V wie Vendetta

Verfilmung des Kultcomics, in der ein maskierter Freiheitskämpfer mit terroristischen Mitteln ein totalitäres Großbritannien zum Fall zu bringen versucht.

V wie Vendetta Großansicht
(Bild: Warner)
Verleih Warner
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, Deutschland 2006
Regie James McTeigue
Darsteller Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea
Kinostart 16.03.2006
Einspielergebnis D € 2.252.404
Bes. (EDI) 341.744
Bes. (FFA) 344.348
Charthistory
Boxoffice USA $ 70.453.614
Charthistory
Erstausstrahlung 27.06.2009 (RTL)

nach oben Inhalt & Info

Großbritannien ächzt unter dem Joch eines totalitären Regimes. Als die junge Evey von mehreren Männern beinahe vergewaltigt wird, rettet der maskierte V sie und bringt sie in sein Versteck im Untergrund. Von dort steuert er seine gezielten terroristischen Aktionen, mit denen er dem System Sand ins Getriebe streut. Als V zwei Sehenswürdigkeiten sprengt und das Radio unter seine Kontrolle bringt, geht sein Plan von einer Revolution auf. Gleichzeitig entdeckt Evey seinen Hintergrund und erkennt, welche Rolle sie in Vs Plänen spielt.

Ein außergewöhnlich subversiver Comic-Roman von "From Hell"-Macher Alan Moore liegt dem ersten filmischen Lebenszeichen der Wachowski-Brüder seit dem Abschluss ihrer "Matrix"-Trilogie zugrunde. Obwohl nominell James McTeigue diesem Aufruf zum zivilen Ungehorsam in wirtschaftlich schweren Zeiten als Regisseur vorsteht, ist die Handschrift des Brüderpaares in diesem ebenso actionreichen wie hintergründigen Filmevent unverkennbar.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Mit der Verfilmung des subversiven Comicromans von Alan Moore und David Lloyd wagen sich die Wachowski-Brüder und Produzent Joel Silver in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit nach Abschluss der "Matrix"-Trilogie an explosives Material. Angelegt als visuell überbordendes Blockbuster-Entertainment, ist die Geschichte eines geheimnisvollen Maskenmannes, der bei seinem Kampf gegen ein totalitäres System auch auf terroristische Gewalt nicht verzichtet, eine Parabel mit Zündstoff, ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.

Der Selbstmordattentäter als Superheld: Wann hätte man aus dem Studiosystem jemals einen Film gesehen, dessen triumphaler Höhepunkt die Sprengung eines altehrwürdigen Regierungssitzes - in diesem Fall die Houses of Parliament inklusive Big Ben - gewesen wäre - zu den Klängen von Tschaikowskis "1812" und begleitet von einem Funken sprühenden Feuerwerk noch dazu? "V wie Vendetta" liebt es, sich weit aus dem Fenster zu lehnen, und gefällt sich in seiner anarchistischen Pose: Der in Babelsberg gedrehte Film hat alle Zutaten eines lupenreinen Hollywood-Blockbusters, ist aber nur visuell glattgebügelt, denn er gibt sich alle erdenkliche Mühe, seine süffigen Bilder gleich selbst zu sabotieren und en passant den aufrührerischen Geist subversiver Filme wie "If..." oder "Die Schlacht von Algier" zu beschwören. Das Ergebnis ist Actionfilm, Science-Fiction, Satire und Systemkritik in einem und der Film quasi sein eigener Terrorist. Der zu Grunde liegende Comicroman entstammt einer Serie, die von Alan Moore und seinem Zeichner David Lloyd 1986 begonnen wurde, und verstand sich als Reaktion auf die Daumenschrauben des repressiven Thatcherismus. Den Wachowskis, die eine erste Drehbuchfassung Mitte der 90er Jahre schrieben, die Drehfassung aber erst nach Fertigstellung von "Matrix Revolutions" vorlegten, dient die Vorlage als Blaupause, die sie einerseits entschlackten, andererseits aber auch um eindeutige Verweise auf das Amerika von George W. Bush nach dem 11. September anreicherten. Die allgemeine Stoßrichtung wurde beibehalten, die heiligen Kühe werden weiter geschlachtet, die Abneigung gegen jede Form von institutionalisierter Kontrolle ist nicht nur immer spürbar, sondern raison d'être des Unterfangens: Die Welt des Jahres 2020 versinkt in Chaos, Amerika ist gefallen, Großbritannien hat als faschistischer Staat überlebt, in dem mit unliebigen Minderheiten - explizit werden im Film Querulanten, Homosexuelle und Moslems genannt - kurzer Prozess gemacht wird. Im Mittelpunkt steht die junge TV-Assistentin Evey, deren Eltern ebenfalls vom System beseitigt wurden. In einer dunklen Gasse wird sie von vier Polizisten bedrängt und von einer Gestalt mit ewig grinsender Maske vor der Vergewaltigung gerettet. Der Fremde mit dem Plastikantlitz stellt sich einfach nur als V vor. Er will es seinem Vorbild, dem katholischen Revolutionär Guy Fawkes, gleichtun, der es sich in den Sinn gesetzt hatte, am 5. November 1605 das Parlament in die Luft zu sprengen - und Evey soll ihm dabei helfen, den Plan in einem Jahr umzusetzen. Dreigeteilt läuft die Handlung weiter: V beginnt einen Rachefeldzug gegen die, die ihn zu der scheinbar allwissenden und allmächtigen Figur werden ließen, die Angst und Schrecken in höchste Regierungsetagen trägt und der die Polizei in Gestalt von Stephen Rea auf den Fersen ist. Gleichzeitig durchläuft Evey eine vergleichbare Entwicklung wie ihr geheimnisvoller Mentor: Auch sie wird eingekerkert und zuerst ihres Kopfhaars, dann aller Hoffnung und schließlich ihrer Angst beraubt - Geburt einer Freiheitskämpferin. Trotz hitziger Umsetzung des brisanten Stoffs durch den einstigen Regieassistenten James McTeigue, offenkundig in enger Zusammenarbeit mit den Wachowskis, kann eine gewisse Kälte nicht verleugnet werden. Dass das ausgeklügelte Schachspiel mit revolutionärem Anspruch aber als Entertainment und nicht zuletzt herausragende Comic-Adaption funktioniert, ist Natalie Portman in der Rolle der Evey zu verdanken: Sie ist der emotionale Anker, gerade wenn sie alleine mit einem Superhelden mit grotesker Maske - V wird von Hugo Weaving gespielt, aber vor allem intensiv gesprochen - zu agieren hat. Wenn ihr und damit dem Zuschauer die Augen geöffnet werden, dann erfüllt "V wie Vendetta" seinen Anspruch, purer Pop mit Widerstand im Sinn zu sein, lauter als eine Bombe. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Mediathek
Großansicht
Bild 1 von 19

...(19 Bilder)

Text.
Bild: ...Filmdetails

nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Warner
O-Titel V for Vendetta
Land / Jahr Großbritannien/Deutschland 2006
Kategorie Spielfilm
Genre Science Fiction / Action
Produktionsfirmen Studio Babelsberg AG, Warner Bros., Silver Pictures, Anarchos Pictures
Produktionsförderung Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 635.373)
Drehort Berlin, Großbritannien
Drehzeit 03.03.2005
Kinostart 16.03.2006
Laufzeit 132
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D € 2.252.404
Bes. (EDI) 341.744
Bes. (FFA) 344.348
Charthistory
USA-Start 17.03.2006, bei Warner Bros.
Boxoffice USA $ 70.453.614
Web-Link http://vforvendetta.warnerbros.com/ http://www.vendetta-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Joel Silver, Grant Hill, Andy Wachowski, Lana Wachowski
Koproduzenten Roberto Malerba, Henning Molfenter, Dr. Carl Woebcken
Ausf. Produzent Benjamin Waisbren
Regie James McTeigue
Drehbuch Andy Wachowski, Lana Wachowski
Buchvorlage David Lloyd, Alan Moore
Darsteller Natalie Portman (Evey Hammond), Hugo Weaving (V), Stephen Rea (Finch), Stephen Fry (Gordon Deitrich), John Hurt (Sutler), Tim Pigott-Smith (Creedy), Rupert Graves (Dominic), Roger Allam (Prothero), Ben Miles (Dascomb), Sinéad Cusack (Dr. Delia Surridge), Natasha Wightman (Valerie), John Standing (Lilliman), Eddie Marsan (Etheridge), Clive Ashborn (Guy Fawkes), Nicolas de Pruyssenaere (Marshal), Christopher Fosh (V-Anhänger 1), Selina Giles (Eveys Mutter), Gerard Gilroy (Überwacher), Gordon Gram (V-Anhänger V110), Keith How (V-Anhänger 2), Richard Laing (Leutnant), Jack Schouten (Junge), Cosima Shaw (Patricia), William Tapley (Radiomann)
Kamera Adrian Biddle
Schnitt Martin Walsh
Musik Dario Marianelli
Produktionsdesign Owen Paterson
Ton David Stephenson
Kostüme Sammy Sheldon
Maske Paul Engelen
Casting Lucinda Syson

Hier sehen Sie mediabiz community-Mitglieder, die an diesem Titel mitgewirkt haben.
Mit nur einem Klick können Sie persönlich mit ihnen in Kontakt treten.

Darsteller Alister Mazzotti (Baldy Fingerman)
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
V wie Vendetta Warner Home Video Germany Blu-ray Disc, ab 16, 132 Min. Kauf
V wie Vendetta (Premium Edition, 2 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 128 Min. Kauf
V wie Vendetta
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany HD DVD, ab 16, 133 Min. Kauf
V wie Vendetta (Special Edition, 2 DVDs im Steelbook)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 128 Min. Kauf
V wie Vendetta Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 128 Min. Kauf
V wie Vendetta Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 128 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse V For Vendetta Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der Revolutionär V will, wie der legendäre Guy Fawkes, dessen Maske er stets trägt, das britische Parlament in die Luft sprengen. Sein Motiv: Die Befreiung Großbritanniens, das im Jahr 2020 zum faschistischen Staat mutiert ist. Meinungsvielfalt gibt es nicht mehr, die gleichgeschaltete Masse fürchtet die Obrigkeit. Eine stille Mitläuferin ist auch die TV-Assistentin Evey, die eines Nachts vom mysteriösen Maskenmann vor der Vergewaltigung durch vier Polizisten gerettet wird und in der Folge in den Bann von V gerät...

Nach einem Drehbuch der Wachowski-Brüder und mit "Matrix"-Bösewicht Hugo Weaving in der Hauptrolle adaptierte Newcomer-Regisseur James McTeigue einen weiteren Kult-Comic-Roman von Alan Moore ("From Hell"). Heraus kam jedoch keine Polit-Parabel, sondern eine moderne "Robin Hood"-Variation, bei der die Schauwerte dominieren. In den ruhigen Phasen kommt das Werk dagegen zu geschwätzig daher. Beeindruckend wie immer Natalie Portman, deren Haarpracht in einer Szene zum Opfer fällt. Die Comic-Klientel wird begierig zugreifen.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Newsarchiv

Mediabiz Datenbank

News

mehr News

Programmplaner

  • Film

    Vorschau bis: KW 2014/29

    Alle deutschen Kinostarts und TV-Movie-Sendetermine plus geplante, laufende und fertiggestellte deutsche und internationale Produktionen.

    Heute neu:

    Gemeldete Starts:
    1
    Aufgenommene Filme:
    24
    Filmkritiken:
    1