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The Limits of Control

Jim Jarmuschs Roadmovie-Hommage an "Point Blank", in der ein geheimnisvoller Fremder nach Spanien reist, um einen mysteriösen Auftrag zu erfüllen.

The Limits of Control Großansicht
(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Japan 2009
Regie Jim Jarmusch
Darsteller Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin
Kinostart 28.05.2009
Einspielergebnis D € 574.374
Bes. (EDI) 87.430
Bes. (FFA) 97.313
Charthistory
Boxoffice USA $ 362.032
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 11.12.2011 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

Ein geheimnisvoller Fremder in einem gut sitzenden Anzug kommt in Spanien an und macht sich auf den Weg, einen Auftrag zu erfüllen, der so mysteriös ist, dass teilweise nicht einmal der Fremde selbst zu wissen scheint, was sein Inhalt ist. Bei sich trägt er einen kleinen Koffer mit unbekanntem Inhalt und einen Satz Schlüssel. Auf verschiedenen Stationen trifft der Fremde auf undurchsichtige Figuren, die rätselhafte Botschaften für ihn bereithalten. Nur eines ist klar: keine Waffen, kein Sex, kein Mobiltelefon während der Arbeit.

Nach "Broken Flowers" hält der New Yorker Kultregisseur Jim Jarmusch erneut ein Roadmovie bereit, das zwar wieder von trockenem Humor geprägt ist, sich aber vor allem in der Tradition des existenzialistischen Krimis sieht. Ausgehend von einem lediglich 25 Seiten starken Drehbuch entwickelte Jarmusch die Geschichte eines Fremden mit mysteriöser Mission als Hommage an John Boormans "Point Blank" im Speziellen und den europäischen Thriller der Siebzigerjahre im Allgemeinen. Kameragenie Christopher Doyle ("In the Mood for Love") nimmt mit Bravour die Landschaften Spaniens ins Visier und das Gesicht des ungerührten Helden.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Skurrile Geschichte in bester Jarmusch-Manier um einen geheimnisvollen Fremden, der nach Spanien reist, um einen nicht ganz legalen Auftrag auszuführen.

Es ist nicht zu übersehen, Jim Jarmusch lässt sich vom film noir eines Jean-Pierre Melville inspirieren und von den konspirativen Figuren eines Jacques Rivette. Sein namenloser Fremder (Isaach De Bankolé) ist auf einer nicht ganz durchschaubaren Mission und schöpft seine Ruhe und Kraft aus Tai Chi. Bevor er in einem blau irisierenden Maßanzug zu einem Treffen mit seinen Auftraggebern geht, lässt er sich die Schuhe am Automaten putzen, wäscht sich akribisch die Hände, um sich dann am Flughafen in der Lounge von zwei dubiosen Herren mit Sonnenbrillen einen kleinen Koffer und einen Satz Schlüssel geben zu lassen. Hier wird erstmals die Running-Gag-Frage gestellt, ob er spanisch spricht, die sich durch den ganzen Film zieht. Der Geheimnisvolle reist nach Spanien. Was er bezweckt, bleibt im Dunkeln. Immer wieder trifft er Leute, die ihm Botschaften übermitteln, er verschluckt kleine Zettelchen mit Nummern und spült sie mit Espresso runter. Er ist ein Typ, den nichts aus der Balance bringt, außer wenn der Kellner nicht wie bestellt zwei Tassen Espresso bringt, sondern einen doppelten. Der Sinn der Aktionen erschließt sich nicht, der Weg ist das Ziel, auch wenn es am Ende zu einem Showdown mit einem Amerikaner (Bill Murray) im schwer bewachten Bunker kommt.

Jarmusch setzt auf das Intuitive und Imaginative, nicht auf das Rational-Analytische. Auf dem Trip durch Spanien begegnet er der Blonden (seiner Muse und seinem "Fetisch" Tilda Swinton) mit Cowboyhut, die über Orson Welles' "Die Lady von Shanghai" parliert, der Japanerin, die sich den Molekülen verschrieben hat, dem Mexikaner, dessen Pickup mit der Inschrift "La vida no vale nada" verziert ist oder der Spanierin, die ihn verführen will. Aber er folgt seinen Prinzipien: Keine Waffen, kein Sex, kein Mobiltelefon während der Arbeit. Zwischendurch besucht der Schweigsame mit den unbeweglichen Gesichtszügen gerne das Museum, um sich jeweils nur auf ein Bild zu konzentrieren. Es geschieht wie in einer Endlosschlaufe so gut wie nichts, er sitzt im Café, im Hotelzimmer, im Flugzeug, manchmal knattern US-Überwachungshubschrauber am Himmel, eine Aneinanderreihung wiederkehrender Dialoge und Variationen von Szenen. Christopher Doyle fängt die Farben Spaniens ein, von den Landschaften bis hin zu feinen Keramikmosaiken, als Kontrast dazu gibt es immer wieder Close-Ups auf Bankolés unbewegtes Gesicht. Gedreht wurde auf 35mm mit entsprechenden Linsen. "Limits of Control", eine irritierende Reise durch ein experimentelles Labyrinth, ist weniger gefällig und zugänglich als "Broken Flowers", streift durch philosophische Gefilde und mysteriöse Zusammenhänge, könnte auch ein großer Bluff sein. Die Quintessenz? "Reality is arbitrary". mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Tobis
O-Titel The Limits of Control
Land / Jahr USA/Japan 2009
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Kriminalfilm
Produktionsfirmen PointBlank Films (US)/Entertainment Farm (JP)
Kinostart 28.05.2009
Laufzeit 116
FSK ab 12 Jahre
Einspielergebnis D € 574.374
Bes. (EDI) 87.430
Bes. (FFA) 97.313
Charthistory
USA-Start 01.05.2009, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 362.032
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Stacey E. Smith, Gretchen McGowan
Ausf. Produzent Jon Kilik
Regie Jim Jarmusch
Drehbuch Jim Jarmusch
Darsteller Isaach De Bankolé (Geheimnisvoller Fremder), Alex Descas (Kreole), Jean-François Stévenin (Franzose), Luis Tosar (Violine), Paz de la Huerta (Nackte), Tilda Swinton (Blonde), Youki Kudoh (Molekül), John Hurt (Gitarre), Gael García Bernal (Mexikaner), Hiam Abbass (Fahrerin), Bill Murray (Amerikaner)
Kamera Christopher Doyle
Schnitt Jay Rabinowitz
Musik Boris
Produktionsdesign Eugenio Caballero
Ton Robert Hein (Aufnahme)
Kostüme Bina Daigeler
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
The Limits of Control Universum Film DVD, ab 12, 112 Min. Kauf
The Limits of Control Universum Film DVD, ab 12, 111 Min. Kauf
The Limits of Control Universum Film Blu-ray Disc, ab 12, 116 Min. Kauf
The Limits of Control Universum Film Blu-ray Disc, ab 12, 116 Min. Leih
The Limits of Control Universum Film DVD, ab 12, 111 Min. Leih
Enthalten in:
Jim Jarmusch - The Complete Collection (12 Discs)Jim Jarmusch - The Complete Collection (12 Discs)
STUDIOCANAL Home Entertainment
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 16, 1246 Min.
Blu-ray Disc, ab 16, 1294 Min.
Kauf
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Ein geheimnisvoller Fremder in einem gutsitzenden Anzug kommt in Spanien an und macht sich auf den Weg, einen Auftrag zu erfüllen, der so mysteriös ist, dass teilweise nicht einmal der Fremde selbst zu wissen scheint, was sein Inhalt ist. Bei sich trägt er einen kleinen Koffer mit unbekanntem Inhalt und einen Satz Schlüssel. Auf verschiedenen Stationen trifft der Fremde auf undurchsichtige Figuren, die rätselhafte Botschaften für ihn bereithalten. Nur eines ist klar: Keine Waffen, kein Sex, kein Mobiltelefon während der Arbeit.

Nach "Broken Flowers" hält der Jim Jarmusch erneut ein Road Movie bereit, das zwar wieder von trockenem Humor geprägt ist, sich aber vor allem in der Tradition des existenzialistischen Krimis sieht. Ausgehend von einem lediglich 25 Seiten starken Drehbuch entwickelte Jarmusch die Geschichte eines Fremden mit mysteriöser Mission als Hommage an John Boormans "Point Blank" im Speziellen und den europäischen Thriller der Siebzigerjahre im Allgemeinen. Starke Besetzung, aber auch etwas Leerlauf in der Story.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Pressestimmen

US-Regisseur Jim Jarmusch, zuletzt heiter-melancholisch und sehr erfolgreich mit "Broken Flowers", präsentiert einen spannenden Roadtrip, gefilmt an den schönsten Orten Spaniens und mit einer außergewöhnlichen Darstellerriege: Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton, Gael Garcia Bernal und Bill Murray geben sich unter anderem die Ehre. Dieser neue Jarmusch ist reinste Kino-Magie!

Treffpunkt Kino

"Limits of Control", eine irritierende Reise durch ein experimentelles Labyrinth, ist weniger gefällig und zugänglich als "Broken Flowers", streift durch philosophische Gefilde und mysteriöse Zusammenhänge, könnte auch ein großer Bluff sein. Die Quintessenz? "Reality is arbitrary".

Blickpunkt:Film

"The Limits of Control" ist kein simples Stück Kinounterhaltung, und so waren viele Kritiker rasch fertig mit dem Film: elitär, minimalistisch, unverständlich, so tönt es aus den Texten der Kollegen in Amerika.

Frankfurter Allgemeine, 28. Mai 2009

All die bedeutungsschwanger aufgeladenen Begegnungen ergeben keinen Sinn. So wohnt der Zuschauer nur einem langatmigen buddhistisch-abendländischen Mantra-Abarbeitungs-Trip bei, der eher ratlos macht.

Münchner Abendzeitung, 28. Mai 2009

Wer findet, dass "Dead Man" (1995) Jarmuschs bestes Werk der letzten zwei Jahrzehnte war, wird "The Limits of Control" mögen. Wer allerdings bereits damals schon der Meinung war, dass es einfach nur von intellektueller Eitelkeit zeugte, einen fetten Indianer ausgerechnet "William Blake" zu nennen, der wird auch mit Jarmuschs neuestem Opus seine Schwierigkeiten haben.

Welt kompakt, 28. Mai 2009

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