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The Hate U Give

Engagierter Drama-Thriller-Mix um eine junge Frau, die Stellung bezieht.

The Hate U Give Großansicht
(Bild: Fox)
Verleih Fox
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2018
Regie George Tillman Jr.
Darsteller Amandla Stenberg, Algee Smith, Regina Hall
Kinostart 28.02.2019
Boxoffice USA $ 29.714.621
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Starr lebt in einem armen Schwarzenviertel und geht auf eine Privatschule in einem weißen, reicheren Viertel. Als sie mit ansehen muss, wie ihr Jugendfreund von einem Polizisten erschossen wird, überdenkt sie das vom Vater gelernte Verhalten, nicht auf zu fallen, und engagiert sich bei den Protesten gegen Rassendiskriminierung und Polizeibrutalität.

Engagierter Drama-Thriller-Mix nach populärer Buchvorlage, das Regisseur und Produzent George Tillman Jr. mit der aufstrebenden und für ihre Rolle prämierten Amandla Stenberg und Anthony Mackie aus den "Avengers"-Filmen atttraktiv besetzt ist.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Fox
O-Titel The Hate U Give
Land / Jahr USA 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Kriminalfilm
Kinostart 28.02.2019
Laufzeit 133
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
USA-Start 05.10.2018, bei 20th Century Fox
Boxoffice USA $ 29.714.621
Web-Link http://www.fox.de/the-hate-u-give
nach oben Cast & Crew
Regie George Tillman Jr.
Darsteller Amandla Stenberg, Algee Smith, Regina Hall
nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Spannender und mitreißender Film über ein junges afro-amerikanisches Mädchen, das sich in der Welt der Weißen akklimatisiert hat - bis sie mitansehen muss, wie ihr bester Freund von einem Polizisten auf offener Straße erschossen wird.

Starr war 9, als ihr Vater ihr das erste Mal erklärte, wie sie sich bei einer Polizeikontrolle zu verhalten habe. Als Afro-Amerikanerin sei sie per se eine "Bedrohung" für die Weißen - und je unauffälliger sie sich benehme, desto besser. Für Starr wird dieses Verhalten zum Lebensmuster. Weil sie auf eine Privatschule geht, versucht sie ihre Herkunft aus dem von Bandenkriminalität beherrschten Vorort so gut es geht zu leugnen. Doch als ihr bester Freund in ihrem Beisein von einem Polizisten bei einer Fahrzeugkontrolle erschossen wird, bricht für Starr ihre Welt zusammen. Denn der Tod des jungen Mannes, der unschuldig sterben musste, führt zu Ausschreitungen der schwarzen Bevölkerung. Als einzige Zeugin des Vorfalls muss sich Starr entscheiden. Will sie schweigen, um ihre Zukunft nicht zu gefährden? Oder will sie ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeit erheben, die ihren Freund das Leben kostete? THE HATE U GIVE von George Tillman Jr. basiert auf dem gleichnamigen New-York-Times-Bestseller von Angie Thomas und fesselt den Zuschauer von Anfang an. Das Grundthema ist Rassismus - doch der Film beschreibt, auch durch seine ruhige unaufgeregte Erzählhaltung und seine einfühlsame Figurenbeschreibung, mehr als nur die hochaktuelle gesellschaftliche Problematik. Durch das titelgebende Leitmotiv "Thug Life" des Rappers Tupac Shakur ("The Hate U Give Little Infants F..... Everybody") zeigt der Film all die Auswirkungen von Rassismus, und das anhand der Generation, die darunter leidet und es weiterträgt: Kinder und Jugendliche. Gerade für diese Zielgruppe ist die 16-jährige Starr eine hervorragende Identifikationsfigur. Amandla Stenberg spielt sie als offenen Menschen mit reinem Herzen. Eine junge Frau, die ihre Familie liebt und fast daran zerbricht, immer zwischen Schwarz und Weiß wandeln zu müssen. Auch die anderen Figuren sind hervorragend gezeichnet und gespielt. Ob Starrs Eltern, die für ihre Kinder alles opfern, ihre Freunde in der High-School, die trotz aller politisch korrekten Äußerungen ihre Vorurteile nicht verhehlen können oder Starrs Onkel, der als nicht-weißer Polizist genau wie Starr verschiedene Standpunkte miteinander in Einklang bringen muss. Dem Film gelingt es, in solchen Figuren eine große Ambivalenz zu zeigen, ohne aber eine Seite zu verurteilen und zu plakativ zu werden. Die dynamische Kamera ist immer nah bei Starr, gerade bei den Demonstrationsszenen wirken die Bilder fast schon dokumentarisch real. Die Trennung der Welten wird durch die Farb- und Lichtsetzung deutlich, die Starrs Viertel oft in dunkle und warme Töne tunkt und die Welt der Weißen als kalt und hell verdeutlicht. Am Ende des Films steht die Gefahr der Eskalation, die von einer Chance auf Versöhnung gebannt wird. Eine hoffnungsvolle Botschaft, die über den Film hinaus wirken kann.

Gutachten:

Spätestens seit der BlackLifesMatter-Bewegung sind rassistisch motivierte Polizeigewalt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten - und das längst nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Die afroamerikanische Autorin Angie Thomas hat die Ereignisse, von denen man immer wieder in den Nachrichten hört oder liest, in ihrem Young-Adult-Debütroman "The Hate U Give" thematisiert und damit nicht nur in den USA eine breite Diskussion angeregt. Ddas Buch entwickelte sich dort quasi über Nacht zu einem Bestseller, von dem innerhalb eines einzigen Monats mehr als 100.000 Exemplare verkauft wurden, insgesamt war das Buch 50 Wochen in der Bestsellerliste der New York Times.

George Tilmann Jr. hat aus der schon sehr gelungenen Vorlage einen emotional aufwühlenden und überaus bewegenden Film geformt, der trotz einer gewissen Länge und Epik durchgängig packt und überzeugt und der seinen schwierigen Themenkomplex aus Polizeigewalt, Alltagsrassismus und Chancenungleichheit auf vielfältige und ausdifferenzierte Weise zu vermitteln weiß und dabei Gewalt und deren Motivation auf beiden Seiten zeigt.

Getragen wird das Drama von einem exzellenten Cast, bei dem neben der Darstellerin der Hauptperson Starr nahezu jedes Mitglied überzeugen kann. Unterstützt werden diese herausragenden darstellerischen Qualitäten von einer exzellenten Kameraarbeit, die von dokumentarisch bis episch zahlreiche Facetten beherrscht und dem Film so eine große formale wie emotionale Varianz verleiht.

Das tiefgründige Drehbuch verleiht jeder der zahlreichen Figuren Tiefe und Brüche und macht so deren Erleben und Handeln schlüssig und nachvollziehbar. In diesem Film ist kaum jemand wirklich böse oder nur gut, sondern zeichnet sich vielmehr durch ein vielschichtiges Innenleben aus, das den Personen eine große Glaubwürdigkeit und Authentizität verleiht.

Dass Angie Thomas und mit ihr der Film nicht einen der großen und bekannten Fälle von Polizeigewalt als Vorbild wählte, sondern einen vermeintlich weniger spektakulären, erweist sich bei näherer Betrachtung in vielerlei Hinsicht als Glücksfall und macht diesen Film zu einem echten Erlebnis, das auf bewegende Weise Einblicke in den US-amerikanischen Alltagsrassismus ermöglicht.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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