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Schloss aus Glas

Berührendes Coming-of-Age- und Familiendrama um eine Kindheit in Armut in den USA nach Bestsellervorlage.

Schloss aus Glas Großansicht
(Bild: Studiocanal)
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2017
Regie Destin Daniel Cretton
Darsteller Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts
Kinostart 21.09.2017
Einspielergebnis D € 849.821
Bes. (EDI) 108.070
Bes. (FFA) 102.970
Charthistory
Boxoffice USA $ 17.238.739
Charthistory
Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Jeannette und ihre Geschwister wachsen in einer unkonventionellen Familie ohne Sicherheit auf, in der sie schnell erwachsen werden müssen. Mutter Rose Mary interessiert sich mehr für ihre Kunst als für das Wohl ihrer Kinder, Vater Rex ist Alkoholiker und spielsüchtig, hat nie lange einen Job und so ziehen sie immer wieder um, haben kaum Geld zum Leben. Rex tröstet seine Kinder u.a. mit der Aussicht, dass sie gemeinsam einmal ein Schloss aus Glas bauen werden. Als Jeannette erwachsen ist, klammert sie sich an ein Leben, das im Gegensatz zu dem ihrer Kindheit steht.

Berührendes, top besetztes Drama nach Jeannette Walls' gleichnamigen autobiographischem Bestseller, in dem die für "Raum" Oscar-prämierte Brie Larson die Hauptrolle, Woody Harrelson und Naomi Watts Jeanettes Eltern spielen. Destin Daniel Cretton setzt die Coming- of-Age- und Familiengeschichte subtil zwischen Sozialdrama und Märchen in Szene.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

  • Szene aus Schloss aus GlasSzene aus Schloss aus Glas
  • Szene aus Joshua - TreeSzene aus Joshua - Tree
  • Szene aus SternenhimmelSzene aus Sternenhimmel
  • Szene aus Ihr lernt indem ihr lebtSzene aus Ihr lernt indem ihr lebt
 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Studiocanal
O-Titel The Glass Castle
Land / Jahr USA 2017
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 21.09.2017
Laufzeit 128
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 849.821
Bes. (EDI) 108.070
Bes. (FFA) 102.970
Charthistory
USA-Start 11.08.2017, bei Lionsgate
Boxoffice USA $ 17.238.739
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.studiocanal.de/kino/schloss_aus_glass
nach oben Cast & Crew
Produzenten Ken Kao, Gil Netter
Koproduzenten Tami Goldman
Ausf. Produzent Mike Drake
Ausf. Co-Producer. Jennie Lee, Bo Shen, Zhou Shixing
Regie Destin Daniel Cretton
Drehbuch Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham
Buchvorlage Jeannette Walls
Darsteller Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts, Ella Anderson, Chandler Head, Max Greenfield, Josh Caras, Charlie Shotwell, Iain Armitage, Sarah Snook
Kamera Brett Pawlak
Schnitt Nat Sanders
Musik Joel P. West
Produktionsdesign Sharon Seymour
Kostüme Joy Cretton, Mirren Gordon-Crozier
Casting Ronna Kress
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Schloss aus Glas STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 12, 122 Min. Kauf
Schloss aus Glas STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 12, 128 Min. Kauf
Schloss aus Glas STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 12, 122 Min. Leih
Schloss aus Glas STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 12, 128 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Jeannette Walls wächst mit ihren drei Geschwistern in bitterer Armut auf. Vater Rex ist nicht in der Lage, einen Job zu behalten, leidet unter Paranoia und kann nur mit Mühe seinen Alkoholismus vor seinen Kindern verbergen. Die Familie vagabundiert von einem kleinen Kaff zum anderen, leidet oft bitteren Hunger. Rex macht ihnen stets mit seinem Versprechen auf ein Schloss aus Glas Hoffnung. Je älter die Kinder werden und mürber Rex wirkt, desto mehr wird deutlich, dass eine Katastrophe nicht abzuwenden ist.

Mit ihrem gleichnamigen autobiografischen Bestseller schrieb sich Jeannette Walls 2005 ihre ganze Lebenslast vom Herzen. Destin Daniel Cretton ("Short Term 12") hat die Vorlage mit großer Starbesetzung verfilmt, allen voran Oscar-Gewinnerin Brie Larson, Woody Harrelson und Naomi Watts in den Hauptrollen. Wenn sie mit dabei sind, kann ein Film nicht richtig schlecht werden. Ein großer Wurf ist "Schloss aus Glas" aber auch nicht geworden, weil es ihm, etwa gegenüber "Captain Fantastic", an Leichtigkeit und Mut fehlt.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Eine Familie reist in Armut durch die USA und wird nur von dem Versprechen des Vaters getragen, eines Tages werde er ein Schloss aus Glas errichten. Berührendes Familiendrama nach Bestsellervorlage, das sich stets auf seine tollen Schauspieler verlassen kann.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Als Kind hat Jeannette Walls nie länger als ein paar Wochen am selben Fleck gewohnt. Die Mutter war Künstlerin, der Vater hat nie einen Job lange behalten können, da Spiel- und Alkoholsucht das verhindert haben. Für Jeannette und ihre Geschwister ein Leben ohne Sicherheit. Aber auch ein großes Abenteuer. Denn mit ihrem Vater verband sie ein festes inneres Band. Stundenlang planten Jeannette und ihr Vater gemeinsam irgendwann ein Schloss aus Glas zu bauen. Nun ist Jeannette erwachsen. Sie ist Journalistin, mit einem Finanzanalysten verheiratet und sehnt sich nach Ruhe, Beständigkeit und Ordnung. Ihre Kindheit und Familie scheint sie hinter sich gelassen zu haben. Doch letzten Endes kann sie nicht verhindern, immer ein Teil von ihr zu sein. SCHLOSS AUS GLAS von Destin Daniel Cretton ist die Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Jeannette Walls. Dass die Geschichte der Frau, die zwischen Liebe zu ihrer Familie und dem Wunsch nach einem anderen Leben hin- und hergerissen ist, so sehr berührt, ist auch dem fantastischen Ensemble zu verdanken. Woody Harrelson erscheint als Idealbesetzung für Jeannettes Vater: Auf der einen Seite ein Held, der gebildet, kreativ und großherzig ist. Auf der anderen Seite ein Abhängiger, dem es aufgrund seiner eigenen psychischen Probleme nicht gelingt, die Rolle als Vater und Versorger der Familie überzeugend auszufüllen. Auch Naomi Watts überzeugt als freigeistige Mutter, die ihr eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit vor die Bedürfnisse ihrer Familie stellt und es nicht schafft, sich gegen ihren Mann zu stellen, wenn dieser einmal wieder einen Job verliert oder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Der Film zeigt ungeschönt und offen die Ambivalenz der Elternfiguren, ohne sie zu verdammen. Denn schließlich ist der Film aus der Perspektive der Tochter erzählt, die Brie Larson mit einer eindrücklichen Mischung aus anerzogener Härte und hinter der Fassade aufblitzender Verletzlichkeit spielt. Auch der Rest des Ensembles, allen voran die Kinderdarsteller, spielt überzeugend, Ausstattung, Kostüm und Maske sind authentisch und die Kamera bleibt mit ihren starken Bildern immer ganz nah bei den Figuren. Nebenbei gelingt dem Film, durch die unstete Lebensweise der Familie, auch eine realistisch anmutende Milieustudie der amerikanischen unteren Arbeiterschicht. SCHLOSS AUS GLAS ist ein bewegendes und stark gespieltes Drama, an dessen Ende die Versöhnung zwischen Tochter und ihrem Vater steht. Und die Erkenntnis, dass Schlösser aus Glas nicht zwingend gebaut werden müssen. Manchmal reicht es aus, von ihnen zu träumen.

Gutachten:

Jeannette Watts hatte eine Kindheit, von der sich gut erzählen lässt, die aber schwer zu ertragen gewesen sein muss. Ihre Eltern waren Freigeister, die im Land umherzogen, sich künstlerisch verwirklichen wollten und dabei ihre vier Kinder sträflich vernachlässigten. In ihrem Bestseller erzählt Jeanette Watts davon, wie armselig, aber auch abenteuerlich dieses Leben für sie gewesen ist. Und in der Filmadaption von Destin Daniel Cretton gelingt es, den Geist des Buches zu bewahren, auch wenn zwangsläufig vieles aus der Vorlage wegfallen musste, um den Film so konzentriert zu erzählen. In der Rahmenhandlung ist Jeannette eine erfolgreiche Klatschjournalistin, die ihr Leben so streng organisiert hat, dass man schnell merkt, dass sie versucht, dadurch ihrer Vergangenheit zu entkommen. Dabei wirkt ihre Existenz im Wohlstand mit einem gutbezahlten Job in New York, einem teuren Apartment und einem Verlobten aus der feinen Gesellschaft seltsam beengt und blass. Weitgehend chronologisch wird auf der zweiten Ebene des Films von ihrer Kindheit erzählt: davon, dass ihre beide Eltern sie und ihre Geschwister vernachlässigten, dass sie ständig Hunger hatten und nur deshalb nicht völlig verwahrlosten, weil Jeannette als einzige die Kraft hatte, sich gegen ihren Vater zu behaupten. Das Verhältnis der beiden zueinander bildet den Kern der Geschichte und Cretton war so klug, die ambivalente Beziehung der beiden in den Mittelpunkt des Films zu stellen. Dabei gelingt es ihm, zugleich klar und komplex zu erzählen, und dabei den Vater und die Mutter nicht zu Rabeneltern, also Tätern zu machen. Sie haben eine große, anarchistische und dabei sehr amerikanische Vision vom freien Leben, zu der es nicht gehört, die eigenen Kinder verantwortungsvoll groß zu ziehen. Woody Harrrelson und Naomi Watts spielen sie dann auch als "Monster voller Unschuld", die ihren Kindern permanent schaden, sie aber offensichtlich auch lieben. Und Cretton gelingt es, diese Ambivalenz deutlich zu machen, sodass man zugleich abgestoßen und fasziniert von diesen Charakteren ist. Die drei Darstellerinnen von Jeannette Watts als Kind, Jugendliche und junge Frau können sich gegen das charismatische Spiel von Harrelson behaupten, und dies ist vielleicht die größte Leistung des Films. So bleibt Jeannette immer die Heldin ihrer Geschichte, und ihre Befreiung dadurch, dass sie sich mit ihrem Vater versöhnt und dann nicht mehr ihr Leben als einen Gegenentwurf zu dessen chaotischer Existenz durchstehen muss, ist eine bewegende Auflösung der Geschichte. Gelobt wurde auch die Kameraarbeit, durch die eine ganz eigene Atmosphäre und große Nähe zu den Charakteren entsteht.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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