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The Wolf of Wall Street

In einem dreistündigen Parforce-Ritt erzählen Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio von Aufstieg und Fall eines vom eigenen Größenwahn berauschten Aktienbetrügers.

The Wolf of Wall Street Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2013
Regie Martin Scorsese
Darsteller Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie
Kinostart 16.01.2014
Einspielergebnis D € 22.416.198
Bes. (EDI) 2.400.242
Bes. (FFA) 2.399.506
Charthistory
Boxoffice USA $ 116.866.727
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 03.10.2016 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Kaum hat Jordan Belfort begonnen, an der Wall Street zu arbeiten, bringt ihn der legendäre Black Monday kurz darauf wieder um den Beruf. Aber Belfort hat Blut geleckt: Er will mehr. Mehr Reichtum. Mehr Drogen. Mehr Frauen. Er entdeckt, dass man mit dem Handel mit Penny-Stocks schnell einen Reibach machen kann. Binnen kürzester Zeit wird Belfort mit seiner Firma Stratton Oakmont zum Multimillionär. Dass kaum eines der Geschäfte legal ist, das FBI bald vor der Tür steht und die Ehe den Bach runtergeht, stoppt den Börsenschwindler nicht.

Inhaltlich und stilistisch an seine Meisterwerke "GoodFellas" und "Casino" angelehnt, nimmt sich Martin Scorsese bei seiner fünften Zusammenarbeit mit Leonardo DiCaprio den Machenschaften der wahren Verbrecher Amerikas an, der Börsen- und Aktienspekulanten an der Wall Street. In dem dreistündigen Parforceritt über Aufstieg und Fall des berüchtigten Jordan Belfort zieht Scorsese alle Register seines Könnens: ein Meisterwerk, das die Möglichkeiten des Mediums Kino ausreizt, um den amerikanischen Traum als hohle Luftblase zu enttarnen.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

In einem dreistündigen Parforce-Ritt erzählen Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio von Aufstieg und Fall eines vom eigenen Größenwahn berauschten Aktienbetrügers.



"Ich bin Showmann von Beruf", wird der Vater aller amerikanischen Trickbetrüger zitiert, P.T. Barnum, der es sich in seiner Lebenszeit von 1810 bis 1891 zum erklärten Ziel gemacht hatte, "Geld in seine Truhe" zu schaufeln, gemäß seines Credos: "There's a sucker born every minute." Kein Wunder, dass das Herz der Filmemacher Hollywoods von jeher schlägt für diese schillernden Gestalten, die sich auf Kosten anderer bereichern: Wie die Leute vom Film betreiben auch sie Showgeschäft, das Verkaufen von Illusionen. Entsprechend findet man sie in allen Epochen der Filmgeschichte, die Schlitzohren und Abzocker, die man für ihre Chuzpe bewundert und ihre Kaltschnäuzigkeit verachtet: Nun gesellt sich der Anlagebetrüger Jordan Belfort zu ihnen, dem Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio ein unvergesslich mitreißendes Denkmal setzen in den ersten zwei Stunden ihrer nunmehr fünften gemeinsamen Arbeit, nur um es in der letzten Stunde mit ebensolcher Virtuosität und Aggression wieder einzureißen.

Getarnt als mit epischem Atem und wahnwitziger Freude am nackten Exzess erzähltes Biopic von Aufstieg und Fall eines größenwahnsinnigen Aktienbetrügers (und basierend auf der Autobiographie Belforts, die er nach dem Verbüßen einer knapp zweijährigen Haftstrafe geschrieben und veröffentlicht hatte), ist "The Wolf of Wall Street" nämlich tatsächlich ein furios auf die Leinwand geschleudertes Sittengemälde über den Untergang eines Reichs: Es war einmal in Amerika - oder besser: Es war einmal - Amerika, das moderne Rom. Denn wenn der Müll des letzten Exzesses, der letzten maßlosen Party mit Nutten, Marschorchestern, Koks, Pillen und Zwergenwerfen aufgeräumt ist, bleibt außer Katerstimmung und Kopfschmerzen nichts mehr übrig von diesem amerikanischen Traum, der so hohl ist, dass er irgendwann platzen muss wie, nun ja, die Börsenblase. Scorseses logisch zwingender Abschluss seiner mit "GoodFellas" und "Casino" begonnnen Verbrechenstrilogie, die sich nach der Mafia nun den wahren Bösewichten des Landes zuwendet, den Finanzjongleuren an der Börse, ist weniger ein Film über einen besonders seelenlosen Zocker aus der Gruppe der immer noch reicheren One-Percent, die den Rest des Landes für ihren immensen Reichtum ausbluten lässt, als vielmehr eine bittere Bestandsaufnahme unserer Faszination für den American Hustle und seine kaltblütigen Akteure, die man bewundert und gewähren lässt, obwohl man es doch eigentlich längst besser wissen sollte.

Martin Scorsese greift zahlreiche Motive aus der eigenen Filmographie auf und variiert sie mit schierer Lust an der Inszenierung, die einen viel jüngeren Mann vermuten lässt als einen 71-Jährigen im letzten Abschnitt seiner Karriere. En passant zitiert er zudem große Vorbilder aus der Filmgeschichte, von "Gier" über "Cititzen Kane" und "Satyrikon" hin zu "Nashville", lässt seinen unbestechlichen Blick aber doch immer auf dieser Mr.-Hyde-Version des großen Gatsby ruhen, der eben tief im Herzen kein Romantiker, sondern ein ruchloser Betrüger ist. Gleich in den ersten Szenen des Films erklärt Belforts Lehrmeister an der Wall Street, gespielt von Matthew McConaughey in einem denkwürdigen Fünf-Minuten-Auftritt, wie das Geschäft wirklich läuft. Belfort beherzigt es: Aus dem Nichts baut er mit dem Verhökern von Penny-Stocks ein Imperium auf, gründet die Firma Stratton Oakmont, beschäftigt 1000 Leute, feiert ausufernde Partys und verwendet seine ganze Energie darauf, den illegal angehäuften Reichtum auf Schweizer Konten zu schaffen. Dass während dessen sein ganzes Leben, ohnehin nur dem schnellen Thrill zugetan, den Bach runter geht, seine Ehe sich auflöst, das FBI die Schlinge zuzieht, registriert der Film, nicht aber seine Hauptfigur, deren ganze Erbärmlichkeit in einer einmaligen Slapstick-Sequenz vorgeführt wird, in der Belfort dicht bis unter die Hutkrempe versucht, in seinen Sportwagen einzusteigen: Buster Keaton als ultimative Kritik an einem Kapitalismus, der ebenso entfesselt ist, wie Scorsese seinen Film inszeniert, mit DiCaprio als seinen Zeremonienmeister und Einpeitscher, ein Richard III des American Bullshit: Man müsste unentwegt lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
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Verleih Universal
O-Titel The Wolf of Wall Street
Land / Jahr USA 2013
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Satire
Produktionsfirmen Appian Way/EMJAG Productions/Red Granite Pictures
Kinostart 16.01.2014
Laufzeit 180
FSK ab 16 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 22.416.198
Bes. (EDI) 2.400.242
Bes. (FFA) 2.399.506
Charthistory
USA-Start 25.12.2013, bei Paramount
Boxoffice USA $ 116.866.727
Filmtrailer Video
Web-Link http://thewolfofwallstreetde.tumblr.com
nach oben Cast & Crew
Produzenten Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Emma Tillinger Koskoff, Joey McFarland, Riza Aziz
Ausf. Produzenten Georgia Kacandes, Alexandra Milchan, Irwin Winkler, Rick Yorn, Danny Dimbort, Joel Gotler
Regie Martin Scorsese
Drehbuch Terence Winter
Buchvorlage Jordan Belfort
Darsteller Leonardo DiCaprio (Jordan Belfort), Jonah Hill (Donnie Azoff), Margot Robbie (Naomi Lapaglia), Matthew McConaughey (Mark Hanna), Kyle Chandler (Agent Patrick Denham), Rob Reiner (Max Belfort), Jon Favreau (Manny Riskin), Jean Dujardin (Jean-Jacques Saurel), Cristin Milioti (Teresa Petrillo), Jon Bernthal (Brad), Ethan Suplee (Toby Welch), P.J. Byrne (Rugrat), Brian Sacca (Robbie), Jon Spinogatti (Nicholas)
Sprecher D Gerrit Schmidt-Foß (Jordan Belfort), Tobias Müller (Donnie Azoff), Anne Helm (Naomi), Tobias Nath (Rugrat), Benjamin Völz (Mark Hanna), Peter Lontzek (Robbie), Martin Kautz (Brad), Thomas-Nero Wolff (Agent Patrick Denham), Roland Hemmo (Max), Patrice-Luc Doumeyrou (Saurel), Jesco Wirthgen (Sea Otter), Tobias Lelle (Chester), Dieter Memel (Bo Dietl), Marie Bierstedt (Teresa), Christian Gaul (Nicholas)
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Thelma Schoonmaker
Musik Howard Shore
Produktionsdesign Bob Shaw
Kostüme Sandy Powell
Casting Ellen Lewis
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
15. Video Champion
Video Champion Großansicht
2014, München, 19.11.2014 Internationaler Film  
Bogey - Box Office Germany Award
Bogey - Box Office Germany Award Großansicht
2014, München, 27.01.2014 1 Mio. Besucher in 10 Tagen  
Bogey - Box Office Germany Award
Bogey - Box Office Germany Award Großansicht
2014, München, 21.01.2014 1000 Besucher pro Kopie am Startwochenende  
71. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2014, Los Angeles, 12.01.2014 Bester Darsteller (Komödie oder Musical) Leonardo DiCaprio
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
The Wolf of Wall Street Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 173 Min. Kauf
The Wolf of Wall Street Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 180 Min. Kauf
The Wolf of Wall Street (Limited Edition, Steelbook)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 180 Min. Kauf
The Wolf of Wall Street Universal Pictures Germany DVD, ab 16, 173 Min. Leih
The Wolf of Wall Street Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 16, 180 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse The Wolf Of Wall Street
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Kaum hat Jordan Belfort begonnen, an der Wall Street zu arbeiten, bringt ihn der Black Monday wieder um den Beruf. Aber Belfort hat Blut geleckt: Er will mehr. Mehr Reichtum. Mehr Drogen. Mehr Frauen. Er entdeckt, dass man mit dem Handel mit Penny-Stocks schnell einen Reibach machen kann. Binnen kürzester Zeit wird Belfort mit seiner Firma Stratton Oakmont zum Multimillionär. Dass kaum eines der Geschäfte legal ist, das FBI bald vor der Tür steht und die Ehe den Bach runtergeht, stoppt den Börsenschwindler nicht.

Stilistisch an seine Meisterwerke "GoodFellas" und "Casino" angelehnt, nimmt sich Martin Scorsese bei seiner fünften Zusammenarbeit mit Leonardo DiCaprio den Machenschaften der wahren Verbrecher Amerikas an, der Börsen- und Aktienspekulanten an der Wall Street. In dem dreistündigen Parforceritt über Aufstieg und Fall des berüchtigten Jordan Belfort zieht Scorsese alle Register seines Könnens: ein Meisterwerk, das die Möglichkeiten des Mediums Kino ausreizt, um den amerikanischen Traum als hohle Luftblase zu enttarnen.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Jordan Belfort schafft es mit zweifelhaften Mitteln ganz nach oben an der Wall Street, dann wird das FBI auf ihn aufmerksam. Dreistündiger Parforce-Ritt über Aufstieg und Fall eines vom Größenwahn berauschten Aktienbetrügers.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Ende der 80er Jahre will der junge motivierte Jordan Belfort in New York als Börsenmakler Karriere machen. Von Mentoren beeinflusst, lernt er schon bald die Welt der Wall Street mit all ihren Verlockungen kennen. Als Belfort mit seinem Freund Danny ein eigenes Aktienunternehmen gründet, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten und er schwimmt schon bald in Geld, Drogen und hübschen Mädchen. Doch nicht alle Geschäfte, die Belfort und seine Kompagnons durchführen, sind auch legal. Bald schon ist ihm das FBI auf den Fersen. Und für Belfort wird es immer schwerer, mit dem Leben auf der Überholspur Schritt zu halten. Martin Scorsese hat sich für seinen neuen Film der wahren Geschichte eines berüchtigten Börsenmaklers bedient. Doch sein Film ist viel mehr als nur ein "Einzelschicksal". THE WOLF OF WALL STREET ist eine Mileustudie einer Zeit, in der die Börse boomte, und das Geld, zusammen mit Alkohol und Drogen, in Strömen floss. Die hochgradige Dekadenz dieser Branche und das allgemeine Gefühl von "Sex, Drugs und Rock'n Roll" inszeniert Scorsese in einem sprichwörtlichen Bilderrausch, dem man staunend folgt. In Leonardo DiCaprio findet er die perfekte Besetzung für den Protagonisten, der mit seinem Erfolg selbst nicht umgehen kann. Immer mehr verwandelt er sich in einen machtbesessenen und skrupellosen Anführer einer Horde seelenloser Verkäufer, der ohne Drogen nicht mehr leben kann und dem jeglicher Realismus abhanden gekommen ist. Mit seinem passenden Soundtrack, den er ironisch gebrochen und treffend platziert, beweist Scorsese erneut seinen virtuosen Umgang mit Musik. Der gesamte Film wirkt wie eine übergroße und überdrehte Party, bei der man als Zuschauer das Gefühl hat, sie könne nur mit einem Riesenkater enden. Martin Scorsese neuestes Meisterwerk ist ein überspitztes, bissiges und dennoch wahrhaftiges Gesellschaftsporträt.

Gutachten:

Die wahren Gangster von New York sitzen in der Wall Street. Von seiner Form erinnert THE WOLF OF WALL STREET an GOOD FELLAS. Auch hier ist die Grundlage ein autobiografischer Text, der vom Aufstieg und Fall eines amoralischen Protagonisten erzählt. Auch hier wird aus der Innenperspektive eines verschworenen Männerbundes erzählt, der nicht umsonst mit Robin Hood und seinen lustigen Kumpanen verglichen wird. Auch hier werden Exzesse von Lust, Sucht und Gier mit einer kalten Virtuosität zelebriert. Doch diesmal ist der manische Antiheld ein Börsenmakler, und auch wenn diese Geschichte von Brokern, die Anleger mit wertlosen Aktionen um ihr Geld bringen, in den noch weitgehend analogen 80er und 90er Jahren spielt, sieht das Publikum ihn mit dem Wissen um die verheerenden Auswirkungen von verbrecherischen Börsengeschäften in den letzten Jahren. Scorsese hat erkannt, dass die Groteske eine angemessene Form ist, mit der man sich auf ein solch absurdes System wie der Finanzmarkt einen Reim machen kann. Und so ist THE WOLF OF WALL STREET zugleich mit einem boshaft überdrehten Humor und eisiger Distanz erzählt. Die Filmfiguren sind Karikaturen, unter denen es nicht einen auch nur halbwegs sympathischen Menschen gibt. Und Scorsese zeigt sie in dekadenten Panoramen, wie jenen wilden Feiern in den Büroräumen, bei denen mit kleinwüchsigen Menschen auf Zielscheiben geworden wird, eine Frau sich für 10000 Dollar kahl scheren lässt oder eine Blaskapelle halbnackt durch die Tischreihen marschiert. Ein Drogenrausch wird in hypnotisch wirkender Zeitlupe inszeniert, und Reichtum mit einer obszön wirkenden Arroganz ausgestellt. Aber es gibt auch kleine, grandios geschriebene und gespielte Szenen wie jene, die damit endet, dass sich Matthew McCounaughey und Leonardo DiCaprio bei einem gemeinsamen Lunch motivierende auf die Brust trommeln. DiCaprio kann inzwischen so perfekt Scorseses Visionen verkörpern wie es früher Robert DeNiro vermochte. Es gibt Momente, in denen er in der Rolle des Jordan Belfort buchstäblich zur Fratze wird. Er spielt ihn mit einer furchtlosen Intensität, zugleich voller Charisma und erbärmlich. Man ist von diesem Wolf zugleich abgestoßen und fasziniert.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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