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Mulholland Drive

Düsterer Filmalbtraum über zwei gegensätzliche Frauen, die auf der Schattenseite der Traumfabrik einem Mysterium auf der Spur sind.

Mulholland Drive Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Frankreich 2001
Regie David Lynch
Darsteller Justin Theroux, Laura Harring, Naomi Watts
Kinostart 03.01.2002
Einspielergebnis D € 1.914.233
Bes. (EDI) 304.450
Bes. (FFA) 317.905
Charthistory
Boxoffice USA $ 7.015.283
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nach oben Inhalt & Info

Nach einem Unfall sucht eine mysteriöse Schwarzhaarige benommen Untschlupf in einem verlassenen Appartment, das am nächsten Tag von der jungen Schauspielerin Betty bezogen wird. Die will eigentlich in Hollywood Karriere machen, erklärt sich aber bereit, der Schwarzhhaarigen, die ihr Gedächtnis verloren hat, bei der Suche nach ihrer Identität zu helfen.

Nach dem besinnlichen Roadmovie "Straight Story" kehrt David Lynch mit diesem ursprünglich als Pilotfilm einer Serie geplanten Mysterienthriller auf den verlorenen Highway filmischer Albträume zurück. Der recht geradlinig erzählte Film im Stil von "Blue Velvet" steckt voller düsterer Rätsel über Identität und Schicksal und ist doch auch eine bitterböse Satire über die Schattenseiten der Traumfabrik.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Nach einer heiter-melancholischen Landpartie mit "Straight Story - Eine wahre Geschichte" ist David Lynch zurückgekehrt auf den Lost Highway seiner schwarzen Träume und bizarren Fantasien: "Mulholland Drive", von einem TV-Pilotfilm umgearbeitet zum Kinofilm und in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet, entwickelt sich von einem relativ geradlinig erzählten Thriller zu einem Mysterium um Identität und Schicksal, Liebe und Mord, das den Zuschauer vollkommen fasziniert, aber mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf aus dem Saal entlässt. Man darf dennoch erwarten, dass das Publikum Lynchs Rätselkino zu schätzen gelernt hat und ihm bereitwillig auf diese kurvenreiche Fahrt durch ein Hollywood der Seltsamkeiten folgt.

Vermutlich kämen außer Lynch nicht viele andere Filmemacher damit durch, einen Film im Wettbewerb von Cannes laufen zu lassen und den Kritikern ein Presseheft dazu zu geben, das außer einigen großformatigen Fotos und dem Hinweis, es handle sich um "eine Liebesgeschichte in der Stadt der Träume", keine weiteren Infos zum Film enthält. So muss man sich also selbst seinen Reim auf die Sache machen, und vielleicht ist es nicht das Schlechteste, wenn ein Film einmal statt behaglicher Zufriedenheit Irritation und Neugierde auslöst. Von der ersten Szene an beginnt "Mulholland Drive" seine zahlreichen Storyfäden auszulegen, samt Haken und Köder: Eine schwarzhaarige Schöne wird in einer Limousine gefahren, und just, als der Chauffeur anhält, um sie zu erschießen, rast ein anderes Auto in den Wagen und tötet alle bis auf sie. Benommen sucht sie Unterschlupf in einem verlassenen Apartment, das anderntags von der jungen Schauspielerin Betty bezogen wird, die in Hollywood Karriere zu machen hofft. Weil sie beim Unfall ihr Gedächtnis verloren hat, nennt sie sich Rita, und Betty ist schnell bereit, gemeinsam mit ihr das Rätsel ihrer Identität zu lösen. Lynch stellt diese beiden Frauen wie zwei Seiten der gleichen Münze dar: Rita als brütende, dunkle Schöne in schwarz und rot, Betty als sonnige All-American-Beauty in blond und pastell. Während die beiden jedem Erinnerungsfetzen von Rita nachgehen, dabei eine homoerotische Liebe entwickeln und schließlich die verwesende Leiche eines anderen Mädchens finden, entspinnt sich ein zweiter Erzählstrang um den jungen Regisseur Adam Kesher. Bei der Vorbereitung seines nächsten Kinofilms versucht die Mafia Einfluss auf seine Besetzung zu nehmen und nimmt ihm, als er sich weigert, kurzerhand seinen Film weg. Dessen nicht genug, entdeckt Adam zu Hause auch noch seine Frau mit dem Mann von der Pool-Reinigung im Bett, und Lynch gelingt hier eine der überraschendsten und witzigsten Szenen seines Films, der an Überraschungen, Schocks und Humor ohnehin nicht arm ist. Natürlich überschneiden sich schließlich auch die Wege von Betty und Adam, doch gerade, als man glaubt, nach etwa 90 Minuten das Webmuster hinter diesem komplexen Thriller zu erkennen, gibt Lynch der Geschichte durch eine kurze Montage von Zeitrafferszenen (vor- und rückwärts) und Überblendungen eine völlig neue Wendung: Die weiblichen Charaktere haben plötzlich Namen, Beruf und Darstellerin gewechselt, und während die Männer ihre Parts beibehalten, führen sie mit vertauschten Rollen das Leben einer jeweils anderen fort. Das Ende des Films bietet bewusst keine Lösung an, sondern unterstreicht Lynchs offensichtliches Vorhaben, durch Doppelspiegelung seinen Film von der narrativen auf eine rein assoziative Ebene zu heben. Es spricht sehr für den Regisseur, dass "Mulholland Drive", auch wenn er keinen wirklichen Sinn ergibt, doch stets spannend und höchst unterhaltsam bleibt. Ebenfalls ohne Belang bleibt die Tatsache, dass der Film ursprünglich als Pilot für den US-Fernsehsender ABC gedreht wurde. Man mag bestenfalls einwenden, dass die vielen nicht aufgelösten Figuren und Plots auf die Mechanik einer TV-Serie hinweisen, doch die Virtuosität, mit der Lynch seine Bilder montiert und wie er mit Sound und Musik umgeht, lässt sich nur auf der großen Leinwand wirklich erfahren. Dass man schließlich nach den Schlusscredits das dringende Bedürfnis hat, sich den Film sofort noch einmal anzuschauen, dürfte die potenziellen Verleiher dieses schönen, merkwürdigen, traumhaften Films am allerwenigsten stören. evo.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Concorde
O-Titel Mulholland Drive
Land / Jahr USA/Frankreich 2001
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller / Drama
Produktionsfirmen Les Films Alain Sarde/Studio Canal/Asymmetrical
Kinostart 03.01.2002
Laufzeit 147
FSK ab 16 Jahre
Bildformat 35 mm/1:1,85
Tonformat Dolby-SRD
Einspielergebnis D € 1.914.233
Bes. (EDI) 304.450
Bes. (FFA) 317.905
Charthistory
USA-Start 12.10.2001, bei Universal
Boxoffice USA $ 7.015.283
Web-Link http://www.mulholland-drive.com, http://www.bacfilms.com/mulholland
nach oben Cast & Crew
Produzenten Mary Sweeney, Alain Sarde, Neal Edelstein, Michael Polaire, Tony Krantz
Ausf. Produzent Pierre Edelman
Regie David Lynch
Drehbuch David Lynch
Darsteller Justin Theroux (Adam Kesher), Laura Harring (Rita), Naomi Watts (Betty Elms), Ann Miller (Coco Lenoix), Dan Hedaya (Vincenzo Castigliane), Mark Pellegrino (Joe), Brian Beacock (Studiosänger), Robert Forster (Detective Harry McKnight), Monty Montgomery (Der Cowboy), Billy Ray Cyrus (Gene), Chad Everett (Jimmy Katz), Kate Forster (Martha Johnson), Scott Coffey (Wilkins), Michael John Anderson (Mr. Roque), Katharine Towne (Cynthia), Lee Grant (Louise Bonner), Matt Gallini (Chauffeur), Melissa George (Camilla Rhodes), Marcus Graham (Mr. Darby), Sean E. Markland (Taxifahrer), Elizabeth Lackey (Carol), Jeanne Bates (Irene), Missy Crider (Kellnerin), James Karen (Wally Brown), Patrick Fischler (Dan), Vincent Castellanos (Ed), Michael Des Barres (Billy), Michael Fairman (Jason), Wayne Grace (Bob Booker), Lori Heuring (Lorraine Kesher), Michele Hicks (Nikki), Tad Horino (Taka), Tony Longo (Kenny), Rena Riffel (Laney), David Schroeder (Robert Smith), Robert Katims (Ray Hott), Rita Taggart (Linny James), Angelo Badalamenti (Luigi Castigliane), Diane Baker, Johanna Stein
Kamera Peter Deming
Schnitt Mary Sweeney
Musik Angelo Badalamenti
Produktionsdesign Jack Fisk, Peter Jamison
Ton Susumo Tokonow, Ed Novick
Kostüme Amy Stofsky
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
54. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2001, Cannes, 09.05.2001 - 20.05.2001 Beste Regie - ex aequo David Lynch
27. César-Verleihung
César-Verleihung Großansicht
2002, Paris, 02.03.2002 Bester ausländischer Film  
55. British Academy Awards   2002, London, 25.02.2002 Bester Schnitt Mary Sweeney
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Mulholland Drive - Straße der Finsternis AL!VE AG DVD, ab 16, 141 Min. Kauf
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
Nicht lieferbar
EuroVideo Medien DVD, ab 16, 141 Min. Kauf
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
Nicht lieferbar
EuroVideo Medien VHS, ab 16, 152 Min. Kauf
Mulholland Drive - Straße der Finsternis EuroVideo Medien DVD, ab 16, 152 Min. Kauf
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
Nicht lieferbar
EuroVideo Medien VHS, ab 16, 141 Min. Leih
Mulholland Drive - Straße der Finsternis EuroVideo Medien DVD, ab 16, 141 Min. Leih
Enthalten in:
David Lynch Box (3 Discs)David Lynch Box (3 Discs)
EuroVideo Medien GmbH
EuroVideo Medien GmbH
DVD, ab 16, 449 Min.
Blu-ray Disc, ab 16, 462 Min.
Kauf
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Diverse Mulholland Drive Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Bei einem Autounfall auf den Hügeln über Hollywood verliert eine schwarzhaarige Schönheit ihr Gedächtnis und sucht verstört in einem leerstehenden Appartment Zuflucht. Dort zieht am nächsten Tag die naive Schauspielerin Betty ein, die in der Traumfabrik auf die große Karriere hofft. Die beiden Frauen freunden sich an und versuchen gemeinsam, das Geheimnis um die Identität der Schwarzhaarigen zu lüften. Parallel dazu wird ein Filmregisseur mit den harten Tatsachen des Filmgeschäfts konfrontiert.

David Lynch is back. Nach seinem Ausflug in die beschaulicheren Gefilde der "Straight Story" stehen in diesem Mystery-Thriller, für den der Regisseur 2001 den Regiepreis in Cannes erhielt, neben skurrilem Humor wieder düstere Geheimnisse im Vordergrund. Anders als etwa in "Lost Highway" gelang es ihm dabei jedoch, die Fäden so kunstvoll wieder zusammenzuführen, daß sich der aufmerksame Zuschauer am Ende durchaus nicht in völliger Irritation verlieren muß. Ein Fest für Freunde des Unkonventionellen.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

In einem leerstehenden Appartment versucht eine schwarzhaarige Schönheit mit der Hilfe der Schauspielerin Betty ihr verlorenes Gedächtnis zurückzugewinnen. Parallel dazu wird ein Filmregisseur mit den harten Tatsachen des Filmgeschäfts konfrontiert. Mystery-Thriller von David Lynch, in dem so einiges anders ist, als es scheint.

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