Rosenstraße

Im heutigen New York macht sich die Journalistin Hannah auf, das Leben ihrer Mutter zu ergründen, die 1943 in Berlin von ihrer Mutter getrennt wurde. Durch ihre Recherchen erfährt sie vom Aufstand der Frauen in der Rosenstraße.

Rosenstraße Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2003
Regie Margarethe von Trotta
Darsteller Katja Riemann, Maria Schrader, Martin Feifel
Kinostart 18.09.2003
Einspielergebnis D € 3.730.583
Bes. (EDI) 631.597
Bes. (FFA) 640.578
Charthistory
Boxoffice USA $ 277.843
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Die New Yorker Journalistin Hannah macht sich auf, das Schicksal ihrer Familie im nationalsozialistischen Deutschland und das Leben ihrer Mutter zu ergründen. Hier trifft sie die mittlerweile 90-jährige Lena, die damals beim Aufstand einer Gruppe Frauen gegen die Internierung ihrer jüdischen Ehemänner Hannahs Mutter das Leben rettete.

Margarethe von Trottas Drama ist die Verfilmung einer historisch verbrieften Geschichte über den Aufstand einer Gruppe Frauen in Berlin zur Zeit des Dritten Reichs. Aus der Sicht einer Journalistin arbeitet die Regisseurin in Rückblenden ein wichtiges Stück deutscher Vergangenheit auf. Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel spielen die Hauptrollen in der prestigeträchtigen und mit 6,5 Millionen Euro budgetierten Produktion.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Nachdem Margarethe von Trotta bereits die unterschiedlichsten Epochen der jüngeren deutschen Geschichte filmisch aufgearbeitet hat - erinnert sei an "Die bleierne Zeit" (sechziger Jahre), "Rosa Luxemburg" (Jahrhundertwende) oder "Das Versprechen" (Mauerbau bis Mauerfall) -, beschäftigt sich die Grande Dame nationaler Kinokunst nun mit dem düstersten deutschen Kapitel, der Nazi-Zeit. In "Rosenstraße" erzählt sie die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte vom gewaltfreien Widerstand Berliner Frauen, die 1943 um das Leben ihrer jüdischen Männer kämpften. Mit Katja Riemann, Maria Schrader und Jürgen Vogel prominent besetzt und einem positiven Ende versehen, sind dem Drama, das in einer Parallelhandlung geschickt Bezüge zur Jetzt-Zeit herstellt, Box-Office-Zahlen im Bereich von Polanskis "Der Pianist" zuzutrauen.

"Rosenstraße" beginnt mit einer Trauerfeier im New York von heute. Im Schmerz um den Verlust ihres Mannes lässt die sonst so liberale Ruth Weinstein (etwas blass: Jutta Lampe) jüdisch-orthodoxe Werte wieder aufleben. Das bekommt besonders deren Tochter Hannah (energisch: Maria Schrader), die kurz vor der Hochzeit mit dem Südamerikaner Luis steht, zu spüren. Um das ungewohnte Verhalten ihrer Mutter zu ergründen, begibt sich Hannah zurück in die Vergangenheit. Sie trifft sich in Berlin mit der 90-jährigen Lena Fischer (imposant: Doris Schade), die in ausführlichen Gesprächen nach und nach die unfassbare Geschichte der Berliner Rosenstraße aufrollt.

Dort protestierten im Jahre 1943 Hunderte von Frauen gegen den Abtransport ihrer jüdischen Familienmitglieder. Unter ihnen die junge Lena (gelungenes Leinwand-Comeback: Katja Riemann), die nach Fabian (solide: Martin Feifel) sucht, und die kleine Ruth, die ihre Mutter nicht mehr findet. Am Ende werden die Internierten - einem Wunder gleich - freigelassen, nur Ruths Mama taucht nicht mehr auf. Stattdessen nimmt Lena das Mädchen unter ihre Fittiche.

Die Autorin, Regisseurin und frühere Schauspielerin Margarethe von Trotta hat sich in ihren Werken immer wieder mit brisanten politischen Themen auseinandergesetzt. Dafür belohnt wurde die 61-Jährige nicht nur mit zahlreichen Auszeichnungen, etwa 1981 der Goldene Löwe von Venedig für "Die bleierne Zeit" oder 1994 der Bayerische Filmpreis für "Das Versprechen", auch das Publikum ließ sie selten im Stich. So brachten es "Rosa Luxemburg" und "Die bleierne Zeit" immerhin auf rund 600.000 Besucher.

Mit "Rosenstraße" knüpft von Trotta nun an diese großen Erfolge an. Als Thema hat sie eines der wenigen positiven Ereignisse, die es aus der Zeit des Nationalsozialismus zu berichten gibt, gewählt. Das ist fast 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als legitim, zumal in "Rosenstraße" nichts beschönigt, nichts glorifiziert und schon gar nichts heroisiert wird. Es wird lediglich gezeigt, wie das angeblich so schwache Geschlecht durch Hartnäckigkeit, Furchtlosigkeit und ein bisschen Glück Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte.

Gemeinsam mit Koautorin Pamela Katz stellt von Trotta zudem einen Bezug zur heutigen Zeit her, indem sie in einer Parallelhandlung anhand von Luis und Hannah zeigt, dass heute noch Ressentiments gegenüber Mischehen existieren.

Die ruhige Kameraarbeit des langjährigen Trotta-Mitarbeiters Franz Rath, das dezente Produktionsdesign der ehemaligen DEFA-Szenenbildnerin Heike Bauersfeld sowie die erlesene Besetzung, aus der in Nebenrollen Jürgen Vogel als rebellierender Wehrmachtsoffizier, Nina Kunzendorf als einflussreiche Nazi-Schauspielerin sowie Jutta Wachowiak als kämpferische Rosenstraßen-Frau herausragen, verleihen diesem schnörkellos inszenierten Werk ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit. Sollte Concorde, die ja schon über einige Erfahrung mit Trotta-Filmen verfügt, die geeignete Marketing-Strategie finden, dürfte einem ordentlichen Achtungserfolg nichts im Wege stehen. lasso.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel Rosenstraße
Land / Jahr Deutschland 2003
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Studio Hamburg Letterbox Filmproduktion, Tele München Fernseh GmbH + Co. Produktionsgesellschaft, Get Reel Prods.
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 2.300.000),
FilmFörderung Hamburg (DM 2.000.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 614.000),
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (DM 500.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 511.200)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 180.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 150.000),
FilmFörderung Hamburg (EUR 80.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 75.704)
Drehort Hamburg, New York, Berlin, München
Drehzeit 17.09.2002 - 18.12.2002
Kinostart 18.09.2003
Laufzeit 135
FSK ab 12 Jahre
Bildformat Cinemascope
Tonformat Dolby-SRD
Einspielergebnis D € 3.730.583
Bes. (EDI) 631.597
Bes. (FFA) 640.578
Charthistory
USA-Start 20.08.2004, bei IDP Distribution
Boxoffice USA $ 277.843
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.rosenstrasse-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Richard Schöps, Henrik Meyer, Markus Zimmer
Koproduzenten Errol Nayci, Volkert Struycken
Producer Kerstin Ramcke
Regie Margarethe von Trotta
Drehbuch Margarethe von Trotta, Pamela Katz
Darsteller Katja Riemann (Lena Fischer), Maria Schrader (Hannah Weinstein), Martin Feifel (Fabian Fischer), Jürgen Vogel (Arthur von Eschenbach), Jutta Lampe (Ruth Weinstein), Doris Schade (Lena Fischer (mit 90 Jahren)), Fedja van Huêt (Luis Marquez), Carola Regnier (Rachel Rosenbauer), Svea Lohde (Ruth (mit 7 Jahren)), Jutta Wachowiak (Frau Goldberg), Jan Decleir (Nathan Goldberg), Thekla Reuten (Klara Fischer), Lilian Schiffer (Erika), Lena Stolze (Miriam Süssmann), Isolde Barth (Mutter Fabian), Fritz Lichtenhahn (Vater Fabian), Carine Cruzen (Mutter Erika), Nina Kunzendorf (Litzy), Martin Wuttke (Goebbels), Hans-Peter Hallwachs (Baron von Eschenbach), Gaby Dohm (Baroness von Eschenbach)
Kamera Franz Rath
Schnitt Corina Dietz
Musik Loek Dikker
Produktionsdesign Heike Bauersfeld
Ton Eric Rueff
Kostüme Ursula Eggert
Herstellungsleitung Sabine Schild
Produktionsleitung Hans-Erich Busch
Casting Sabine Schroth
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
60. Internationale Filmfestspiele in Venedig
Internationale Filmfestspiele in Venedig Großansicht
2003, Venedig, 27.08.2003 - 06.09.2003 Coppa Volpi, beste Hauptdarstellerin Katja Riemann
25. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2003, München, 16.01.2004 Kamerapreis Franz Rath
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Rosenstraße
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm VHS, ab 12, 130 Min. Kauf
Rosenstraße EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 130 Min. Kauf
Rosenstraße EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 130 Min. Leih
Rosenstraße EuroVideo Bildprogramm VHS, ab 12, 130 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

New York, heute. Um das abweisende Verhalten ihrer Mutter Ruth zu ergründen, begibt sich Hannah auf Spurensuche. In Berlin trifft sie sich mit der 90-jährigen Lena Fischer, die ihr von der Rosenstraße erzählt: 1943 protestierten dort Hunderte von Frauen gegen den Abtransport ihrer jüdischen Familienmitglieder. Unter ihnen die junge Lena und die kleine Ruth, die ihre Mutter nicht mehr findet. Am Ende werden die Internierten tatsächlich freigelassen, nur Ruths Mama taucht nicht mehr auf. Lena nimmt Ruth bei sich auf und rettet ihr so das Leben.

Nach engagierten Politfilmen ("Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg") bleibt Margarethe von Trotta ihrer Linie treu und erzählt die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte vom Widerstand Berliner Frauen gegen die Schergen des Nationalismus. Das Drama, das durch eine Parallelhandlung auch Bezüge zur Jetztzeit herstellt, ist mit Maria Schrader, Jürgen Vogel und Katja Riemann (beste Darstellerin, Venedig 2003) hochkarätig besetzt. Trottas kommerziell bis dato erfolgreichster Kinofilm.

Quelle: mediabiz.de

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