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Stolz und Vorurteil

Kinoneuverfilmung von Jane Austens Romanklassiker aus dem Jahr 1813 für Fans von "Shakespeare in Love".

Stolz und Vorurteil Großansicht
(Bild: UIP)
Verleih UIP
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Großbritannien 2005
Regie Joe Wright
Darsteller Keira Knightley, Matthew Macfadyen, Claudie Blakely
Kinostart 20.10.2005
Einspielergebnis D € 6.204.902
Bes. (EDI) 980.108
Bes. (FFA) 996.750
Charthistory
Boxoffice USA $ 38.251.759
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 13.07.2008 (RTL)

nach oben Inhalt & Info

England, Ende des 18. Jahrhunderts: Familie Bennet freut sich über ihren neuen, in der höheren Gesellschaft anerkannten Nachbarn Mr. Bingley, den sich Mutter Bennet sogleich als Schwiegersohn und Gatten für eine ihrer fünf Töchter erhofft. Bingley verliebt sich auch prompt in die Älteste, aber auch die anderen vier sollen nicht lange allein bleiben...

Regisseur Joe Wright hält sich bei seiner Verfilmung von Jane Austens Romanklassikers aus dem Jahr 1813 streng an das Original, schlägt durchaus ernste Töne an und wird von einem hervorragenden Schauspielerensemble unterstützt, das die hervorragende Charakterzeichnung optimal umsetzt. Wunderschön und authentisch bebildertes klassisches Kostümkino.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Regisseur Joe Wright legt den Klassiker von Jane Austen inhaltlich und stilistisch ernster an als frühere Interpretationen und macht die brillant aufspielende Keira Knightley endgültig zum Star.

Elizabeth Bennet, schrieb Jane Austen am Ende ihrer Tage, sei ihr die liebste aller von ihr erdachten Figuren. Nicht nur deshalb gilt "Stolz und Vorurteil" mit eben jener klugen, aufgeklärten und für ihre Zeit emanzipierten Frau als zentrales Werk im Oeuvre der Schriftstellerin. Der Roman selbst mit seiner ausgefeilten Figurenkonstellation, seiner fein pointierten Gesellschaftskritik und seiner romantischen Liebesgeschichte ist ein zeitloses Meisterwerk. Kein Wunder, dass sich zahllose mehr oder weniger gelungene Liebesdramen, -komödien und -schnulzen nebst halb Bollywood bei "Stolz und Vorurteil" bedient haben. Ebenfalls kein Wunder, dass sich seit Jahren kein Regisseur an die Verfilmung des Dickschiffs von Original gewagt hat. Zuletzt setzte 1995 der arrivierte britische Regisseur Simon Langton den Stoff mit Jennifer Ehle und Colin Firth in den Hauptrollen als Mini-TV-Serie um - mit fünf Stunden Länge und großer Interpretationsfreiheit. Deutlich sparsamer an Zeit, inhaltlich dichter an der Vorlage und insgesamt im besten Sinne gravitätischer geht nun Joe Wright zu Werke. Zwar sind die durch Stolz und Vorurteil verursachten Irrungen und Wirrungen, die die fünf Töchter des duldsamen Vaters Bennet (Donald Sutherland) auf der Suche nach dem rechten Ehegatten erdulden müssen, höchst amüsant - auch und vor allem wegen der umtriebigen Mutter Bennet (Brenda Blethyn). Doch Keira Knightley überrascht mit einer Ernsthaftigkeit und Präzision, die ihre bisherigen Rollen nahezu konterkariert. Ihre Elizabeth Bennet hat nichts mit den Schienbein tretenden, Säbel oder Axt schwingenden Sympathie-Amazonen aus "Kick It Like Beckham", "Fluch der Karibik" und "King Arthur" zu tun, und auch das zeitgeistige Zuckersüße ihres Parts aus "Tatsächlich ... Liebe" ist meilenweit entfernt. Ganz im Sinn der Romanfigur versprüht sie in jeder Einstellung eine grazile Anmut zwischen Mädchen und Dame, ohne die von Jane Austen angedachte Natürlichkeit und Klugheit zu verlieren. Dass die junge Schauspielerin dabei manchmal fast an die Grenzen ihres Könnens stößt, fängt der Regisseur durch kluge Schnitte und in erster Linie durch ein exzellentes Ensemble auf. So stehen Knightley vor allem Matthew MacFadyen als zurückgenommener und spröder, jedoch jederzeit präsenter Mr. Darcy, Bond-Bad-Girl Rosamund Pike als ältere Schwester Jane und in wenigen furiosen Auftritten Judi Dench als Lady de Bourgh zur Seite. Daneben gelingen Wright bei den pompös inszenierten Ballszenen atemberaubende Choreografien, bei denen die verschiedenen Akteure minutenlang ohne einen einzigen Cut anscheinend schwerelos durch Menschenmengen, verschiedene Räume und - auf Sekundenbruchteile genau getimt - aneinander vorbei kreuzen. Roman Osins Kameraarbeit reicht dabei in guten Momenten sogar an "Barry Lyndon" heran. Als einziger Wermutstropfen bleibt anzumerken, dass das in der Vorlage stärkere Moment der gesellschaftlichen Reflexion auf wenige Szenen beschränkt bleibt. Ein Preis, den man angesichts dieses Instant-Classics gerne bezahlt. tw.

Quelle: Blickpunkt:Film

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  • Szene aus Stolz und Vorurteil
 
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Verleih UIP
O-Titel Pride and Prejudice
Land / Jahr USA/Großbritannien 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Universal Pictures/Working Title Film
Drehort England
Drehzeit 19.07.2004
Kinostart 20.10.2005
Laufzeit 127
FSK o.A. (ohne Altersbeschränkung)
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 6.204.902
Bes. (EDI) 980.108
Bes. (FFA) 996.750
Charthistory
USA-Start 11.11.2005, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 38.251.759
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.stolz-und-vorurteil.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Tim Bevan, Eric Fellner, Paul Webster
Koproduzenten Jane Frazer
Ausf. Produzenten Debra Hayward, Liza Chasin
Regie Joe Wright
Drehbuch Deborah Moggach, Lee Hall
Buchvorlage Jane Austen
Darsteller Keira Knightley (Elizabeth Bennet), Matthew Macfadyen (Mr. Darcy), Claudie Blakely (Charlotte Lucas), Brenda Blethyn (Mrs. Bennet), Dame Judi Dench (Lady Catherine De Bourgh), Rupert Friend (Mr Wickham), Tom Hollander (Mr. Collins), Jena Malone (Lydia Bennet), Carey Mulligan (Kitty Bennet), Rosamund Pike (Jane Bennet), Donald Sutherland (Mr. Bennet), Talulah Riley (Mary Bennet), Simon Woods (Mr. Bingley), Peter Wight (Mr. Gardiner), Penelope Wilton (Mrs. Gardiner), Kelly Reilly (Caroline Bingley)
Kamera Roman Osin
Schnitt Paul Tothill
Musik Dario Marianelli
Produktionsdesign Sarah Greenwood
Kostüme Jacqueline Durran
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
59. British Academy Awards   2006, London, 19.02.2006 Bester Erstlingsfilm (Carl Foreman Award)  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Stolz und Vorurteil (Jahr100Film) Universal Pictures Germany DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil (The Costume Collection) Universal Pictures Germany DVD, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 0 (ohne Altersbeschränkung), 127 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil (Samt Edition)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, o.A. (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil (Book Edition)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, o.A. (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil Universal Pictures Germany DVD, o.A. (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil (Limited Edition inkl. Roman)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, o.A. (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Kauf
Stolz und Vorurteil Universal Pictures Germany DVD, o.A. (ohne Altersbeschränkung), 122 Min. Leih
Enthalten in:
Jane Austen Edition (3 Discs)
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 12, 344 Min.
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Jean-Yves Thibaudet Jean-Yves Thibaudet Stolz und Vorurteil - Pride & Prejudice
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Im England des späten 18. Jahrhunderts lebt die vielköpfige Familie Bennet am Rande der Armut. Dennoch will sich die dickköpfige, intelligente und schlagfertige Elizabeth Bennet so gar nicht ins strenge gesellschaftliche Korsett pressen und demütig - sowie möglichst lukrativ - verheiraten lassen. Sehr zu Sorge der Mutter, die ihre vier Töchter so schnell wie möglich unter der Haube sehen möchte. Da taucht der arrogante Mr. D'Arcy samt seinem ehewilligem Busenfreund auf, und Mrs. Bennet hört schon multiple Hochzeitsglocken läuten.

Golden-Globe-nominiert für die nuancierteste und bislang wohl beste Performance ihrer Karriere, begeistert "Fluch der Karibik"-Beauty Keira Knightley als ätherische doch willensstarke Früh-Emanze. An ihrer Seite trumpfen Schauspiel-Veteranen wie Donald Sutherland und Judi Dench, aber auch Newcomer wie Matthew MacFadyen mit tollen Leistungen auf. Gefühlvoll und vorlagegetreu inszeniert von Kino-Neuling Joe Wright, vermag die schön bebilderte Adaption von Jane Austens Werk Romantiker zum Schwelgen zu bringen.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollJane Austens Klassiker führt uns ins England des 19. Jahrhundert: Die Mittelstandsfamilie Bennet ist mit fünf Töchtern gesegnet. Eine wahre Katastrophe für die Herrin des Hauses, deren einzige Sorge es ist, diese möglichst reich verheiratet aus dem Haus zu bringen. Elizabeth ist die zweitälteste der Töchter - selbstbewußt, stolz, fast emanzipiert. Aus ihrer Sicht erzählt sich die Geschichte der Verirrungen und Wirrungen, der Mißverständnisse, von Liebesleid und verletzten Gefühlen.

In prächtigen Landschaftsbildern, herrlichen Stimmungen, wunderschönen Kamerafahrten durch die Gemächer oder von außen an den Fenstern entlang sieht man dem Treiben genußvoll zu. Die Rollen sind trefflich besetzt, das Spiel und die Sprache vorzüglich.

Dies alles wird von einer exzellenten Darstellerriege getragen: Sei es die schon legendäre Judi Dench oder Donald Sutherland in einer Paraderolle als Vater oder die zentrale Figur des Films, Keira Knightley als Elizabeth, die auf überzeugende Weise den dramaturgischen roten Faden zum Geschehen bildet.

Mit sicherer Hand inszeniert, traumhaft schön fotografiert, präzise montiert und mit einem passenden Soundtrack aus klassischen Meisterstücken garniert, ist der im besten Sinn konventionell gestaltete Film ein weiteres Meisterwerk englischer Filmkunst.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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