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Ray

Energiegeladenes Biopic über das Musiker- und Privatleben des blinden Soulgenies Ray Charles.

Ray Großansicht
(Bild: UIP)
Verleih UIP
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2004
Regie Taylor Hackford
Darsteller Jamie Foxx, Kerry Washington, Clifton Powell
Kinostart 06.01.2005
Einspielergebnis D € 5.326.837
Bes. (EDI) 804.329
Bes. (FFA) 804.348
Charthistory
Boxoffice USA $ 75.236.415
Charthistory
Filmtrailer Video

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Drei Hürden musste Ray Charles, geboren 1930 in Albany, Georgia, gleich zu Beginn seiner Karriere nehmen, als er 1947 auf eigene Faust von Florida nach Seattle reiste, um als professioneller Musiker arbeiten zu können: Er war blind (seit seinem sechsten Lebensjahr), arm und schwarz. Als Leader einer kleinen Tingel-Band und bald als Chart-Sensation gelingt es ihm schließlich, auch das weiße Publikum zu begeistern und zur lebenden Legende zu werden - allerdings nicht, ohne einen hohen persönlichen Preis dafür zu zahlen.

Trotz zahlreicher hypnotischer Musiksequenzen und dem Abfeiern der Karrieretriumphe von Ray Charles ist Taylor Hackfords süffiges, Energie geladenes Biopic kein schönfärberisches Heldengemälde: Das Jammertal, u. a. Charles' Kampf mit seinen inneren Dämonen, seine Vielweiberei und seine Jahrzehnte lange Heroinsucht, wird in diesem komplexen und in satten Farben gefilmten Sittenbild ebenso thematisiert wie die Höhenflüge. Über allem thront die unglaubliche Darstellung von Jamie Foxx als "Ray", der sich als erster ernsthafter Oscar-Anwärter des Jahres empfiehlt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Pionier, Visionär, Vorreiter: Will man dem Leben eines Giganten wie Ray Charles filmisch gerecht werden, geht das eigentlich nicht anders als in Form eines Epos. Aber trotz zahlreicher hypnotischer Musiksequenzen, in denen die größten Hits des Erfinders der Soul-Musik in hinreißenden Fassungen dargeboten werden, und dem Abfeiern seiner Karrieretriumphe ist Taylor Hackfords süffiges, Energie geladenes Biopic kein schönfärberisches Heldengemälde: Das Jammertal, u. a. Charles' Kampf mit seinen inneren Dämonen, seine Vielweiberei und seine Jahrzehnte lange Heroinsucht, wird in diesem komplexen und in satten Farben gefilmten Sittenbild ebenso thematisiert wie die Höhenflüge, weil sie, wie der Regisseur argumentiert, Kehrseiten der selben Medaille sind. Und über all dem thront die unglaubliche Darstellung von Jamie Foxx als "Ray", der sich als erster ernsthafter Oscar-Anwärter des Jahres empfiehlt.

Drei Hürden musste Ray Charles, geboren 1930 in Albany, Georgia, gleich zu Beginn seiner Karriere (und danach immer wieder nehmen), als er 1947 auf eigene Faust von Florida nach Seattle reiste, um als professioneller Musiker arbeiten zu können: Er war blind (seit seinem sechsten Lebensjahr), er war arm, er war schwarz. Mit den mahnenden Worten seiner Mutter, er solle sich niemals im Leben wie ein Krüppel behandeln lassen, setzt der Film an dieser Stelle ein. Ray befolgt ihn. Während seiner Zeit als Begleitmusiker im Chitterlings-Circuit (das Tingeln durch schwarze Clubs), als Leader einer kleinen Band, die sich schnell eine Fangemeinde erspielt, als Entdeckung von Atlantic Records, deren Chefs ihn ermutigen, einen eigenen, unverkennbaren Stil zu entwickeln, schließlich als Chart-Sensation, der es sogar gelingt, das weiße Publikum zu begeistern. Mit viel Flair und Gespür erweckt Hackford nicht nur die Zeit mit eindringlichen Bildern zum Leben, sondern bannt auch die elektrisierende Musik und entsprechenden Auftritte von Charles auf die Leinwand. Die Hits geben den Rahmen vor, werden aber auch so clever eingesetzt, dass sie stets einen narrativen Zweck erfüllen: In einer herrlichen Passage hilft ihm "I Got a Woman", buchstäblich eine eigene Stimme zu finden. "What'd I Say" mit seinem unwiderstehlichen Ruf-Antwort-Schema entsteht rein zufällig bei einem Auftritt, als seiner Band die Lieder ausgehen. "Hit the Road Jack", "Unchain My Heart" und "I Can't Stop Loving You" sind weitere Meilensteine in Karriere und Leben Charles' - entsprechend endet "Ray" auch in den 70er Jahren, als er den Zenit seines Schaffens gerade überschritten hat.

Die Musik ist der Motor. Sie speist den Film, wie sie auch das Leben von Ray Charles gespeist hat: Wenn Hackford, der bereits 1987 in der Chuck-Berry-Doku "Hail! Hail! Rock'n'Roll" bewiesen hatte, wie perfekt er Bilder mit dem Rhythmus von Popmusik synchronisieren kann, auf das Privatleben von Charles blickt, ist das stets untrennbar mit seinem Schaffensdrang und der dazugehörigen Lust auf Leben und Erfahrung verbunden. Wenn er sich anderen Frauen hingibt oder bereitwillig Drogen nimmt, dann entspringt das der gleichen Quelle, die ihn auch Musik fühlen lässt. Und es ist ein Verdrängungsmechanismus, wie zahlreiche, farblich leicht übersteuerte Rückblenden deutlich zeigen: Mit Musik, Sex und Rausch kann Ray Charles vergessen, dass er aus armen Verhältnissen stammt, ein Schwarzer ist und sein Augenlicht verloren hat. Und er lässt die Stimmen in seinem Kopf verstummen, die ihm einreden, er trage schuld am Unfalltod seines Bruders.

So entsteht eine dramatische Dynamik, die dem Film eine eigentümliche Spannung verleiht: Tatsächlich bleibt Ray Charles ein Enigma - ein Mann buchstäblich ohne Augen, dessen omnipräsente Sonnenbrille den Blick in seine Seele verweigert, obwohl man hautnah an seinen Triumphen, seinem Glück, seinem Schmerz teilhat. Nie ist Charles so richtig greifbar, weil er stets auf einem anderen Planeten zu leben scheint als alle anderen. Jamie Foxx, nach "Collateral" mit seiner zweiten starken Leistung in diesem Jahr, bringt das perfekt rüber, speziell wenn seine Figur mit unausweichlichen Realitäten, etwa dem Gesetz, seinen Mitmusikern oder seiner Ehefrau, konfrontiert wird. Da fliegen Funken, wie sie in Biopics ganz selten fliegen. So mag "Ray" die politische Dimension eines "Ali" weitgehend vermissen, und doch lässt er keine Wünsche offen. Nicht nur für Musikfans (die sich freuen werden, dass man auch Black-Music-Größen wie Quincy Jones, Ahmet Ertegun, Jerry Wexler oder David Newman als Figuren antrifft) rockt er wie kaum ein Film zuvor. Ray Charles kann stolz sein.

Der Film entstand mit der vollen Unterstützung von Ray Charles, der ihn in einer vollständigen Schnittfassung vor seinem Tod am 10. Juni 2004 sah und ihm seinen Segen gab. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih UIP
O-Titel Ray
Alternativ-/Arbeitstitel Unchain My Heart: The Ray Charles Story
Land / Jahr USA 2004
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Musikfilm
Produktionsfirmen Universal Pictures and Bristol Bay Prods.
Drehort New Orleans, Louisiana, Los Angeles
Drehzeit 30.03.2003
Kinostart 06.01.2005
Laufzeit 152
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm/Widescreen
Tonformat Dolby-SRD/DTS/SDDS
Einspielergebnis D € 5.326.837
Bes. (EDI) 804.329
Bes. (FFA) 804.348
Charthistory
USA-Start 29.10.2004, bei Universal
Boxoffice USA $ 75.236.415
Filmtrailer Video
Web-Link http://movies.uip.de/ray/
nach oben Cast & Crew
Produzenten Howard Baldwin, Karen Baldwin, Stuart Benjamin, Taylor Hackford
Koproduzenten Ray Robinson Charles jr, Nick Morton, Alise Benjamin, James L. White
Ausf. Produzenten William J. Immerman, Jamie Rucker King
Regie Taylor Hackford
Drehbuch James L. White, Robert Eisele
Darsteller Jamie Foxx (Ray Charles), Kerry Washington (Della Bea Robinson), Clifton Powell (Jeff Brown), Harry J. Lennix (Joe Adams Gossie), Terrence Howard (Gossie McKee), Larenz Tate (Quincy Jones), Richard Schiff (Jerry Wexler), Aunjanue Ellis (Mary Ann Fisher), Bokeem Woodbine (Fathead Newman), Sharon Warren (Aretha Robinson), Curtis Armstrong (Ahmet Ertegun), Regina King (Margie Hendricks), C.J. Sanders (Junger Ray Charles), David Krumholtz (Milt Shaw), Wendell Pierce (Wilbur Brassfield), Chris Thomas King (Lowell Fulson), Thomas Jefferson Byrd (Jimmy), Rick Gomez (Tom Dowd), Denise Dowse (Marlene), Warwick Davis (Oberon), Patrick Bauchau (Dr. Hacker), Robert Wisdom (Jack Lauderdale), Kurt Fuller (Sam Clark)
Kamera Pawel Edelman
Schnitt Paul Hirsch
Musik Craig Armstrong, Ray Charles
Produktionsdesign Stephen Altman, Scott Plauche
Ton Steve Cantamessa, Scott Millan, Greg Orloff, Bob Beemer
Kostüme Sharen Davis
Casting Nancy Klopper
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
77. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2004, Los Angeles, 27.02.2005 Bester Hauptdarsteller Jamie Foxx
77. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2004, Los Angeles, 27.02.2005 Bester Ton Steve Cantamessa, Scott Millan, Greg Orloff, Bob Beemer
58. British Academy Awards   2005, London, 12.02.2005 Bester Hauptdarsteller Jamie Foxx
58. British Academy Awards   2005, London, 12.02.2005 Bester Ton Steve Cantamessa, Scott Millan, Greg Orloff, Bob Beemer
62. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2005, Los Angeles, 16.01.2005 Bester Darsteller (Komödie oder Musical) Jamie Foxx
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Ray (Jahr100Film) Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray (Jahr100Film) Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 152 Min. Kauf
Ray Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 152 Min. Kauf
Ray (Rolling Stone Music Movies Collection) STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray (Oscar-Edition)
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray (2 DVDs) Focus Magazin Verlag DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray (Einzel-DVD) Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray (2 DVDs) Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Ray Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 146 Min. Leih
Enthalten in:
Rolling Stone Music Movies Collection - Gesamtedition (12 DVDs)
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 16, 1326 Min.
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Ray
Soundtrack/Songtrack Diverse Ray (Special Edition) Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Ray Charles wird 1930 in Albany, Georgia in tiefster Armut geboren. Und dann erblindet er auch noch als Sechsjähriger vollkommen. Der schwarze Underdog hat eigentlich keine Chance, aber er nützt sie. 1947 reist er mit dem Greyhound Bus nach Seattle. Professioneller Musiker will der virtuose Klavierspieler werden. Tatsächlich gelingt es ihm als Leader einer kleinen Tingel-Band und bald als Chart-Sensation, auch das weiße Publikum zu begeistern und zur lebenden Legende zu werden. Doch der Preis, den er dafür zahlen muss, ist hoch.

Brillant erzähltes Biopic des Musik-Enthusiasten Taylor Hackford ("Chuck Berry - Hail! Hail! Rock'n'Roll"). Der Regisseur spart sich eine weißgewaschene Künstlerbiografie: Während Ray musikalisch triumphiert, kriegt er sein Privatleben nie richtig in den Griff: Heroin, Frauen und der frühe Unfalltod des Bruders setzen ihm zu. Komplex der Stoff, satt die Farben, mitreißend der Soundtrack - und mittendrin der geniale Jamie Foxx ("Collateral") als Titelheld und Oscar-Triumphator. "Ray" - mehr als nur ein meisterhafter Musikfilm.

Quelle: mediabiz.de

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