Mystic River

Sensationell besetztes Drama über drei Jugendfreunde, die sich wiedertreffen, als eine ihrer Töchter ermordet wird.

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(Bild: Warner)
Verleih Warner
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2003
Regie Clint Eastwood
Darsteller Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon
Kinostart 27.11.2003
Einspielergebnis D € 1.350.009
Bes. (EDI) 238.448
Bes. (FFA) 255.073
Charthistory
Boxoffice USA $ 89.967.416
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Die Jugendfreunde Jimmy Marcus, Sean Devine und Daye Boyle treffen sich anlässlich des Todes von Jimmys ältester Tochter Katie wieder. Sean ermittelt als Polizist in dem vorliegenden Mordfall. Als er auf unerwartete und verstörende Hinweise stößt, muss er außerdem Jimmys Wut und Rachedurst unter Kontrolle bringen.

Mit einem sensationellen Ensemble angeführt von Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laurence Fishburne und einer so spannenden wie sensiblen Inszenierung meldet sich Clint Eastwood nach dem Thriller "Blood Work" als Regisseur eines tragischen Dramas über Verlust, Vergeltung und Freundschaft zurück, das auf einem Roman von Dennis Lehane basiert.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Düster und mächtig sind die Gewässer, durch die sich Clint Eastwood in "Mystic" River", seiner 24. Regiearbeit, manövriert. Natürlich sind dem einstigen Mann ohne Namen Themen wie Gewalt, moralische Verantwortung und der Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart nicht fremd, aber selten ging er so konzentriert, intensiv und konsequent zu Werke wie in der Verfilmung von Daniel Lehanes "Spur der Wölfe" über drei Jugendfreunde in Boston, die einst von einer Gewalttat voneinander entfremdet wurden und deren Wege sich nach einer neuerlichen Gewalttat wieder kreuzen. Ohne die Thrillerstruktur jemals zu vernachlässigen, nutzt Eastwood die packende Prämisse für ein faszinierendes Psychogramm dreier auf unterschiedliche Weise getriebener Männer, die erkennen müssen, dass alle ihre Taten bisweilen unabsehbare Folgen haben. Sean Penn, Kevin Bacon und Tim Robbins brillieren in den Hauptrollen dieses Films in der Eastwood-Tradition von "Pale Rider" oder "Erbarmungslos".

Tatsächlich nimmt "Mystic River" einen Ausnahmeplatz im Schaffenswerk des mittlerweile 76-jährigen Filmemachers ein. Obwohl nach Aussage aller Beteiligten ebenfalls im patentierten Eastwood-Stil entstanden, für keine Einstellung mehr als drei Klappen zu brauchen, ist diese Ballade um Schicksal, Rache, Schuld und Sühne anders als seine vergangenen Regiearbeiten, insbesondere seine entspannten Krimis nach Belletristikvorlagen ("Absolute Power", "Ein wahres Verbrechen", "Blood Work"), keinen Deut schludrig. Ohne auf Atmosphäre zu verzichten, verschwendet Eastwood hier keine Sekunde, lässt er die präzisen Widescreen-Kompositionen niemals nach Außen drängen. In perfekt arrangierten Bildern und aufeinander abgestimmten Szenen entsteht eine Konzentration auf die Mitte der Leinwand, eine Konzentration, deren Intensität atemberaubend ist. Vermutlich auch ein Verdienst des wie unter Strom stehenden Sean Penn, der den Film mit einer seiner besten Darstellungen dominiert und lenkt.

Er ist einer von drei Kindheitsfreunden, die man in einem längeren Prolog als rotzige, aber doch harmlose Straßenkids kennen lernt: Beim Spielen werden der taffe Jimmy, der unbedarfte Sean und der unauffällige Davey von zwei Männern unterbrochen, die sich als Polizisten ausgeben, aber als Kinderschänder erweisen und Davey entführen. Erst nach vier Tagen unsäglicher Pein kann er entkommen. 30 Jahre später leiden immer noch alle Drei unter den Erlebnissen von einst: Jimmy ist ein harter Hund geworden, der nach zweijährigem Knastaufenthalt als Besitzer eines kleinen Ladens den Ball flach hält und mit der bestimmten Annabeth zwei Töchter hat. Den permanent verunsicherten Davey lässt das Martyrium von einst nicht los - trotz glücklicher Ehe mit der Cousine von Jimmys Ehefrau und einem gemeinsamen Sohn machen ihm die Dämonen schwer zu schaffen. Als Unbekannte bei der Polizei ein Verbrechen melden, tritt auch Sean wieder auf den Plan: Er ist mittlerweile Cop und laboriert an der schmerzhaften Trennung von seiner Frau. Opfer des gemeldeten Verbrechens ist ausgerechnet Jimmys älteste Tochter, die brutal geschlagen und erschossen wurde. Parallel zur Polizei leitet er seine eigene Ermittlungen, um Rache üben zu können, und setzt damit eine Tragödie in Gang.

Stück um Stück legt Eastwood Schichten der Psyche der drei Männer frei und tastet sich durch ein undurchsichtiges Gestrüpp an Informationen, das über den Umweg über die Vergangenheit neue Einblicke in die Geschehnisse in der Gegenwart erlaubt. Eine Fülle von Details und kleinen Hinweisen ergeben nach und nach ein immer monströseres Bild von verkorksten Leben, von Menschen, die aufgrund der Last ehemaliger Taten den Überblick im Hier und Jetzt verloren haben. Mit höchster Ökonomie sammelt Eastwood die Daten, um schließlich in einem parallel montierten Showdown die finstersten Bilder seiner Karriere zu evozieren. Alldieweil zeigt er sich geradezu besessen im Zeigen der wahren Auswirkungen von Gewaltverbrechen, als wollte er für die en passant errichteten Leichenberge vergangener Filme Abbitte leisten.

So entsteht ein packender Film, der so gar nichts von der typischen Versöhnlichkeit gängiger Alterswerke haben will. "Mystic River" ist ein American Gothic, eine beklemmende Moritat in der Ahnenfolge von "Die Nacht des Jägers", "The Wild Bunch" und letztlich auch "Erbarmungslos", die trotz minimaler Fehlgriffe (Eastwoods selbst komponierter Score) jetzt schon das Prädikat "Klassiker" verdient. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Warner
O-Titel Mystic River
Land / Jahr USA 2003
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Thriller
Produktionsfirmen Malpaso
Kinostart 27.11.2003
Laufzeit 138
FSK ab 16 Jahre
Bildformat Widescreen
Tonformat Dolby-SRD/DTS/SDDS
Einspielergebnis D € 1.350.009
Bes. (EDI) 238.448
Bes. (FFA) 255.073
Charthistory
USA-Start 10.10.2003, bei Warner Bros.
Boxoffice USA $ 89.967.416
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.mysticriver.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Clint Eastwood, Judie Hoyt, Robert Lorenz
Ausf. Produzent Bruce Berman
Regie Clint Eastwood
Drehbuch Brian Helgeland
Buchvorlage Dennis Lehane
Darsteller Sean Penn (Jimmy Markum), Tim Robbins (Dave Boyle), Kevin Bacon (Sean Devine), Laurence Fishburne (Whitey Powers), Marcia Gay Harden (Celeste Boyle), Laura Linney (Annabeth Markum), Kevin Chapman (Val Savage), Tom Guiry (Brendan Harris), Emmy Rossum (Katie Markum), Spencer Treat Clark (Silent Ray Harris), Andrew Mackin (John O'Shea), Adam Nelson (Nick Savage), Robert Wahlberg (Kevin Savage), Jenny O'Hara (Esther Harris), John Doman (Fahrer), Cameron Bowen (Dave, jung), Jason Kelly (Jimmy, jung), Connor Paolo (Sean, jung), Miles Herter (Seans Vater), Cayden Boyd (Michael Boyle)
Kamera Tom Stern
Schnitt Joel Cox
Musik Clint Eastwood
Produktionsdesign Henry Bumstead, Jack G. Taylor Jr.
Ton Walt Martin
Kostüme Deborah Hopper
Casting Phyllis Huffman
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
76. Oscar-Verleihung - Academy Awards
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2003, Los Angeles, 29.02.2004 Bester Hauptdarsteller Sean Penn
76. Oscar-Verleihung - Academy Awards
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2003, Los Angeles, 29.02.2004 Bester Nebendarsteller Tim Robbins
61 Golden Globe
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2004, Los Angeles, 25.01.2004 Bester Darsteller (Drama) Sean Penn
61 Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2004, Los Angeles, 25.01.2004 Bester Nebendarsteller Tim Robbins
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Mystic River Warner Home Video Germany Blu-ray Disc, ab 16, 138 Min. Kauf
Mystic River (Premium Edition, 2 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 132 Min. Kauf
Mystic River (Einzel-DVD) Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 132 Min. Kauf
Mystic River (2 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 132 Min. Kauf
Mystic River
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany VHS, ab 16, 132 Min. Kauf
Mystic River Warner Home Video Germany DVD, ab 16, 132 Min. Leih
Mystic River Warner Home Video Germany VHS, ab 16, 132 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Mystic River Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Ein viertel Jahrhundert nachdem der kleine Dave vor den Augen seiner Freunde Jimmy und Sean in ein Auto gezerrt und tagelang von pädophilen Triebtätern missbraucht wurde, kreuzen sich die Wege der Jugendfreunde unter tragischen Umständen erneut. Als die 19-jährige Tochter des Gangsters Jimmy ermordet wird, übernimmt Sean als Ermittler den Fall. Schnell stellt sich heraus, dass der seit seiner Entführung verstörte Dave, der das Opfer am Todesabend noch sah, einiges zu verbergen hat. Da sieht Jimmy rot.

Schuld und Sühne, Rache und Vergebung, Liebe und Hass - all das vermengt Kinoveteran Clint Eastwood ("Blood Work") nach Brian Helgelands ("L.A. Confidential") Drehbuch zu einem herausragenden Thriller. Durften auch Tim Robbins und Sean Penn die Oscars und Golden Globes mit nach Hause nehmen, sind es darstellerisch insbesondere die Frauen, Marcia Gay Harden ("Pollock") und Laura Linney ("Zwielicht"), die im Gedächtnis bleiben. Ein Meisterwerk, das zu Recht auch kommerziell große Erfolge feiern konnte.

Quelle: mediabiz.de

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