtene Goldmine ein in eine Vergangenheit, in der Rockmusik noch Gefahr symbolisierte und Geschlechterrollen kaltlächelnd auf den Kopf gestellt wurden.

Lose inspiriert von der Biografie David Bowies und dem Inhalt seines "Ziggy Stardust"-Konzeptalbums, erzählt Todd Haynes von Brian Slades Aufstieg, der Liebe von Brian zu seiner Frau Mandy (Toni Collette), seiner fatalen Obsession von dem Rockjunkie Curt und dem "Rock 'n' Roll Suicide" auf dem Höhepunkt des Erfolges. Obwohl der Filmemacher süffig-überschäumende visuelle Entsprechungen für die bewußte Artifizialität und Dekadenz der Glam-Ära findet, verfällt er selbst nie ihren Exzessen: Kühl und distanziert folgt er seinen Figuren, zu denen der Regisseur keinerlei emotionalen Zugang erlaubt. So entgeht er der Gefahr, einfach nur eine weitere Successtory zu erzählen, zum anderen gelingt ihm mit seinem remixartigen Neuarrangement bekannter Versatzstücke eine intellektuelle Annäherung an den Moment, in dem Rockmusik der Idee absoluter Freiheit zum Greifen nahe kam, bevor sie von der Industrie institutionalisiert wurde. "Velvet Goldmine" ist ein Werk der Liebe - und gerade wegen seiner Komplexität und des schwindelerregenden Ideenreichtums ein berechtigter Anwärter für den Titel "Kultfilm des Jahres". ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Mediathek
Großansicht
Bild 1 von 7

...(7 Bilder)

Text.
Bild: ...Filmdetails

Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Tobis
O-Titel Velvet Goldmine
Land / Jahr Großbritannien/USA 1998
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Musikfilm
Produktionsfirmen Zenith Prod./Killer Films/Single Cell Pict.
Kinostart 26.11.1998
Laufzeit 120
FSK ab 12 Jahre
Einspielergebnis D € 210.673
Bes. (EDI) 39.361
Bes. (FFA) 44.899
Charthistory
USA-Start 06.11.1998, bei Miramax
Boxoffice USA $ 1.011.795
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Christine Vachon
Koproduzenten Olivia Stewart
Ausf. Produzenten Scott Meek, Michael Stipe, Sandy Stern
Ausf. Co-Producer. Chris J. Ball, William Tyrer
Regie Todd Haynes
Drehbuch Todd Haynes, James Lyons
Buchvorlage Todd Haynes, James Lyons
Darsteller Ewan McGregor (Curt Wild), Jonathan Rhys Meyers (Brian Slade), Toni Collette (Mandy Slate), Christian Bale (Arthur Stuart), Eddie Izzard (Jerry Devine), Emily Woof (Shannon), Michael Feast (Cecil)
Kamera Maryse Alberti
Schnitt James Lyons
Musik Carter Burwell
Produktionsdesign Christopher Hobbs, Andrew Munro
Ton Peter Lindsay
Kostüme Sandy Powell
Maske Peter King
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
51. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
1998, Cannes, 13.05.1998 - 24.05.1998 Spezialpreis der Jury für künstlerische Leistung  
52. British Academy Awards   1999, London, 11.04.1999 Beste Kostüme Sandy Powell
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Velvet Goldmine Universum Film DVD, ab 12, 115 Min. Kauf
Velvet Goldmine
Nicht lieferbar
AL!VE AG DVD, ab 12, 115 Min. Kauf
Velvet Goldmine Universum Film DVD, ab 12, 118 Min. Kauf
Velvet Goldmine
Nicht lieferbar
Universum Film VHS, ab 12, 118 Min. Kauf
Enthalten in:
Rock & Roll Cinema, Sammelbox 1 (12 Discs)
Nicht lieferbar
Alive AG
DVD, ab 12
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Brian Slade ist ein gefeierter Glamrock-Star. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs verschwindet er jedoch auf mysteriöse Weise. Zehn Jahre später versucht der britische Journalist Arthur Stuart Licht ins Dunkel des scheinbaren Mordfalls zu bringen. In einem heruntergekommenen Cabaret stöbert er Slades Ex-Frau und Muse Mandy auf. Es gelingt ihm, ihr nach und nach die Wahrheit vom Aufstieg und Fall ihres Geliebten zu entlocken - Slades Karriere entpuppt sich als symptomatisch für die Musikszene der wilden 70er Jahre...

Todd Haynes' fesselnde Spielerei um Biografien, Mythen und filmische Stilmittel erinnert strukturell an den Klassiker "Citizen Kane". Inspiriert von David Bowies Biographie, vermischt der Independent-Regisseur Love Story-, Thriller- und period piece- Elemente zu einem wilden Rock-Musical, das seine optische Entsprechung in einem betörenden Kostümdesign findet. In der Rolle des Slade läßt Jonathan Rhys Meyers den Glamrock mit Glitter, Glamour und dem Mut zur Bisexualität wieder lebendig werden, während Ewan McGregor dem selbstverliebten Hardrocker Wild scharfe Konturen verleiht.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Zehn Jahre nach der inszenierten Ermordung des Glamrock-Stars Brian Slade taucht dessen ehemaliger Fan und Journalist von neuem in die Untiefen einer Musikszene, die für ihr Leben die absolute Freiheit proklamierte. Schillernde, exquisit ausgestattete Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.

nach oben Newsarchiv

Mediabiz Datenbank

News

mehr News

Programmplaner

  • Film

    Vorschau bis: KW 2027/50

    Alle deutschen Kinostarts und TV-Movie-Sendetermine plus geplante, laufende und fertiggestellte deutsche und internationale Produktionen.

    Heute neu:

    Gemeldete Starts:
    2
    Aufgenommene Filme:
    14
    Filmkritiken:
    0