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Nerve

Eine schüchterne Schülerin wird widerstrebend die Heldin eines zunehmend mörderischen Internetspiels. Cleverer, sehr moderner Thriller, der die Prämisse von "The Game" für die Generation Internet ausreizt.

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(Bild: Studiocanal)
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2016
Regie Henry Joost,
Ariel Schulman
Darsteller Emma Roberts, Dave Franco, Juliette Lewis
Kinostart 08.09.2016
Einspielergebnis D € 5.817.745
Bes. (EDI) 738.393
Bes. (FFA) 736.809
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Boxoffice USA $ 38.562.379
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Verleih Studiocanal
O-Titel Nerve
Land / Jahr USA 2016
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller
Kinostart 08.09.2016
Laufzeit 97
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 5.817.745
Bes. (EDI) 738.393
Bes. (FFA) 736.809
Charthistory
USA-Start 27.07.2016, bei Lionsgate
Boxoffice USA $ 38.562.379
Filmtrailer Video
Web-Link http://nerve-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Anthony Katagas, Allison Shearmur
Regie Henry Joost, Ariel Schulman
Drehbuch Jessica Sharzer
Buchvorlage Jeanne Ryan
Darsteller Emma Roberts (Vee), Dave Franco (Ian), Juliette Lewis (Nancy), Emily Meade, Kimiko Glenn, Samira Wiley
Kamera Michael Simmonds
Schnitt Jeff McEvoy, Madeleine Gavin
Musik Rob Simonsen
Produktionsdesign Chris Trujillo
Casting John Papsidera, Ann Goulder
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Nerve STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 12, 93 Min. Kauf
Nerve STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 12, 97 Min. Kauf
Nerve STUDIOCANAL Home Entertainment Sales DVD, ab 12, 93 Min. Leih
Nerve STUDIOCANAL Home Entertainment Sales Blu-ray Disc, ab 12, 97 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Die schüchterne Highschool-Schülerin Vee entschließt sich, es ihren Freundinnen nachzumachen und bei dem Internetspiel "Nerve" mitzuspielen, bei dem man "Player" oder "Watcher" sein kann. Als "Player" muss Vee zunächst einen völlig fremden Jungen küssen. Sie wählt den attraktiven Ian, mit dem sie fortan gemeinsam zunehmend gefährlichere Mutproben überstehen muss, die von den allgegenwärtigen "Watchern" gefordert werden. Erst spät merken die beiden, dass ein im wahrsten Sinne des Wortes übles Spiel mit ihnen gespielt wird.

Der modernste Thriller des Jahres, der die Prämisse von "The Game"in unsere Gegenwart übersetzt, die von der virtuellen Realität des Internets beherrscht wird. Schon mit ihrer Doku "Catfish" trafen die Regisseure Henry Joost und Ariel Schulman den Nerv der Ziet, und hier sind sie so klug, ihre Botschaft den Regeln eines aufregenden Thrillrides zu unterwerfen. Mit Emma Roberts und Dave Franco haben sie zwei Stars gefunden, denen sofort die Sympathien des Publikums gehören. Eine der Überraschungen im Kinoherbst 2016.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Vee steht kurz vor ihrem Studium an einer New Yorker Kunsthochschule. Sie ist immer schon eine fleißige Schülerin gewesen, keine Exzesse, weder mit Jungs, noch mit Drogen oder Alkohol. Ihre beste Freundin Sydney ist da ganz anders. Sie probiert gerne mal etwas aus - wie beispielsweise das neue Onlinegame "Nerve", bei dem man sich als "Player" Herausforderungen der Community stellen muss und im Gegenzug dafür Geld und eine Menge Follower erhält. Vee findet das Spiel zunächst nicht reizvoll, lässt sich aber dann doch von Sydney überreden, als Player einzusteigen. Ihre erste Herausforderung ist es, einen Fremden zu küssen. Vee nimmt die Herausforderung an - und trifft in einem Diner auf den geheimnisvollen und gutaussehenden Ian. Was nun, mit diesem einen Fünf-Sekunden-Kuss beginnt, entwickelt sich zu einer Nacht, in der Vee und Ian sich noch einigen Herausforderungen stellen müssen. Und die größte davon ist: Am Leben bleiben! NERVE von Henry Joost und Ariel Schulman ist ein Film, der auf kluge Art und Weise unsere Gegenwart mit all ihren Jugendphänomenen reflektiert. Die sozialen Netzwerke sind es, in denen sich für viele Jugendliche mehr abspielt als im realen Leben, der stetige Druck, dass die Gesellschaft einen bewertet, verurteilt oder kritisiert, die Sucht nach immer höher, immer schneller, immer weiter. Der Film behandelt diese Themen, verurteilt aber die Zielgruppe nicht. Eine sehr sichere Kameraführung und eine rasante Montage lassen von der ersten Minute an einen fast schon hypnotischen Sog entstehen, man fühlt sich als Zuschauer wie in einer Achterbahn, die einen mitnimmt auf eine 96-minütige wilde und adrenalingetriebene Fahrt. Als Anker dabei dienen die hervorragenden Darsteller, vor allen Dingen Emma Roberts als Vee und Dave Franco als Ian, die nicht nur glaubwürdig ihre Rollen, sondern auch eine gut funktionierende Paar-Dynamik verkörpern. So wird man, nicht nur durch die vielen beobachtenden Smartphone-Überwachungsbilder, zum begleitenden Komplizen der Beiden. wird. Auch die Nebenfiguren überzeugen, ob Emily Meade als zickige Freundin, Miles Heizer als treuer bester Kumpel oder Juliette Lewis als besorgte Mutter. Was NERVE gelingt, ist ein klug und scharf beobachteter Film über die Generation Social Media. Doch darüber hinaus ist der Film auch schlicht und einfach ein perfekt gemachter, spannend erzählter und exzellent komponierter Thriller.

Gutachten:

Der rasante Mindgame-Thriller NERVE von Ariel Schulman und Henry Joost erzählt von der 18jährigen Venus aus Staten Island, die auf Anregung ihrer draufgängerischen Freundin einem Internetspiel namens "Nerve" beitritt, das Geld gegen Mutproben bietet. Schnell kommt sie auf den Geschmack, das Geld ist zunächst leicht verdient: Küsse einen Fremden, probiere ein Designerkleid, etc....
Mit einem fremden Biker an ihrer Seite besteht Venus, genannt Vee, die ersten Tests. Doch bald wird der Einsatz höher und die Mutproben gefährlicher. Der Film steht in der antiutopischen Tradition von Jugendfilmen wie DIE TRIBUTE VON PANEM, erinnert aber vor allem an eine jugendliche Variante von David Finchers THE GAME. Mit diesem hat NERVE die aktive Reflexion von Hollywood-Mechanismen gemeinsam. Das Spiel des Films ist eine reale Version von Videogames und entwickelt sich zur Intrige, die die ganze Lebenswelt umfasst. Überall scheinen Fans mit ihren iPhones zu lauern. Die visuelle Umsetzung der Internetkommunikation wird zum stilprägenden Inszenierungsprinzip, das mit grafischen Markierungen, Inserts und Displayumkehrung arbeitet. Dabei ist der Film dramaturgisch sehr schlüssig gerahmt, auch wenn das Ende möglicherweise etwas zu versöhnlich ausfällt.
Positiv fällt die stark ausgestaltete weibliche Hauptrolle auf, die als eine gelungene, selbstbewusste und intelligente junge Frau bestens als Identifikationsfigur geeignet ist. Der Erfahrenswelt des jugendlichen Zielpublikums entsprechen nicht nur die Umstände der anfänglichen Mutproben, sondern auch die Szene der Hacker.
NERVE ist ein äußerst unterhaltsamer Genrefilm für eine Publikum zwischen 14 und 25 Jahren, das mit der Game-Dramaturgie aufgewachsen ist und die ethischen Entscheidungsfragen zweifellos an sich selbst gerichtet verstehen wird.
Zugleich ist der Film auch eine Metapher auf den Kapitalismus, der sich gegen seine Gesellschaft richtet: Es geht nur noch um Geschwindigkeit und Geld, um einen ersehnten Endorphinschub zu erleben. Nerve beleuchtet das gesellschaftliche Interesse an Spiel und Risiko durchaus kritisch. Die Relativierung der kritischen Aussage durch das versöhnliche Ende fällt dabei kaum ins Gewicht.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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