Pearl Harbor
| Verleih | Buena Vista |
|---|---|
| Kategorie/Land/Jahr | Spielfilm, USA 2001 |
| Regie | Michael Bay |
| Darsteller | Ben Affleck, Josh Hartnett, Kate Beckinsale |
| Kinostart | 07.06.2001 |
| Einspielergebnis D |
€ 31.624.970 Bes. (EDI) 4.630.165 Bes. (FFA) 4.629.783 Charthistory |
| Boxoffice USA |
$ 198.356.396 Charthistory |
- nach oben Inhalt & Info
-
1941: Spitzenpilot Rafe lässt seine Geliebte Evelyn und seinen besten Freund Danny in den USA zurück, um in England als Freiwilliger gegen die Nazis zu kämpfen. Evelyn und Danny werden nach Hawaii verlegt und erhalten die - falsche - Nachricht von Rafes Tod. Sie trösten sich gegenseitig und verlieben sich ineinander, da taucht Rafe wieder auf - einen Tag vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor.
Beeinflusst vom Erfolgsrezept von "Titanic" präsentieren die Blockbuster-Macher Jerry Bruckheimer und Michael Bay eine epische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer historischen Tragödie. Nicht fehlen dürfen in diesem gewaltigen Film, in dem die Gefühle mindestens ebenso groß sind wie die Stunts, der Bruckheimer-übliche Touch Patriotismus und Heldentum - atemberaubend verpackt.
Quelle: Blickpunkt:Film
- nach oben Ausführliche Besprechung
-
Wer in Jahren im Lexikon den Begriff "Materialschlacht" nachschlägt, wird als Erklärung Michael Bays "Pearl Harbor" finden: 40 Minuten seiner dreistündigen Laufzeit widmet das Kriegsepos der exakten Nachstellung des größten amerikanischen Traumas des letzten Jahrhunderts. Die gigantomanische Umsetzung des unerwarteten Angriff Japans auf den amerikanischen Marinestützpunkt im Pazifik am 7. Dezember 1941, der 3000 US-Soldaten das Leben kostete, ist denn auch die große Boxoffice-Attraktion des eindimensionalen Schlachtengemäldes, auch wenn ganz offensichtlich das Geschlechter übergreifende Erfolgsrezept von "Titanic", ein historisches Ereignis als Kulisse einer fiktiven Liebesgeschichte greifbar zu machen, Pate für die Konzeption des Films stand. Anders als die Bomben Japans setzt die Geschichte zweier archetypisch amerikanischer Army-Flyboys, dargestellt von Ben Affleck und Josh Hartnett, die sich in eine US-Ausgabe von Florence Nightingale verlieben, die Leinwand nicht in Flammen.
Abbilden statt Erleuchten war stets das Prinzip des Overkill-Kinos von Michael Bay, das an Oberflächen interessiert ist, aber selten weit genug in seine Sujets eindringt, um das zu offenbaren, was sich dahinter verbergen könnte. Seine Filme wie "The Rock" oder "Armageddon" sind angefüllt mit Situationen, aber nie mit Geschichten, mit Typen, aber nie mit Menschen, in deren Innenleben womöglich Raum sein könnte für mehr als einem wiedererkennbaren Charakterzug. Das ist der Grund, warum unanimierte Hardware in Bays Filmen stets lebendiger wirkt als sein auf jeweils ein oder zwei Emotionen abgespecktes Figurenarsenal, das letztlich nur dazu da ist, die Handlung von einem Höhepunkt zum nächsten zu transportieren. Die Blockbuster-freundlichen Minimalismus-Mittel der totalen Reduktion funktionieren bei den typischen "Dreckiges Dutzend"-Situationen wie die Ausbildung der Ölbohrer-Crew in "Armageddon". Wenn es um die Liebe ging, reichten Bay bislang zwei Postkartenmotive und ein Sonnenuntergang, ohne die Gefühle mit mehr als bloßen Behauptungen zu unterstützen.
Dass sein filmischer Angriff Japans auf die Insel Oahu fulminant ausfallen würde, stand nie in Zweifel. Mit einem Budget von 140 Mio. Dollar ist "Pearl Harbor" der teuerste Film, dem jemals grünes Licht von einem Studio erteilt wurde (aber nicht, wie fälschlich immer wieder gemeldet, der teuerste Film überhaupt - diese Ehre wird nach wie vor "Titanic" mit einem Budget nördlich von 200 Mio. Dollar zuteil), und das Geld wanderte Penny für Penny auf die Leinwand, wenn 350 Flieger das Eiland-Paradies Oahu in zwei großen Angriffswellen in die pure Hölle verwandeln. Bays Risiko und Knackpunkt ist vielmehr die Liebesgeschichte, die in "Titanic"-Manier an Stelle der Bay-typischen Buddyszenen in den Mittelpunkt getreten ist. Und schon enden die Parallelen zu James Camerons Jahrhundertfilm, in dem die Liebe den Helden die Tür öffnet zu einem Leben der Selbstverwirklichung, der ungeahnten Möglichkeiten. "Pearl Harbor"-Krankenschwester Evelyn hat anderes im Sinn, will mit ihrem Mann einfach nur "alt werden und auf der Veranda sitzen". Diese Verengung passt zum altbackenen Groschenroman-Szenario, das Randall Wallace ("Braveheart") mit markigen Sprüchen und unreflektierten patriotischen Platitüden zum Epos aufgeblasen hat. Entsprechend sind die unzertrennlichen Freunde Rafe und Danny gute Jungs aus dem amerikanischen Hinterland, die die ersten 20 Jahre ihres Lebens offensichtlich ausschließlich mit dem Wunsch verbracht haben, eines Tages Piloten zu werden. Andere Regungen empfinden sie nur, wenn Typen wie Hitler andere Länder nicht in Frieden lassen oder der beste Freund sich in die gleiche Frau verliebt. Ersteres lässt den pflichtbewussten Sunnyboy Rafe als Freiwilligen in die britische Eagle Squadron eintreten, wo er prompt über dem Ärmelkanal abgeschossen wird. Bequemerweise sind sowohl Freund Danny als auch Rafes Freundin Evelyn mittlerweile nach Pearl Harbor versetzt worden, wo sie sich einen faulen Lenz machen und Zeit finden, sich beim gemeinsamen Trost über den vermeintlichen Verlust Rafes ineinander zu verlieben - über den Wolken, selbstverständlich, in einer schönen und allzu kurzen Szene. Als Rafe wieder auftaucht, ist auch der Angriff Japans auf Oahu nicht fern, so dass wenig Zeit für Differenzen bleibt. "Pearl Harbor" wäre indes kein Jerry-Bruckheimer-Film, wenn Amerika the Beautiful sich in die Knie zwingen ließe. Der "Tag der Heimtücke" (Zitat Präsident Roosevelt, im Film mit hohem Knatterfaktor von Jon Voight auf die Leinwand gezimmert) weckt vielmehr "einen schlafenden Giganten", und bei der anschließenden Doolittle-Raid, als ein paar Handvoll B-25-Bomber strategische Ziele in Tokio angreifen, entscheidet sich auch das Schicksal von Rafe und Danny - einer muss sich in Jesus-Pose opfern.
Dass Michael Bay die dreistündige Laufzeit bevorzugt nutzt, sich pausenlos selbst zu kopieren, statt das Publikum eine Verbindung mit seinen blassen Hauptfiguren aufbauen zu lassen, dass die Action den Zuschauer immer in die Mitte des Geschehens versetzt, anstatt ihn Zusammenhänge begreifen oder die furiose Stuntarbeit bewundern zu lassen, dass die Story belanglos, tumbe, eindimensional und fast komplett ohne historischen Hintergrund auskommt, sind valide Kritikpunkte. Man bekommt stets nur das, was man sieht, wenn die Filmemacher sich bei ihrer filmischen Denkmalspflege immer wieder in hohlstes Pathos flüchten. Das Verrückte ist, dass die Mischung stimmt: Als künstlerisches Unterfangen mag "Pearl Harbor" schon früh auf Grund laufen. Als kommerzielles Produkt ist das Gung-Ho-Spektakel ein Gigant, der sich, einmal geweckt, wohl lange nicht schlafen legen wird. Das ist die Kunst des Jerry Bruckheimer. Inwiefern sich der US-Erfolg des ersten repräsentativen Films der Ära Bush Junior - kriegstreiberisch, patriotisch, selbstgefällig, naiv - letztlich international übertragen lässt, wird man in wenigen Tagen wissen. ts.
Quelle: Blickpunkt:Film - nach oben Mediathek
-
- nach oben Film-/Kino-Daten
-
Verleih Buena Vista O-Titel Pearl Harbor Land / Jahr USA 2001 Kategorie Spielfilm Genre Kriegsfilm / Drama Produktionsfirmen Touchstone Pictures/Jerry Bruckheimer Films Kinostart 07.06.2001 Laufzeit 183 FSK ab 12 Jahre Bildformat Widescreen Tonformat Dolby-SRD/DTS/SDDS Einspielergebnis D € 31.624.970
Bes. (EDI) 4.630.165
Bes. (FFA) 4.629.783
CharthistoryUSA-Start 18.05.2001, bei Buena Vista Boxoffice USA $ 198.356.396 Promo-Material Pearl Harbor Trailer (4,25 MB) Web-Link http://www.pearlharbor-derfilm.de - nach oben Cast & Crew
- nach oben Filmpreise
-
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person 3. DVD Champion 2002, München, 22.10.2002 Special Edition 74. Oscar-Verleihung - Academy Awards 2001, Los Angeles, 24.03.2002 Bester Tonschnitt George Watters II, Christopher Boyes 12. VideoWinner 2001, München, 31.01.2002 Verkauf - Spielfilm International (2-fach Platin) - DIVA Bogey - Box Office Germany Award 2001, München Gold - 3 Mio. Besucher in 30 Tagen - nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
-
Titel Vertrieb System Handelsform Pearl Harbor (Steelbook) Walt Disney Studios Home Entertainment Blu-ray Disc, ab 12, 183 Min. Kauf Pearl Harbor (DVD Art Collection) Walt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 12, 176 Min. Kauf Pearl Harbor Walt Disney Studios Home Entertainment Blu-ray Disc, ab 12, 183 Min. Kauf Pearl Harbor Walt Disney Studios Home Entertainment Blu-ray Disc, ab 12, 183 Min. Leih Pearl Harbor (Movie Edition, 1 DVD) Walt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 16, 177 Min. Kauf Pearl Harbor (Director's Cut, 3 DVDs) Nicht lieferbarWalt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 16, 177 Min. Kauf Pearl Harbor Nicht lieferbarBuena Vista Home Entertainment VHS, ab 12, 176 Min. Kauf Pearl Harbor (2 DVDs) Walt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 12, 176 Min. Kauf Enthalten in:
Pearl Harbor / King Arthur (2 Discs)Walt Disney Studios Home Entertainment
DVD, ab 12, 297 Min.
Kauf
- nach oben Soundtrack
-
Art Interpret Komponist Titel Soundtrack/Original Score Hans Zimmer Pearl Harbor - nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik
-
New Jersey 1941. Rafe und Danny sind Piloten der U.S. Army. Als Rafe sich freiwillig meldet, um an der Seite der Engländer gegen die Nazis zu kämpfen, läßt er nicht nur seinen Kumpel, sondern auch seine große Liebe, die Krankenschwester Evelyn, zurück. Zwischenzeitlich nach Hawaii versetzt, wird Danny und Evelyn hinterbracht, dass Rafe gefallen sei. Nach Monaten der Trauer kommen die beiden einander näher und verlieben sich. Da steht Rafe plötzlich vor Evelyn - und ehe das Gefühlschaos bereinigt werden kann, greifen die Japaner Pearl Harbor an.
Mit rund 4,5 Millionen Besuchern gelang Michael Bay ("Armageddon") der vierterfolgreichste Kinofilm des Jahres 2001. Im Mittelpunkt des überlangen, tricktechnisch brillant umgesetzten und extrem teueren Spektakels steht das schlimmste US-Trauma des letzten Jahrhunderts, das in eine Rahmenhandlung um eine tragische Dreiecks-Liebesgeschichte eingebettet wurde. Getrübt wird das Bild jedoch von durchschnittlichen Darstellerleistungen und unreflektiertem Hurra-Patriotismus.
Quelle: mediabiz.de - nach oben Zusammenfassung
-
Rafe hat sich freiwillig zum Kampf gegen die Nazis gemeldet. Seine Freundin Evelyn erhält die Nachricht von seinem Tode und verliebt sich später in dessen Freund Danny. Da steht Rafe plötzlich vor der Tür. Patriotisches Kriegsdrama.
- nach oben Newsarchiv
-
-
Blickpunkt:Film Berlin, 25.06.2009, 15:26Michael Bay über "Transformers - Die Rache"
Michael Bay hat sich mit Filmen wie "Armageddon - Das jüngste Gericht" oder "Pearl Harbor" den Ruf erarbeitet, Hollywoods visionärster Actionregisseur...
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Burbank, 24.10.2006, 10:56Buena Vista mit erster Day-and-Date-BD
Das Sportlerdrama "Invincible" wird der erste Film sein, den Buena Vista Home Entertainment Day-and-Date zum DVD-Start als Blu-ray (BD) auf den US-Markt...
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film München, 24.10.2002, 12:29Glanzvolle DVD-Night in München
Die deutsche und internationale DVD-Branche hat im Rahmen der dritten DVD Night die Verleihung des "DVD Champion 2002" gefeiert.
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Amsterdam, 28.06.2002, 12:55UIP triumphiert bei den Golden Reel Awards
Auf der Cinema Expo International wurden die Golden Reel Awards an Filme vergeben, die in den letzten 18 Monaten international mehr als 100 Mio. Dollar...
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Arlington, 04.06.2002, 16:41VSDA: Awards in 18 Kategorien
Die Videosoftware Dealers Association hat die Nominierungen für die diesjährigen VSDA Awards bekannt gegeben.
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Los Angeles, 24.05.2002, 13:23Pilotprojekt: Filmabruf via Satellit
In den USA testet der TV-Anbieter DirecTV ein Video on Demand-Angebot über Satellit.
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Los Angeles, 12.02.2002, 09:07Nominierungen für beste Soundbearbeitung
Die Motion Picture Sound Editors haben die Nominierungen für den diesjährigen MPSE Golden Reel Award, der am 23. März verliehen wird, bekannt gegeben.
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Los Angeles, 10.01.2002, 12:59Acht im Rennen um Visual-Effects-Oscar-Nominier...
"Der Herr der Ringe - Die Gefährten" gilt derzeit als Favorit für den Visual-Effects-Oscar.
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film Los Angeles, 21.11.2001, 17:05Cineastischer Aufschwung im Nahen und Mittleren...
Trotz der politisch und sozial angespannten Situation im Nahen und Mittleren Osten ist der dortige Kinomarkt, der immerhin zwei Prozent der auswärtigen...
weiterlesen
-
Blickpunkt:Film München, 12.09.2001, 12:04"Pearl Harbor" in München vorerst ausgesetzt
Aircraft Cinema von Gerhard Aichner und Michael Dohrmann hat nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA den Film "Pearl Harbor" aus dem Programm...
weiterlesen
-
Mediabiz Datenbank
News
-
Cannes, 23.05.2012, 08:41
Foto des Tages: "Tres"-Team beim Presselunch...
Fünf Filme, die von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert wurden, werden...
-
Cannes, 23.05.2012, 00:17
Tag 7: Pitt regiert die Croisette
Im Jahr nach "Tree of life" kehrte Dauergast Brad Pitt zurück nach Cannes,...
-
Berlin/Unterföhring, 22.05.2012, 16:55
Kabel Deutschland übernimmt Tele Columb...
Durch die mehr als 600 Mio. Euro schwere Übernahme von Tele Columbus durch...
Programmplaner
-
Vorschau bis: KW 2014/29
Alle deutschen Kinostarts und TV-Movie-Sendetermine plus geplante, laufende und fertiggestellte deutsche und internationale Produktionen.
