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The Death of Stalin

Mit ätzendem Humor erzähltes Politdrama über den absurde Ausmaße annehmenden Machtkampf nach dem Tod von Josef Stalin.

The Death of Stalin Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich, Großbritannien 2017
Regie Armando Iannucci
Darsteller Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Paddy Considine
Kinostart 29.03.2018
Einspielergebnis D € 494.844
Bes. (EDI) 63.814
Bes. (FFA) 65.034
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Boxoffice USA $ 7.994.085
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Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Nach dem Tod von Diktator Josef Stalin im März 1953 beginnt ein wildes Geschacher und Sich-in-Stellung-Bringen der Towarischs aus dem Politbüro. Der wieselige Chruschtschow, der eitle Malenkow, der irritierte Molotow und der soziopathische Geheimdienstchef Beria wollen alle die Nachfolge antreten und ihnen ist fast jedes Mittel recht.

Mit einem bestechenden Sinn für ätzenden Humor und die Absurditäten politischer Machtspiele erzählt Armando Iannucci über die Rangelei nach dem Tod von Stalin. Iannucci, der mit der Politsatire-Serie "The Thick of It" bekannt wurde, stützt sich hier erstmals auf Tatsachen, an denen er gar nicht so wild schrauben muss. Unterstützt wird er bei seiner Abrechnung mit dem Machtapparat der UdSSR und dessen Politik der Einschüchterung von seinem hervorragenden Ensemble, das mit Gusto bei der Sache ist.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Mit einem bestechenden Sinn für ätzenden Humor und die Absurditäten politischer Machtspiele erzählt Armando Iannucci über die Rangelei nach dem Tod von Stalin.

Seit Armando Iannuccis britischer Serie "The Thick of It", aus der sich auch sein Filmdebüt "In the Loop" (der in Großbritannien und den USA gefeiert wurde und eine Oscar-Nominierung für das beste Drehbuch erhielt, in Deutschland indes unter dem wenig reizvollen Titel "Kabinett außer Kontrolle" als Videopremiere versenkt wurde) ergab, gilt der Schotte Iannucci als amtierender Meister der messerscharfen Politsatire. Was er seit 2012 auch mit seiner euphorisch gefeierten US-Serie "Veep" unter Beweis stellt. Nun richtet er seinen Blick erstmals auf eine historisch belegte Begebenheit, eine überaus heikle noch dazu, die zumindest auf den ersten Blick alles andere als komisch erscheint: das wilde Geschacher und Sich-in-Stellung-Bringen der Towarischs aus dem Politbüro nach dem überaus banalen Tod von Diktator Josef Stalin Anfang März 1953. Dabei muss Iannucci noch gar nicht einmal wild an den Tatsachen schrauben, um den Aberwitz der Situation und die Gewieftheit der Methoden, mit denen sich Nikita Chruschtschow vom Obkomsekretär zum Parteichef der KPdSU intrigierte, als Grundlage für eine Komödie zu nutzen, in der es bei jeder Pointe buchstäblich um Leben und Tod geht.

Wenn die Beteiligten über Leichen gehen, um sich Vorteile beim Ringen um die Macht im Land zu verschaffen, befindet sich Iannucci in seinem Element und nutzt sein Talent für pechschwärzesten Humor, um aus einem Feuerwerk zündender Gags eine ätzende Abrechnung mit dem Machtapparat der UdSSR und dessen Politik der Einschüchterung zu machen. Die Schauspieler nutzen die Gunst der Stunde und stürzen sich mit Gusto auf die Rollen: Steve Buscemi als wieseliger Chruschtschow, Jeffrey Tambor als eitler Malenkow, Michael Palin als irritierter Molotow und last but not least der gefeierte Theaterschauspieler Simon Russell Beale als der soziopathische Geheimdienstchef Beria sind großartig als vormalige Speichellecker Stalins, die aus dem Schatten ihres vormaligen Führer treten, um ihre Lust an der Macht zu entdecken, ohne allerdings das nötige Rüstzeug zur Führung eines Landes mitzubringen. Was den Film nicht nur aberwitzig komisch macht, sondern auf bezeichnende Weise aktuell. Wenn in zehn Jahren ein Film über Ära Trump gemacht wird, muss Armando Iannucci Regie führen. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel The Death of Stalin
Land / Jahr Frankreich/Großbritannien 2017
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie
Produktionsfirmen Quad (FR)/Main Journey (GB)
Drehort England und Ukraine
Drehzeit 20.06.2016
Kinostart 29.03.2018
Laufzeit 108
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 494.844
Bes. (EDI) 63.814
Bes. (FFA) 65.034
Charthistory
USA-Start 09.03.2018, bei IFC Films
Boxoffice USA $ 7.994.085
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.deathofstalin-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Nicolas Duval-Adassovsky, Kevin Loader, Laurent Zeitoun, Yann Zenou
Koproduzenten André Logie
Ausf. Produzenten Jean-Christophe Colson, Giles Daoust, Catherine Dumonceaux
Regie Armando Iannucci
Drehbuch Armando Iannucci, David Schneider, Ian Martin, Peter Fellows
Buchvorlage Fabien Nury (Graphic Novel), Thierry Robin (Graphic Novel)
Darsteller Steve Buscemi (Nikita Chruschtschow), Simon Russell Beale (Lavrentiy Beria), Paddy Considine (Andryev), Rupert Friend, Jason Isaacs, Michael Palin, Andrea Riseborough, Jeffrey Tambor, Adrian McLoughlin, Olga Kurylenko, Richard Brake, Jonathan Aris
Kamera Zac Nicholson
Schnitt Peter Lambert
Musik Christopher Willis
Produktionsdesign Cristina Casali
Kostüme Suzie Harman
Casting Sarah Crowe
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
31. Europäischer Filmpreis
Europäischer Filmpreis Großansicht
2018, Berlin, 15.12.2018 Europäische Komödie  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
The Death of Stalin EuroVideo Medien DVD, ab 12, 103 Min. Kauf
The Death of Stalin EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 107 Min. Kauf
The Death of Stalin EuroVideo Medien DVD, ab 12, 103 Min. Leih
The Death of Stalin EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 107 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Nach dem Tod von Diktator Josef Stalin im März 1953 beginnt ein wildes Geschacher und Sich-in-Stellung-Bringen der Towarischs aus dem sowjetischen Politbüro. Der wieselige Chruschtschow, der eitle Malenkow, der irritierte Molotow und der soziopathische Geheimdienstchef Beria wollen alle die Nachfolge antreten, und ihnen ist dabei fast jedes Mittel recht. Jeder weiß aber auch, dass ein Fehltritt das eigene Ende herbeiführen könnte.

Mit bestechendem Sinn für ätzenden Humor und die Absurditäten politischer Machtspiele erzählt Armando Iannucci über die Rangelei nach dem Tod von Stalin. Iannucci, der mit der Politsatire-Serie "The Thick of It" bekannt wurde, stützt sich hier erstmals auf Tatsachen, an denen er gar nicht so wild schrauben muss. Unterstützt wird er bei seiner Abrechnung mit dem Machtapparat der UdSSR und dessen Politik der Einschüchterung von seinem hervorragenden britisch-amerikanischen Ensemble, das mit Gusto bei der Sache ist.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Nach dem wenig ehrenvollen Tod von Stalin bringen sich die mächtigsten Männer Russlands in Stellung - und gehen auf dem Weg an die Macht über Leichen. Mit ätzendem Humor erzählte Politsatire.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollKurztext:

Bitterböse und scharfzüngige Satire von Armando Iannucci rund um den Tod des Diktators Stalin und die anschließenden Machtspiele in seinem Kabinett.

Es ist März 1953. In der UdSSR herrscht Generalsekretär Stalin. Mit eiserner Faust. Bis er eines Tages einfach umfällt. Schlaganfall. Mitten in seinem Arbeitszimmer. Als die Mitglieder des Kabinetts ihn dort finden, muss schnell eine Lösung gefunden werden. Eine Lösung nicht nur für Russland. Denn jeder einzelne Minister ist ab sofort mehr damit beschäftigt, seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen als sich um das Wohl des Vaterlands zu kümmern. Mit THE DEATH OF STALIN erzählt Armando Iannucci die Geschichte rund um den Tod Stalins und seine politischen "Erben" als bitterböse, schwarzhumorige Satire. Die Figuren sind allesamt historisch, doch natürlich ist ihr Verhalten in bester absurder Tradition überzeichnet und verstärkt, was sämtliche Darsteller mit einer großen Portion Augenzwinkern verkörpern. Da gibt es beispielsweise Lawrenti Beria, der als Chef der Geheimdienste hauptsächlich dafür verantwortlich war, die Machtexzesse Stalins gegenüber allen Gegnern zu verteidigen - indem er diese töten oder einsperren ließ. Simon Russell Beale spielt Beria als verschlagenen und machtbesessenen Intriganten, der klug alle Schachfiguren in der Hand hält, bis er sich selbst als Bauernopfer wähnt. Oder auch Jeffrey Tambor, der seinen Georgi Malenkow als rückratlosen Funktionär darstellt, der sein Fähnchen immer nach dem Wind hängt, der gerade am stärksten bläst. Und natürlich Steve Buscemi als Nikita Chruschtschow, der im internen Machtkampf mit Beria zunächst den Kürzeren zieht - bis er dann zum ultimativen Schlag gegen den Erzfeind ausholen kann. Dies alles verkörpert Buscemi durch eine sehr genau eingesetzte Mischung aus manisch-wütendem Wahn und arroganter Coolness. Auch die Nebenfiguren sind illustre Gestalten, das Ensemble, allen voran Michael Palin, Jason Isaacs, Andrea Riseborough und Rupert Friend, spielt mit vollem Einsatz. Die doppelbödigen Dialoge werden mit schnellem Tempo vorgetragen, und das pompöse Setting dient als würdige Kulisse eines intriganten Ränkespiels, welches am Ende einen klaren Verweis darauf liefert, dass es sich hier nicht um einen einmaligen historischen Vorfall handelt, sondern dass Politik nun einmal so funktioniert. Ob damals, heute oder morgen.

Gutachten:

Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde. Diese alte Weisheit um Ränkespiele und Intrigen im Ringen um lukrative Ämter in Partei und Staat nahmen sich Autor Fabien Nury und Illustrator Thierry Robin zum Vorbild für ihre Graphic Novels "The Death of Stalin. Agonie" (2010) und "The Death of Stalin: Funérailles" (2012). Sie waren Vorlage für die Groteske des schottischen Regisseurs Armando Iannucci, der zuvor mehrere Episoden der Polit-Comedy "Veep - Die Vizepräsidentin" inszenierte und die Vorlage für den satirischen Spielfilm KABINETT AUSSER KONTROLLE schrieb, welcher die britische und amerikanische Invasion im Irak durch den Kakao zieht.
Sein in London, Moskau und Kiew gedrehter Film um die Machtkämpfe nach dem Ableben des sowjetischen Diktators feierte auf dem Filmfestival von Toronto seine Premiere. Die Pianistin Maria Yudina löst mit einem Hassbrief die Herzattacke aus, die den gefürchteten Despoten niederstreckt. Noch wenige Minuten vor seinem Tod hat er wieder eine der Listen mit willkürlichen Todesurteilen abgezeichnet, die die Bürger der Sowjetunion verängstigen und in Agonie und Lethargie versetzen. Denn kaum einer der Verhafteten kehrt zurück. Die Tragik dieser Schreckensherrschaft für die Menschen wird im Film nicht mal ansatzweise angedeutet, was die Jury kritisch anmerken möchte.
Noch bevor Stalin einbalsamiert ist, entbrennen im engsten Kreis des Zentralkomitees die Kämpfe um die Nachfolge. Der verhasste NKWD-Chef Lavrentiy Berija, der Giftzwerg, will als erster nach der Macht greifen. Dafür will er sich von der Politik Stalins absetzen. Um ihm alleine die Schuld am Verfolgungssystem in die Schuhe zu schieben, lässt er Millionen Verhaftete frei. Darunter die Frau von Außenminister Molotow, die dieser tot glaubte.
Molotow erweist sich in dieser Situation, wo er selbständig handeln müsste, als ebenso überfordert wie Stalins treu ergebener Stellvertreter Georgi Malenkow. General Georgi Schukow, Held der Sowjetunion, der 1945 in Berlin die bedingungslose Kapitulation Hitler-Deutschlands akzeptierte, kehrt nach seiner Verbannung durch Stalin nach Moskau zurück, um sich seinen Platz im Machtzentrum zu sichern. Dass er als eitler Pfau dargestellt wird, mag einer der Gründe sein, dass das russische Kultusministerium die bereits erteilte Aufführungserlaubnis zurückzog.
Aber auch das Bild des Reformers Nikita Chruschtschow wird nachhaltig angekratzt, der sich als erster aus dem engsten Kreis um den Diktator endgültig aus der Starre löste und 1956 mit seiner Geheimrede auf dem XX. Parteitag der KPdSU die Entstalinisierung einleitete. Obwohl er seit 1939 selbst Mitglied im Politbüro der KPdSU und damit Mitwisser und Handlanger Stalins war.
Steve Buscemi als Chruschtschow und Jason Isaacs als Schukow ragen aus dem brillanten Ensemble heraus, das den von wechselnden Allianzen, und unerwarteten Manövern gekennzeichneten Kampf um die Macht im Kreml und die dahinterstehenden Strukturen mit viel Spielfreude auf die Leinwand bringt. Keiner hat Interesse an wirklichen Reformen, allen geht es nur ums eigene politische und persönliche Überleben.
Der Film ist mit viel Liebe für Details ausgestattet und entwirft ein stimmiges, realistisches Zeitbild der sowjetischen Hauptstadt im Jahre 1953. Obwohl die Handlung genau verortet ist, wird der Film über den konkreten Einzelfall hinaus auch zu einem Gleichnis über Formen von Ja-Sagerei und Anpassung in politischen Parteien und über den Aufstieg und Fall von Politikern.
THE DEATH OF STALIN hat durchaus komische, irrwitzige Szenen und Dialoge. In den Augen der Jury können diese leider nicht völlig über einige dramaturgische Schwächen hinwegtäuschen. Der Groteske fehlt der große Spannungsbogen und so bleibt er beinahe durchgehend in einer Tonlage.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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