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Persepolis

Zeichentrickverfilmung der Autobiographie einer jungen Iranerin, die als Rebellin unter den Mullahs aufwächst.

Persepolis Großansicht
(Bild: Prokino)
Verleih Prokino
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich, USA 2007
Regie Marjane Satrapi,
Vincent Paronnaud
Kinostart 22.11.2007
Einspielergebnis D € 1.146.214
Bes. (EDI) 200.736
Bes. (FFA) 187.858
Charthistory
Boxoffice USA $ 4.293.233
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 29.08.2010 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

Die neunjährige Iranerin Marjane muss miterleben, wie die Fundamentalisten während der Islamischen Revolution die Kontrolle über ihr Land übernehmen. Unterdrückung und Gewalt sind an der Tagesordnung. Aus Sorge um das Wohlbefinden der rebellischen Tochter schicken ihre Eltern Marjane im Alter von 14 Jahren auf eine Schule in Österreich, wo sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Trotz der Gefahren kehrt Marjane in den Iran zurück, heiratet dort und gründet eine Familie. Erst mit 24 erkennt sie, dass sie nicht in dem Land leben kann, das sie liebt, und flieht nach Frankreich.

Basierend auf der kontroversen Autobiografie von Marjane Satrapi realisierte Vincent Paronnaud mithilfe von Satrapi diesen Aufsehen erregenden Zeichentrickfilm, der zwar weitgehend in den 80er-Jahren spielt, angesichts der aktuellen politischen Lage aber kaum brisanter sein könnte. Im französischen Original sind u. a. die Stimmen von Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve und Danielle Darrieux zu hören.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Poetisch-realistischer Rückblick der Künstlerin Marjane Satrapi auf ihre Kindheit und Jugend im Iran als ambitionierten Schwarz-Weiß-Comic, ausgezeichnet mit dem Preis der Jury in Cannes.

Vergessen wir Fernsehberichte über eifernde Mullahs, die Atombomben bauen wollen und dem Rest der Welt auf der Nase herumtanzen. Viel mehr über den Iran erfährt man in diesem außergewöhnlichen Animationsfilm, der die die turbulenten Jahre der islamischen Revolution und den Krieg mit dem Irak nachzeichnet, eine menschenverachtende Politik, die im Namen Gottes bis heute jegliche bürgerliche Freiheit niederwalzt. Marjane Satrapi, erfolgreich mit ihren "Persepolis"-Comic-Romanen auf dem Buchmarkt, schlüsselt ihre Vergangenheit nun auf der Leinwand auf und lehnt sich im ambitionierten schwarz-weißen Zeichenstil von Vincent Paronnaud eng an die erfolgreichen Kult-Comic-Romane an.

Als Achtjährige erlebt die kleine Marjane wie ihre Familie, die gegen den Schah und für die Revolution kämpfte, von den neuen Machthabern unterdrückt wird. Der Onkel überlebte als Schah-Gegner das Gefängnis und wird vom neuen Regime exekutiert, wie so viele, die sich nicht der Diktatur unterwerfen. Die Frauen müssen Kopftuch tragen, Revolutionswächter bespitzeln die Bevölkerung, willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung, eine absurde Bigotterie regiert. Marjane leistet Widerstand auf ihre Weise, trägt ein T-Shirt mit dem Spruch "Punk is not dead" und lauscht verzückt "Abba". Die Eltern schicken die pubertierende Revoluzzerin nach Wien, wo sie bald in einem katholischen Internat landet, in verschiedene Subkulturen eintaucht und den ersten Liebeskummer durchmacht. Enttäuscht kehrt sie heim - nach Depression und Flucht in die Ehe findet sie später in Paris eine neue Heimat.

Die innere und äußere Reise des Mädchens und der jungen Frau ist ein von Subtilität und Humor geprägter Blick auf ein einst kulturell reiches Land und Menschen, die versuchen, in privaten Nischen ein heimliches Glück zu erhaschen, ein Hohelied auf die Familie als Hort der Geborgenheit in schlimmsten Zeiten. Der Animationsfilm, geschnitten wie ein Realfilm, erzählt nicht nur von entscheidenden Momenten, sondern auch von kleinen Details aus dem Alltag, von Terror, Exil, subversivem Widerstand und Lebensmut - ein spannender Bilderbogen, manchmal mit heiteren Traumsequenzen durchsetzt, wenn Marjane einen heftigen Wortwechsel mit Gott und Marx wagt. Der Film urteilt nicht, überlässt es dem Zuschauer, Konsequenzen zu ziehen und die persönliche Geschichte in den politischen Kontext zu setzen, verbindet kongenial Traurigkeit und Leichtigkeit, Lebensfreude und Emotion. Aus Angst vor den Mullahs nahm das Bangkok-Filmfestival den Film aus dem Programm. Für das Filmfest Hamburg zählt "Persepolis" unbestritten zu den Höhepunkten. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
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Verleih Prokino
O-Titel Persepolis
Land / Jahr Frankreich/USA 2007
Kategorie Spielfilm
Genre Trickfilm / Drama
Produktionsfirmen 2.4.7. Films/The Kennedy/Marshall Company/France 3 Cinéma
Verleihförderung Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) (EUR 60.000)
Kinostart 22.11.2007
Laufzeit 98
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 1.146.214
Bes. (EDI) 200.736
Bes. (FFA) 187.858
Charthistory
USA-Start 25.12.2007, bei Sony Classics
Boxoffice USA $ 4.293.233
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Xavier Rigault, Marc-Antoine Robert
Ausf. Produzent Kathleen Kennedy
Regie Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud
Drehbuch Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud
Buchvorlage Marjane Satrapi
Sprecher Chiara Mastroianni (Marjane), Danielle Darrieux (Mamie, Marjanes Großmutter), François Jerosme (Anouche, Marjanes Onkel), Catherine Deneuve (Taji, Marjanes Mutter), Simon Abkarian (Ebi, Marjanes Vater)
Sprecher D Jasmin Tabatabai (Marjane), Nadja Tiller (Mamie, Marjanes Großmutter), Hanns Zischler (Anouche, Marjanes Onkel), Eva Kryll (Taji, Marjanes Mutter), Marcus Off (Ebi, Marjanes Vater)
Schnitt Stéphane Roche
Musik Olivier Bernet
Produktionsdesign Marisa Musy
Ton Thierry Lebon
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
60. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2007, Cannes, 16.05.2007 - 27.05.2007 Preis der Jury - ex-aequo  
33. César-Verleihung
César-Verleihung Großansicht
2008, Paris, 22.02.2008 Bester Erstlingsfilm  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Persepolis Universum Film DVD, ab 12, 94 Min. Kauf
Persepolis
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 94 Min. Kauf
Persepolis Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 94 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Persepolis Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Die neunjährige Iranerin Marjane muss miterleben, wie die Fundamentalisten während der Islamischen Revolution die Kontrolle über ihr Land übernehmen. Aus Sorge um das Wohlbefinden der rebellischen Tochter schicken ihre Eltern Marjane im Alter von 14 Jahren auf eine Schule in Österreich, wo sie wie eine Aussätzige behandelt wird. Trotz der Gefahren kehrt Marjane in den Iran zurück, heiratet dort und gründet eine Familie. Erst mit 24 erkennt sie, dass sie nicht in dem Land leben kann, das sie liebt, und flieht nach Frankreich.

Basierend auf den kontroversen autobiographischen Comics von Marjane Satrapi realisierte Vincent Paronnaud mithilfe von Satrapi selbst diesen Aufsehen erregenden Zeichentrickfilm, der zwar weitgehend in den 80er-Jahren spielt, angesichts der aktuellen politischen Lage aber kaum brisanter sein könnte. In expressiven und vermeintlich simplen Schwarzweißzeichnungen entfaltet sich eine überaus intime und ohne Verniedlichungen erzählte Geschichte, die nie belehrend wirkt und ein erwachsenes Publikum auf höchstem Niveau unterhält.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Die letzten 20 Jahre des Iran aus der Sicht eines Mädchens, in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, von der FBW-Jury völlig einstimmig mit "Besonders wertvoll" und mit Stern, für manche Jurymitglieder gar mit soviel Sternen wie der Wüstenhimmel über Persepolis. Ein wunderschöner, tief anrührender, subtiler und fesselnder Film, auch ästhetisch ein Erlebnis, der viele Zuschauer begeistern wird. Zudem wie kaum ein anderer Film in diesem Jahr als Empfehlung (und Muss) für Schulklassen geeignet.

Gutachten:

Zwanzig Jahre und mehr persischer Geschichte in einem schwarz-weißen Zeichentrickfilm, der sich nur auf das Wesentliche in Form und Ausdruck konzentriert - das ist das Außergewöhnliche an diesem Film, der in seiner Dichte und Gradlinigkeit der Dramaturgie an die Klassiker des "Film Noir" erinnert. Dabei aber lässt er immer noch Raum für die eigene Phantasie und Vorstellungskraft.

Basierend auf der als Comic erschienenen Autobiographie der Iranerin Marjane Satrapi wird das Schicksal eines Volkes, einer Familie, eines jungen Mädchens in - im wahrsten Sinne des Wortes bewegten und bewegenden - Bildern dokumentiert. Die junge Marjane, die in einem wohl behüteten persischen Elternhaus aufwächst, dessen männliche Mitglieder sich aber alle politisch engagieren, erlebt hautnah den Umbruch ihres Landes in der Endzeit der Schah-Regierung und unter den Mullahs mit.

Ihre Eltern schicken sie, um sie vor den Auswirkungen des Iran-Irak-Krieges zu schützen, nach Wien. Doch dort bleibt Marjane eine Fremde, die fast an diesem Fremdsein zerbricht. Denn: "Im Iran kann man nichts sagen, im Westen hört keiner hin." Doch auch zurück in ihrer Heimat ist ihr das Leben längst fremd geworden. Unterdrückung und Angst regieren die Menschen, und die zaghaften Versuche der Studenten, sich durch so harmlose Dinge wie Schminken und Tanzen gegen das Regime aufzulehnen, enden im Chaos.

Der Film schildert dieses Überleben in Zeiten des Krieges und der Diktatur stringent und ohne pathetische Schnörkel. Viele Themen werden nur angedeutet - das Schicksal der Gefangenen, die Unterdrückung der Frauen, die Geschichte von Marjanes Familie.

Aber auch ohne große Worte und allzu viele Bilder wird die Tragik dieses Volkes deutlich. Marjane erkennt, dass ihre Großmutter - eine weise, emanzipierte Frau - ihr den besten Rat gegeben hat, als sie sagte: "Bleibe dir selbst treu." Das kann man auch für den Stil und die Machart von "Persepolis" sagen.

Der Film bleibt von der ersten bis zur letzten Szene ein faszinierendes Erlebnis, wozu auch die hervorragende Musik und die karge Strenge von Licht und Schatten entscheidend beitragen. Der Film wird so zu einem großen, bewegenden Erlebnis.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben Pressestimmen

Subtil, humorvoll und Angesichts der Lage im Iran aktueller denn je.

Treffpunkt Kino

Vergessen wir Fernsehberichte über eifernde Mullahs, die Atombomben bauen wollen und dem Rest der Welt auf der Nase herumtanzen. Viel mehr über den Iran erfährt man in diesem außergewöhnlichen Animationsfilm.

Blickpunkt:Film

Und die unendlich vielen Bilder der kleinen Marji in Iran und der erwachsen werdenden Marjane in Wien habe sie sich nur vom Leib halten können, indem sie sie als Fiktion betrachtete. Es ist nur eine Figur!, hat sie sich immer wieder gesagt. Diese Haltung hat "Persepolis" seinen besonderen Ton beschert, eine charmante Mischung aus leidenschaftlichem Ernst und Selbstironie, die den Film komisch und todtraurig zugleich sein lässt - in Cannes gab es dafür dieses Jahr den Preis der Jury.

Süddeutsche Zeitung, 22. November 2007

Dem Film ist es gelungen, bei aller Ähnlichkeit zur Vorlage einen spezifischen Rhythmus zu finden, der nichts mehr von der apokalyptischen Atmosphäre des Comics hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. November 2007

Es ist ein Film, der aus einem Guss ist und aus einem Herzen. Und vor dem sich (…) eine Menge fremder Herzen öffnen.

Frankfurter Rundschau, 22. November 2007

Direkt wie eine Ohrfeige, schwarz und weiß in groben Strichen, dem deutschen Expressionismus ebenso zugetan wie dem italienischen Neorealismus, schildert "Persepolis" das Leben eines unfreiwilligen Kindes der Islamischen Revolution.

Die Welt, 22. November 2007

Besser als in jedem Dokumentarfilm erfährt man vom Lebensgefühl im Iran, von den frechen Wahrheiten hinter den Schleiern und Subversivitäten hinter Häusermauern.

Abendzeitung, 22. November 2007

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