STUDIOCANAL Theatrical Distribution Germany
Programm
Tsotsi
| Verleih | Studiocanal |
|---|---|
| Kategorie/Land/Jahr | Spielfilm, Südafrika, Großbritannien 2005 |
| Regie | Gavin Hood |
| Darsteller | Presley Chweneyagae, Terry Pheto, Kenneth Nkosi |
| Kinostart | 04.05.2006 |
| Einspielergebnis D |
€ 338.277 Bes. (EDI) 60.997 Bes. (FFA) 60.433 Charthistory |
| Boxoffice USA |
$ 2.753.840 Charthistory |
| Filmtrailer |
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- nach oben Inhalt & Info
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Seit Kindesbeinen, als er seinem brutalen Vater und seiner an Aids sterbenden Mutter entfloh, hört ein junger Mann in Johannesburg auf den Namen Tsotsi - ein Synonym für "Gangster". Mit seiner Gang führt er ein Leben voller Gewalt, in dem ein Menschenleben wenig wert ist. Rein willkürlich bringt Tsotsi ein Auto in seine Gewalt und verletzt dessen Fahrerin, eine schwarze Frau aus der Mittelklasse. Im Rücksitz entdeckt er das Baby der Frau, das er mitnimmt - und das nach und nach einen Wandel in dem bislang hartherzigen jungen Mann auslöst.
Einer der am meisten gefeierten Festivaltitel des Jahres 2005, geadelt mit einer Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film: Im fiebrigen Stil von "City of God", in der Erzählung aber deutlich konventioneller bedient sich der Südafrikaner Gavin Hood in seiner begeisternden dritten Regiearbeit der Motive des klassischen Gangsterfilms, um einen Einblick in die Unterwelt von Johannesburg und die Psyche seiner Hauptfigur zu geben, deren Existenz voller Gewalt in intensiven Breitwandbildern einer eindringlichen Prüfung unterzogen wird.
Quelle: Blickpunkt:Film
- nach oben Ausführliche Besprechung
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Ein junger Ganove aus den Townships von Johannesburg in Südafrika wandelt sich vom skrupellosen Schläger zum verantwortungsbewussten Mann. Die starke Story war der Academy den Auslandsoscar wert.
Erinnerungen an "City of God" kommen auf. Wie in dem brasilianischen Film geht es auch in Gavin Hoods authentisch und brillant inszeniertem Drama ums Überleben, regiert in den Barackensiedlungen Johannesburgs das darwinistische Prinzip des Stärkeren. Diesen Grundsatz beherrscht der 19jährige Tsotsi aus dem FF. Der gefürchtete Anführer einer Bande von sozial Ausgestoßenen, dessen Eltern an Aids starben als er noch ein Kind war, holt sich das, was er braucht mit Gewalt. Nachdem er angetrunken einen Kumpel fast tot geschlagen hat, stiehlt er ein Auto und braust davon. Auf dem Rücksitz schläft friedlich das Baby der von ihm angeschossenen Besitzerin, einer schwarzen Mittelschichtsfrau. Anstatt das Kind auszusetzen, packt er es einem diffusen Impuls folgend in eine braune Einkaufstüte und nimmt es mit nach Hause. Mit der Knarre in der Hand zwingt er eine Nachbarin, dem Baby die Brust zu geben, bringt ihr die nächsten Tage Nahrungsmittel und langsam setzt er sich mit der neuen Verantwortung auseinander, erkennt, dass er sein Leben so nicht weiterführen kann.
In seinem dritten Film zeichnet der weiße Südafrikaner Hood sein Land nach der Apartheid, die gesetzlosen Townships, soziale Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit. Schon eine der ersten Szenen schockt: Ohne ein Wort wird ein Mann in der U-Bahn mit einem Eispickel abgestochen, die Beute - eine halbleere Geldbörse. Es herrscht Krieg, nicht zwischen Schwarz und Weiß, sondern zwischen Arm und Reich. Und reich ist jeder, der etwas mehr als der andere hat, egal welcher Hautfarbe. Aus der Romanvorlage von Athol Fugard aus dem Jahre 1980 macht Hood, der an Originalschauplätzen drehte, eine glaubwürdige Geschichte über die Wandlung eines Menschen, der letztendlich nach einem inneren Kreuzweg Erlösung findet, eine psychologisch spannende Reise durch Erinnerungsfetzen und subjektive Wahrnehmung. Im Gegensatz zur literarischen Vorlage spielt die Handlung in der Gegenwart, wo ein Menschenleben immer noch nicht viel zählt. Gelungen das überraschende Ende (ohne Blutbad), das dem Klischee widerspricht, eine Entdeckung Presley Chweneyagae in seiner ersten Rolle. Der Soundtrack mit Kwaito Musik, der vibrierenden und wütenden Stimme aus den Townships, verdichtet die urbane Atmosphäre aus Provokation, Kampfesmut und Lebensbejahung, ein elektrisierender Rhythmus am Puls der Zeit. "Tsotsi" ist nicht eine Sekunde ideologisch verbrämt, sondern ganz einfach menschlich, fordert eine Auseinandersetzung mit der südafrikanischen Wirklichkeit heraus. Pures Kino. mk.
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Verleih Studiocanal O-Titel Tsotsi Land / Jahr Südafrika/Großbritannien 2005 Kategorie Spielfilm Genre Drama Produktionsfirmen Industrial Development Corporation of South Africa Kinostart 04.05.2006 Erster Verleiher Kinowelt Laufzeit 94 FSK ab 12 Jahre FBW-Prädikat Besonders wertvoll Bildformat 35 mm/1:2,35 Tonformat Dolby-SRD Einspielergebnis D € 338.277
Bes. (EDI) 60.997
Bes. (FFA) 60.433
CharthistoryUSA-Start 24.02.2006, bei Miramax Boxoffice USA $ 2.753.840 Filmtrailer
Web-Link http://www.tsotsimovie.com http://www.tsotsi.kinowelt.de - nach oben Cast & Crew
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Produzenten Peter Fudakowski Koproduzenten Paul Raleigh Ausf. Produzenten Sam Bhembe, Robert Little, Doug Mankoff, Basil Ford, Joseph D'Morais, Alan Howden, Rupert Lywood Regie Gavin Hood Drehbuch Gavin Hood Buchvorlage Athol Fugard Darsteller Presley Chweneyagae (Tsotsi), Terry Pheto (Miriam), Kenneth Nkosi (Aap), Mothusi Magano (Boston), Zenzo Ngqobe (Butcher), Zola (Fela Ndlovu), Rapulana Seiphemo (John), Nambitha Mpumlwana (Pumla), Israel Makoe (Tsotsis Vater), Percy Matsemela (Sergeant Zuma), Jerry Mofokeng (Morris), Benny Moshe (Tsotsi als Junge) Kamera Lance Gewer Schnitt Megan Gill Musik Zola, Vusi Mahlasela, Mark Kilian, Paul Hepker Produktionsdesign Emelia Roux Ton Shaun Murdoch Kostüme Nadia Kruger, Pierre Vienings Casting Moonyeenn Lee - nach oben Filmpreise
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Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person 78. Oscar-Verleihung - Academy Awards 2005, Los Angeles, 05.03.2006 Bester fremdsprachiger Film - nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
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Titel Vertrieb System Handelsform Tsotsi STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 90 Min. Kauf Tsotsi (Special Edition, 2 DVDs) STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 16, 90 Min. Kauf Tsotsi Nicht lieferbarKinowelt Home Entertainment DVD, ab 16, 90 Min. Leih Enthalten in:
Arthaus Collection - Gesamtedition (50 DVDs)STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 16
Kauf
- nach oben Soundtrack
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Art Interpret Komponist Titel Soundtrack/Songtrack Diverse Tsotsi Nicht lieferbar - nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik
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Der junge Tsotsi wächst in den Johannesburger Slums auf, sein Leben ist vom harten Überlebenskampf geprägt: Tsotsi stiehlt, und er mordet auch. Eines Nachts führt ihn ein Streifzug in eine gehobenere Wohngegend. Ohne nachzudenken, reißt er sich einen teuren Wagen unter den Nagel, verletzt die Fahrerin dabei schwer und bemerkt erst dann das Kleinkind auf dem Rücksitz. Auf der Flucht kommt Tsotsi, weil er nicht fahren kann, von der Straße ab. Schnell rafft er seine Beute zusammen und nimmt auch das Baby mit.
Gavin Hoods Adaption eines Romans von Athol Fugard gewann 2006 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Die großartig eingefangenen Bilder aus den Townships verleihen der Geschichte zusammen mit dem wütenden südafrikanischen Hip-Hop-Soundtrack eine seltene Authentizität, ohne je den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Anhänger packender Unterhaltung mit einem Schuss Tiefgang werden auch von der grandiosen Performance des Hauptdarstellers Presley Chweneyagae begeistert sein.
Quelle: mediabiz.de - nach oben FBW-Gutachten
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In keinem Moment wird der Film, und das ist sein größter Verdienst, zum bloßen Spiel. Am Beispiel eines einzigen, armseligen Schicksals werden archaische Gefühle angesprochen. Die Inszenierung weckt keine falschen Gefühle zu Gunsten eines Schaueffekts. Der Regisseur versucht nicht, auf Kosten seiner Figuren falsches Mitleid zu erzeugen, er lässt ihnen Würde und Selbstverständnis, will Situationen nicht beschönigen oder gar erklären. Die menschliche Tragödie, die er zeigt, ist echt, aber nicht ohne Hoffnung.
Tsotsi bedeutet "Gangster" und ist ein Begriff aus der Gossensprache Südafrikas. Seine Gang nennt ihn so und auch er selbst erinnert sich kaum an seinen richtigen Namen - David. In kurzen Rückblenden kann der Zuschauer sehen, warum er diesen Namen vergessen hat, warum er ein Einzelgänger ist und einer, der sich nur in Gewalt ausdrücken kann und will. Zusammen mit seiner Gang, drei ebenso Heimatlosen wie er selbst, verdient er sich das Bisschen fürs Leben mit Überfällen in der U-Bahn oder bei Zockereien. Doch als Tsotsi ein Auto stiehlt und eine Frau schwer verletzt, hat er nicht damit gerechnet, dass im Auto ein Baby liegt. Nach anfänglichem Zögern kümmert er sich um das Kind, merkt selbst, dass es ihm nicht ausreichend gelingt und verfällt auf eine besondere Idee.
Zunächst lernt der Zuschauer Tsotsi als kalten und trotz seiner Jugend abgebrühten Kriminellen kennen. Er kennt kein Mitleid und so lebt und handelt er. Doch sobald er die Anwesenheit des Kindes bemerkt, geht in ihm eine Verwandlung vor. Zuerst hilflos und ungeschickt, aber zunehmend liebevoll kümmert er sich um das Baby. Sein erwachendes Verantwortungsgefühl lässt ihn über sich selbst hinaus wachsen. All seine Einsamkeit und Verlassenheit zählen nicht mehr, denn er spürt die Verantwortung für das Kind.
Der Film und sein Hauptdarsteller zeigen diese Entwicklung in eindringlichen Bildern, mit kargen Dialogen, die nur das Nötigste an Sprache zulassen. Die Katharsis des Kindesentführers wird konsequent glaubhaft gemacht. In Szenen, die Gewalt zeigen, ist die Kamera dabei, ohne voyeuristisch zu sein, der subjektive Blick spielt ein wichtige Rolle.
Regisseur Gavin Hood, Autor auch des Drehbuchs nach der Novelle von Athol Fugard, versteht es, die richtigen Akzente zu setzen. Er erzählt von Menschen und Begebenheiten, die ihm bekannt sind, und das teilt sich dem Zuschauer mit. Die Musik unterstützt die Wirkung des Films perfekt.
Presley Chweneyagae, der Darsteller des Tsotsi, selbst in Johannesburg geboren und in Soweto aufgewachsen, überzeugt und berührt durch seine Darstellung. Die Inszenierung gibt ihm großen Raum, in dem er seine Rolle eindringlich gestaltet. In der eindrucksvollen Schlussszene im Showdown kommen noch einmal alle Gefühle und Leiden des harten, freudlosen Lebens zum Ausdruck und werden in seinen Gesichtszügen erkennbar, gleichzeitig aber auch das neue, ihm bewusst gewordene Gefühl. Dieses Erlebnis der Verantwortung für ein anderes, hilfloses Leben lässt ihn zu sich selbst zurück kehren und offen werden für das Leben. Das offene Ende entlässt den Zuschauer mit positiven Gefühlen.
Die FBW-Jury hat neben diesen Qualitäten des Films positiv vermerkt, dass der Regisseur auf die häufig gesehenen Bilder südafrikanischer Landschaft verzichtet, was dem Film eine unangemessene Schönheit und Versöhnlichkeit verliehen hätte.Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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