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The Tree of Life

Drama in großen poetischen Bildern von Vätern und Söhnen und der Unvereinbarkeit der menschlichen Existenz und Harmonie mit der Natur.

The Tree of Life Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2011
Regie Terrence Malick
Darsteller Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain
Kinostart 16.06.2011
Einspielergebnis D € 2.021.332
Bes. (EDI) 273.262
Bes. (FFA) 301.932
Charthistory
Boxoffice USA $ 13.013.549
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 26.12.2013 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

In den Fünfzigerjahren hat die Familie O'Brien drei Söhne. Unter den Fittichen der Mutter wachsen sie zunächst behütet auf, doch der Vater glaubt, sie auf die Härten des Lebens nur vorbereiten zu können, indem er sie mit entsprechend harter Hand von Kindern zu Männern macht. Er raubt ihnen die Unschuld, schlägt tiefe Wunden, die Jack, den ältesten Sohn, auch als Erwachsenen noch Schmerzen zufügen: Es will ihm nicht gelingen, seine Existenz in Einklang zu bringen.

Mehrere Jahre arbeitete der amerikanische Ausnahmekünstler Terrence Malick an seinem erst fünften Film seiner 38 Jahre umfassenden Karriere: Unbeeindruckt von kommerziellen Zwängen ist ihm auch diesmal eine poetische Betrachtung gelungen, die den Faden von "Der schmale Grat" und "The New World" aufgreift und von der Unmöglichkeit erzählt, die menschliche Existenz mit der Harmonie der Natur in Einklang zu bringen. Sean Penn und Brad Pitt spielen die Hauptrollen in diesem außergewöhnlichen Film.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Der ambitionierteste Film seit "2001 - Odyssee im Weltraum": In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen stellt sich Terrence Malick anhand der Geschichte einer Kindheit in den Fünfzigerjahren den großen Fragen des Wunders Leben.

Selbst, wenn man sich der imposanten Vision von Terrence Malick nicht verschreiben will und den philosophischen Überbau seines fünften Films als Regisseur seit seinem Debüt "Badlands" im Jahr 1973 als prätentiöses, womöglich gar religiös verklärtes Wolkenkuckucksheim abtut, wird man zugestehen müssen, dass es zu "The Tree of Life", entstanden in vierjähriger Arbeit, an Ambition, Einzigartigkeit und visueller Extravaganz im Kino von heute nichts Ebenbürtiges gibt. Filme wie dieser werden eigentlich nicht gemacht. Nicht einmal in der kreativen Hochphase des amerikanischen Kinos zu Zeiten des New Hollywood gab es Vergleichbares. Dass er heutzutage entstehen konnte, wo Film kaum noch als Kunstwerk sondern als vermarktbares Produkt zu funktionieren hat, grenzt an ein Wunder. Wenn man denn nach Referenzen für dieses, in endlosen, perfekt aufeinander abgestimmten Bilderkaskaden (Kamera: Emmanuel Lubezki) frei fließende Poem über das Wesen der menschlichen Seele sucht, das nach Ordnung strebt, wo keine Ordnung bestehen kann, und nach Sinn, wo alle Fragen unbeantwortet bleiben müssen, dann kann man Kubricks "2001" nennen und vielleicht noch "Koyaanisqatsi".

In erster Linie ist sich Malick selbst verpflichtet. "The Tree of Life" ist aus dem Holz geschnitzt, das auch Malicks vorangegangene Filme, "Der schmale Grat" und "The New World", zu singulären Ereignissen gemacht hat. In ihnen finden sich bereits in Grundzügen Stil und Vokabular des neuen Films, die der nunmehr 67-jährige Texaner aber so sehr verfeinert und perfektioniert hat, dass er sich noch weiter von den Konventionen des Erzählkinos entfernt hat. "The Tree of Life" ist ein einzigartiges Erlebnis, ein kosmischer Trip, der erfühlt und erspürt werden will und erst dann intellektuell aufgearbeitet. Man muss sich auf seine entfesselten Bilderfolgen einlassen, begleitet von klassischer Musik, sich in die Höhe schraubenden Choräle und eingestreuten Kommentaren verschiedener Figuren aus dem Off, die mit ganz simplen Aussagen oder Fragen ihr Innerstes offenbaren. Natürlich finden sich auch Malicks stetige Themen wieder: Der Mensch, der von der Gnade abgefallen ist. Die Unschuld, die auf dem schmerzhaften Weg zum Erwachsensein auf der Strecke bleibt. Die Natur, die dem menschlichen Treiben ungerührt zusieht, als müsste sie schmunzeln ob des Lärms und der Raserei, die am Ende doch nichts bedeuten. Doch diesmal spiegelt Malick sie an nicht mehr und nicht weniger als der Schöpfungsgeschichte, das Ringen mit Gott, ausgelöst von der Frage danach, warum er zulassen konnte, dass ein 19-jähriger Junge aus dem Leben gerissen wurde.

Ein Zitat aus dem Buch Hiob eröffnet den Film: "Wo warst du, als ich die Erde gründete?" Gleich wird Malick eine mögliche Antwort darauf geben, nachdem der Junge Jack und seine Eltern in einer texanischen Kleinstadt Mitte der Fünfzigerjahre in einer Art Ouvertüre vorgestellt wurden. Ein Brief informiert die Familie davon, dass einer von Jacks beiden Brüdern ums Leben gekommen ist, ein traumatisierendes Ereignis, das Jack, gespielt von Sean Penn, selbst in der Gegenwart noch verfolgt: Er ist beruflich erfolgreich, aber er leidet am Leben, geht durch ein persönliches Fegefeuer und schließlich auf eine Entdeckungsreise, nachdem die Frage nach dem Sinn eines so sinnlosen und frühen Todes gestellt wird. Es folgt nach etwa 20 Minuten eine unfassbare und völlig unerwartete Bildersequenz, die den Vergleich mit "2001" förmlich herausfordert: Aus Spiralnebeln und Zellteilungen und einem Urknall entsteht die Erde, Vulkane erheben sich und brechen aus, Wasser und Leben entsteht, erste Fische bewegen sich an Land, ein Raubsaurier kann ein schwächeres Tier töten, entscheidet sich aber dagegen - der erste Akt der Gnade auf der Erde. Der Mensch kann entstehen. Schnitt zu Vater und Mutter O'Brien, die ihren ersten Sohn Jack auf der Welt willkommen heißen. Sicher gibt es viel auch beabsichtigten Spielraum bei der Interpretation dieser Sequenz. Sinnvoll erscheint die Erklärung, dass jeder Mensch bei der Geburt die Geschichte der Erde in sich trägt und weitergeben wird. Der ewige Kreislauf. Fortan bleibt der Film nahe bei Jack und wie er die Welt sieht, immer seinem jeweiligen Alter entsprechend: die Mutter - Jessica Chastain - als unbeschwertes Feenwesen, der Vater - Brad Pitt - zunächst als liebevolle Größe im Leben des Jungen, später immer strenger und bestimmter, unnachgiebig beim Einfordern von Respekt und Einhaltung der von ihm aufgestellten Regeln. Wer es zu etwas bringen will, der muss Härte zeigen. Zwischen dem weiblichen und männlichen Pol oszilliert der Film, lässt seine Hauptfigur Erfahrungen machen, mit dem Tod, mit der Kunst, mit seiner aufkeimenden Sexualität, mit Gewalt, mit der Versuchung - um schließlich an einem Ort der spirituellen Erlösung anzugelangen.

2011 - Odyssee auf dem Planet Erde: Indem Malick diesmal den Fokus nicht auf ein historisches Ereignis richtet wie in seinen letzten beiden Filmen, sondern auf eine ganz normale Kindheit, erhalten die abgehandelten Themen ein noch stärkeres Gewicht. Sein Streben, in der Auflösung von Zeit und Raum, Sinn zu finden, eine Quelle der menschlichen Seele, das trägt Züge von Größenwahn. Aber was für ein Größenwahn! Voll von großer Erhabenheit und unendlicher Schönheit. 56-mal hintereinander habe Mantovani ein Stück aufnehmen lassen, erzählt der Vater seinem Sohn Jack in einer gemeinsamen Szene. Danach habe er gesagt: Ich kann es noch besser. Das Streben nach Perfektion ist ein ewiger künstlerischer Impetus, wie auch das Bedürfnis danach, Antworten auf Fragen zu finden und damit Gott näher zu kommen. Vielleicht also kann es Terrence Malick noch besser. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es gut genug. Allemal. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel The Tree of Life
Land / Jahr USA 2011
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Plan B Entertainment/River Road Entertainment
Kinostart 16.06.2011
Laufzeit 138
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.021.332
Bes. (EDI) 273.262
Bes. (FFA) 301.932
Charthistory
USA-Start 27.05.2011, bei Fox Searchlight
Boxoffice USA $ 13.013.549
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.tree-of-life-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Sarah Green, Grant Hill, William Pohlad, Brad Pitt, Dede Gardner
Koproduzenten Nicolas Gonda, Steven S. Schwartz, Paula Mae Schwartz
Ausf. Produzent Donald Rosenfeld
Regie Terrence Malick
Drehbuch Terrence Malick
Darsteller Brad Pitt (Mr. O'Brien), Sean Penn (Jack), Jessica Chastain (Mrs. O'Brien), Hunter McCracken (Jack, jung), Laramie Eppler (R.L.), Tye Sheridan (Steve), Fiona Shaw (Großmutter), Jessica Fuselier (Guide), Nicolas Gonda (Mr. Reynolds), William Wallace (Architekt), Jackson Hurst (Onkel Ray), Kelly Koonce (Pater Haynes), Bryce Boudoin (Robert), Jimmy Donaldson (Jimmy), Kameron Vaughn (Cayler), Cole Cockburn (Harry Bates), Dustin Allen (George Walsh), Brayden Whisenhunt (Jo Bates), Joanna Going (Jacks Frau), Savannah Welch (Mrs. Kimball), Tamara Jolaine (Mrs. Stone), Julia M. Smith (Beth), Samantha Martinez (Samantha), Anne Nabors (Rue), Christopher Ryan (Gefangener), Michael Showers (Mr. Brown), Kimberly Whalen (Mrs. Brown), Margaret Ann Hoard (Jane), Hudson Long (Mr. Bagley), Michael Dixon (Dusty Walsh)
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Jay Rabinowitz, Mark Yoshikawa, Daniel Rezende, Hank Corwin, Billy Weber
Musik Alexandre Desplat
Produktionsdesign Jack Fisk
Kostüme Jacqueline West
Line Producer Susan Kirr
Casting Francine Maisler
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
64. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2011, Cannes, 11.05.2011 - 22.05.2011 Goldene Palme  
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Titel Vertrieb System Handelsform
The Tree of Life (Limited Edition)
Nicht lieferbar
EuroVideo Medien DVD, ab 12, 132 Min. Kauf
The Tree of Life EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 138 Min. Kauf
The Tree of Life EuroVideo Medien DVD, ab 12, 132 Min. Kauf
The Tree of Life EuroVideo Medien DVD, ab 12, 132 Min. Leih
The Tree of Life EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 138 Min. Leih
Enthalten in:
Terrence Malick Collection (4 Discs)Terrence Malick Collection (4 Discs)
STUDIOCANAL Home Entertainment
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 12, 478 Min.
Blu-ray Disc, ab 12, 498 Min.
Kauf
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

In den Fünfzigerjahren hat die Familie O'Brien drei Söhne. Unter den Fittichen der Mutter wachsen sie zunächst behütet auf, doch der Vater glaubt, sie auf die Härten des Lebens nur vorbereiten zu können, indem er sie mit entsprechend harter Hand von Kindern zu Männern macht. Er raubt ihnen die Unschuld, schlägt tiefe Wunden, die Jack, dem ältesten Sohn, auch als Erwachsenen noch Schmerzen zufügen: Es will ihm nicht gelingen, seine Existenz in Einklang zu bringen.

Mehrere Jahre arbeitete der amerikanische Ausnahmekünstler Terrence Malick an seinem erst fünften Film seiner 38 Jahre umfassenden Karriere: Unbeeindruckt von kommerziellen Zwängen ist ihm auch diesmal eine poetische Betrachtung gelungen, die den Faden von "Der schmale Grat" und "The New World" aufgreift und von der Unmöglichkeit erzählt, die menschliche Existenz mit der Harmonie der Natur in Einklang zu bringen. Sean Penn und Brad Pitt spielen die Hauptrollen in diesem außergewöhnlichen Film, der in Cannes die Goldene Palme gewann.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Wie einen berauschenden Bilderteppich staffiert Malick sein neuestes Werk aus und bettet darin die Geschichte einer amerikanischen Vorstadtfamilie ein. Die O'Briens leben in den konservativen USA der Fünfziger Jahre. Doch die drei Söhne, allen voran Jack, sind hin- und hergerissen zwischen der sanften naturliebenden Mutter, die Liebe und Vergebung predigt, und dem autoritären Vater, der die Jungs auf die Härten des Lebens vorbereiten will. Jack verliert sich selbst in diesem andauernden Konflikt, den er auch als erwachsener Mann noch nicht verarbeitet hat. Das langerwartete filmische Epos aus der Feder von Meisterregisseur Terrence Malick übersteigt die Grenzen des traditionellen Erzählkinos um Längen. Sein Werk ist eine poetische und philosophische Auseinandersetzung mit dem immerwährenden Konflikt zwischen Natur, Zivilisation und dem Platz des Menschen in diesem Gefüge. Die Bilder sind einzigartig in ihrer Komposition und Wirkung. Die Ästhetik von Kamera, Licht und Ton beeindruckt durch ihre sinnliche und dynamische Kraft. Es entsteht ein so noch nie dagewesener Rausch an Farben, Formen und Bewegungen. Malick stellt dabei keine Thesen auf, sondern wirft Fragen in den Raum, die für jeden Betrachter andere Antworten zulassen. Ein außergewöhnliches und aufregendes filmisches Kunstwerk - überwältigend, anspruchsvoll und mitreißend.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
11.05.2011 - 22.05.2011 Cannes 64. Festival de Cannes

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