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Once Upon a Time in... Hollywood

Der neunte Film von Quentin Tarantino, ein faszinierendes Panoptikum des Sommers 1969 in Los Angeles.

Once Upon a Time in... Hollywood Großansicht
(Bild: Sony Pictures)
Verleih Sony Pictures
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2019
Regie Quentin Tarantino
Darsteller Leonardo DiCaprio, Margot Robbie, Brad Pitt
Kinostart 15.08.2019

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Im Jahr 1969 liegt das klassische Hollywood in den letzten Zügen: Hippies und Gegenkultur beginnen sich auch im Filmgeschäft durchzusetzen. In diesem Umfeld hoffen der einstige Fernsehstar Rick Dalton und sein treuer Stuntman Cliff Booth auf eine letzte Chance. Ihnen kann nicht klar sein, dass sich in diesen Tagen im Haus ihrer hochschwangeren Nachbarin Sharon Tate eine Tragödie abspielen wird, die diesen Sommer weit über Los Angeles hinaus für immer prägen wird.

Der neunte (und vielleicht vorletzte) Film von Quentin Tarantino ist eine Liebeserklärung: an Los Angeles, an Hollywood, an das Kino und das Fernsehen, an eine Zeit, die geprägt war von sozialem Umbruch. Nachdem sie bereits in "Inglourious Basterds" gemeinsam vor der Kamera hatten stehen sollen, gelang es dem kultisch verehrten Regisseur von "Pulp Fiction" und "Kill Bill" nun, seine Stars aus "Basterds" und "Django Unchained", Brad Pitt und Leonardo DiCaprio (in seinem ersten Film seit seinem Oscar-Gewinn für "The Revenant"), erstmals zu vereinen in diesem kunterbunten Trip down Memory Lane, in dem die Manson-Morde ein zentrales Element binden.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Der neunte Film von Quentin Tarantino, ein faszinierendes Panoptikum des Sommers 1969 in Los Angeles.

"Once Upon a Time... in Hollywood" ist Quentin Tarantino wichtig, davon kündet allein der Titel, der ein Versprechen ist und eine Verheißung, eine Verbeugung und Verklärung. Der Film ist der vermutliche Abschluss einer Trilogie, die außerdem "Inglourious Basterds" und Django Unchained" umfasst, in denen Historie Kraft des Kinos neu geschrieben wird. Auch jetzt geht es wieder in die Vergangenheit, an einen historischen Wendepunkt, den Sommer 1969, und doch ist alles anders, weil der Film auch eine persönliche, ganz intime Erinnerung ist, weit entfernt von Sklaverei und Holocaust: Tarantino hat die Zeit selbst miterlebt, als neugieriger Sechsjähriger, was auch den kindlichen Blick voller Neugier und diebischer Freude erklärt, mit der er die Straßen dieser Zeit wieder aufleben lässt, penibelst nachgestellt und um Authentizität bemüht, aber gleichzeitig auch eine Fantasie, ein Themenpark über ein Wunderland, in dem die Kinos zahlreicher sind, schöner leuchten, verlockender strahlen, als sie es jemals getan haben können, und Hollywood mehr als nur ein paar Straßenzüge ist, sondern eine Religion, eine Überzeugung.

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt sollten eigentlich schon in "Inglourious Basterds" zusammen vor die Kamera treten, bis DiCaprio absprang und Tarantino die Rolle des Hans Landa einem international völlig unbekannten Schauspieler übergab, Christoph Waltz. Hier spielen die zwei echten Hollywood-Superstars zwei fiktive Hollywood-Nobodys, die auf eine Parade damaliger Hollywood-Stars treffen, Steve McQueen, Michelle Philips von "The Mamas and the Papas", Bruce Lee, Roman Polanski, Sharon Tate, während sie sich durch die Untiefen einer Traumfabrik lavieren, zu der sie gehören, aber doch nur Fußnoten sind. Lose basieren ihre Figuren auf Burt Reynolds und Hal Needham, und doch sind der Fernsehstar Rick Dalton und sein Stuntman Cliff Booth frei erfunden in dieser wundersamen Parallelwelt, die - vergessen Sie nicht den Titel - ein Märchen ist, das seinen eigenen Gesetzen folgt. Zwei Tage im Februar 1969 machen den Großteil der Handlung aus. Rick kann nur noch mit Mühe vom Ruhm seiner Serie "Bounty Law" zehren, die ihm in den Fünfzigerjahren die Aussicht bescherte, ihn zum Star werden zu lassen. Substanzielle Angebote gibt es längst nicht mehr für den eitlen, von sich selbst besessenen Mann. Während er bei einem seiner vielen Gastauftritte als eindimensionaler Bösewicht in einem neuen Fernsehwestern neues Selbstvertrauen als Schauspieler schöpfen will, fährt der souveräne und in sich selbst ruhende Cliff, ein dekorierter Kriegsheld, der einst seine Frau erschossen haben soll und dem man auch sonst besser nicht blöd kommen sollte, endlos durch die Straßen eines sich verändernden Hollywoods, in dem Popmusik und Jingles nonstop aus dem Radio plärren. Er nimmt ein trampendes Hippiemädchen mit und landet auf der Spahn Movie Ranch, wo sich die Family von Charles Manson häuslich eingerichtet hat: eine elektrisierende Szene, die wie eine Vorahnung auf Kommendes wirkt. Denn Rick Dalton lebt in einem Haus am Cielo Drive und ist Nachbar von Roman Polanski. Seine Frau Sharon Tate, gespielt von Margot Robbie, muss zu diesem Zeitpunkt bereits wissen, dass sie schwanger ist: Wir sehen sie, wie sie im Kino verzückt und lachend einen Film ansieht, in dem sie selbst mitspielt, "Rollkommando" mit Dean Martin.

Und natürlich springt der Film nach einer abrupten Schwarzblende vor zum 8. August 1969, dem Vorabend des ersten Manson-Mords, und läutet damit den Showdown ein: Wie genau diese schrecklichen Ereignisse, die für die Welt das Ende der Hippie-Idylle von Love, Peace and Harmony bedeuten, allerdings die fiktiven Hauptfiguren involvieren werden, die nach einem längeren Aufenthalt in Italien, wo Rick in ein paar Western und Exploitationfilmen mitgespielt hat, nach Los Angeles zurückkehren, ist völlig unklar. Es ist ein Drahtseilakt, den Quentin Tarantino hier vollzieht, und er ist unerhört, unverschämt, unglaublich. Und eine echte Offenbarung in diesem irrwitzigen und irrwitzig reichen Film, in dessen Zentrum der Zusammenprall der Welten steht: Kino und Fernsehen, Spießer und Hippies, altes Hollywood und New Hollywood, Fiktion und Realität. Daraus ist eine überbordende Kollage entstanden, an dem man sich nicht sattsehen kann, ein Schlaraffenland für Kinofreaks, das Kameramann Robert Richardson, der auf echtem Film gedreht hat, in ein trügerisches, milchiges Licht getaucht hat, ein wilder, undisziplinierter, witziger, hin und wieder auch mal alberner Ritt, den nicht zuletzt Brad Pitt nutzt, um sich zurückzumelden als King of Cool, über den man redet, wie man nach "Pulp Fiction" wieder über John Travolta geredet hat, der aber auch alle anderen Schauspieler, die an uns vorbeitanzen, mal länger, mal ganz kurz (Al Pacino, Kurt Russell, Timothy Olyphant, Lena Dunham, Emile Hirsch, Dakota Fanning, Luke Perry und und und), toll aussehen lässt, und in dem doch Sharon Tate die lachende Seele ist, die letzte Unschuld in einer Welt, in der alle Füße - Tarantino liebt Füße - gleich schmutzig sind, ob man nun zum Establishment gehört oder zur Gegenkultur. Am Ende hilft nur die Flucht ins Lichtspielhaus und die Überzeugung, dass Kino alles kann, wenn es nur will. "Once Upon a Time... in Hollywood" betont das mit einem großen dicken Ausrufezeichen. Mehr Kino geht nicht. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Sony Pictures
O-Titel Once Upon a Time in... Hollywood
Alternativ-/Arbeitstitel Once Upon a Time in Hollywood / #9 Untitled Quentin Tarantino
Land / Jahr USA 2019
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 15.08.2019
Laufzeit 165
USA-Start 26.07.2019, bei Sony Pictures Releasing
Web-Link http://www.OnceUponATimeInHollywood.de, https://www.youtube.com/watch?v=-zwy4-W7qBA
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Produzenten David Heyman
Regie Quentin Tarantino
Darsteller Leonardo DiCaprio, Margot Robbie, Brad Pitt
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