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Mord und Margaritas

Schwarze Komödie über die Midlife-Crisis eines Auftragsmörders, der sich mit einem biederen Geschäftsmann anfreundet.

Mord und Margaritas Großansicht
(Bild: Buena Vista)
Verleih Buena Vista
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2005
Regie Richard Shepard
Darsteller Pierce Brosnan, Greg Kinnear, Hope Davis
Kinostart 20.04.2006
Einspielergebnis D € 190.685
Bes. (EDI) 31.659
Bes. (FFA) 34.931
Charthistory
Boxoffice USA $ 12.449.517
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 19.01.2009 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Das Leben von Profikiller Noble ist eine Endlosschleife von kühlen Morden, einsamen Hotelzimmern und anonymem Sex. Als der Profi in Mexiko den Geschäftsmann Wright kennen lernt, entdeckt er in dem braven Ehemann seinen ersten Freund. Ihm outet er seinen Beruf, ihn bittet er um Hilfe, als ihn seine Ex-Bosse auslöschen wollen, weil er seit der Begegnung mit Wright seinen tödlichen Biss völlig verloren hat.

BOhne großes Budget, aber mit gut harmonierenden Stars inszeniert Richard Shepard seinen überzeugendsten Film. Sein amüsanter Mix aus Killerstory und Kumpelkomödie lebt von der Kollision von Persönlichkeiten und Milieus, integriert Standards des Hitman-Genres, ist aber nie zynisch, sondern unaufdringlich moralisch. Und Pierce Brosnan zeigt als Mordprofi in der Sinnkrise die beste Leistung seiner Karriere.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Bevor Ex-Bond Pierce Brosnan die Lizenz zum Töten verlor, geriet er in diesem witzigen Sundance-Hit von 2005 als Killer in eine Sinnkrise. Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang sieht.

Die Selbstsabotage seines Images vom letalen Weltfriedensbewahrer erwies sich für Brosnan als Segen, zeigt er doch zwischen alkoholisiertem Wrack und flirtendem Goldkettchen-Gigolo eine Karrierebestleistung. Bereits in der Ouvertüre signalisiert der Film seine Verspieltheit in der Variation des vertrauten Hitman-Genres. Wieder einmal an der Seite einer käuflichen Begleiterin erwacht, lässt sich Mordprofi Noble (Brosnan) spontan dazu inspirieren, sich wie sie die Fußnägel zu lackieren. Shepard liebt solche schrulligen Szenen, die Persönlichkeit und emotionalen Zustand kommentieren. Ist Nobles Stimmung desolat, sitzt er mit Whiskey und Riesensombrero vereinsamt im mexikanischen Hotelzimmer. Hat er sich gefangen, stolziert er mit Badehose und Stiefel provokativ durch die Hotelhalle. Autor Shepard inszenierte bereits mit 25 Jahren die mit David Bowie prominent besetzte Komödie "Houdini & Company", musste sich nach deren Flop aber mühselig Kredit zurückverdienen. Sein sechster Spielfilm ist ein unterhaltsamer Mix aus seinen komödiantischen Anfängen und den kleinen Thrillern, die er in den Jahren dazwischen drehte. Nach zackiger Einführung der professionell tötenden Hauptfigur nimmt Shepard das Tempo zurück und entwickelt ruhig die Begegnung mit einem Unbekannten, die Nobles Leben verändert. Mit einer typischen Kinoprämisse ohne Kontakt zur Realität führt er in einer Hotelbar den einsamen Killer und den braven Geschäftsmann mit dem viel sagenden Namen Wright (Greg Kinnear) zusammen. Trotz Nobles Neandertal- Umgangsformen freunden sich die Männer während eines Mexikoaufenthalts an. Der Kontakt mit dem verheirateten Mann erdet den Killer, zeigt ihm sein eigenes Vakuum auf. Auf der anderen Seite weckt Noble in Wright den Abenteurer, den er sogar in sein größtes Geheimnis einweiht und zum Spontanmord einlädt. Monate später steht Noble vor der Türe seines "einzigen Freundes". Weil er ausgebrannt zum Versager und Nervenbündel mutiert ist und jetzt selbst auf der Abschussliste steht, soll Wright ihm helfen, sein Leben zu retten.

Über die ganze Geschichte hinweg generieren die eigentlich inkompatiblen Persönlichkeiten durch ihre Reibungsflächen Komik. Shepards gut konstruiertes Drehbuch variiert einige Standards des Hitman-Genres, schwelgt aber nie im Zynismus verwandter Filme und trifft am Ende eine überraschende, aber glaubwürdig moralische Entscheidung. kob.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Buena Vista
O-Titel The Matador
Land / Jahr USA 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller / Komödie
Produktionsfirmen Furst Films/Irish DreamTime
Drehort Mexico
Drehzeit 02.04.2004
Kinostart 20.04.2006
Laufzeit 97
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 190.685
Bes. (EDI) 31.659
Bes. (FFA) 34.931
Charthistory
USA-Start 30.12.2005, bei Weinstein
Boxoffice USA $ 12.449.517
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Pierce Brosnan, Beau St. Clair, Sean Furst, Bryan Furst
Koproduzenten Brad Jenkel, Gerd Koechlin, Manfred Heid
Ausf. Produzenten Bob Yari, Mark Gordon, Adam J. Merims, Andreas Thiesmeyer, Josef Lautenschlager, Andy Reimer
Regie Richard Shepard
Drehbuch Richard Shepard
Darsteller Pierce Brosnan (Julian Noble), Greg Kinnear (Danny Wright), Hope Davis (Carolyn "Bean" Wright), Philip Baker Hall (Mr. Randy), Dylan Baker (Lovell), Adam Scott (Phil Garrison)
Kamera David Tattersall
Schnitt Carole Kravetz
Produktionsdesign Robert Pearson, Marcelo Del Rio
Ton Santiago Nunez
Kostüme Catherine Thomas
Postproduktion Rolfe Kent
Casting Carla Hool
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Mord und Margaritas Walt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 12, 93 Min. Kauf
Mord und Margaritas Walt Disney Studios Home Entertainment DVD, ab 12, 93 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse The Matador - Mord und Márgaritas Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Auftragskiller Noble führt ein stereotypes Leben zwischen eiskalten Morden, einsamen Hotelzimmern und anonymem Sex. Da trifft er in einer Bar in Mexiko auf Wright, einen kleinen, unbescholtenen Versager, der aufs Ende seiner beruflichen Pechsträhne hofft. Gemeinsam gehen sie zum Stierkampf und freunden sich an. Dem braven Ehemann beichtet Noble auch seinen Beruf und bittet ihm um Hilfe, als ihm seine Ex.Bosse an den Kragen wollen und er seit seiner Begegnung mit Wright das Interesse am Töten verloren hat.

Hitman-Variante, teils schwarze Komödie, teils Kriminalsatire und teils Thriller, die 2005 auf dem Sundance Film Festival zum Publikumshit avancierte. Gespielt werden die beiden grundverschiedene Männer mit Lust von Greg Kinnear und Pierce Brosnan. Letzterer fungiert auch als Mit-Produzent und demontiert dabei mutig sein James-Bond-Image, während der eher unbekannte Regisseur und Autor Richard Shepard ("Mexico City") vor allem mit skurrilem Witz unterhält. Köstlich komisches Buddy Movie der etwas anderen Art.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollWenn zwei Männer aufeinander treffen, die so unterschiedlich sind wie die beiden Helden in "Mord und Margaritas", sind Überraschungen und schwarzer Humor garantiert. Julian Noble, dargestellt von Pierce Brosnan, ist ein gedungener Killer, heimatlos ohne Familie oder Freunde, stets unterwegs. Danny Wright (Greg Kinnear) ist ein solider Geschäftsmann, glücklich mit seiner Frau, und auch nach vierzehn Jahren noch verliebt und hingebungsvoll. Doch wie es auf Reisen manchmal geht, das Fremde reizt, die Einsamkeit in der Hotelbar öffnet Mund und Herz, und so nähern sich die beiden Männer an und entdecken Sympathie füreinander.

Die Symbolik der ersten Filmbilder lässt Ahnungen aufkommen, die sich später als geschickte atmosphärische Gags herausstellen. Ein Spiel von Verführung und fasziniertem Staunen beginnt. Als schließlich Julian in einer Nervenkrise nicht mehr in der Lage ist, seine Aufträge zu erfüllen, fleht er Danny um Hilfe an, der soll ihm als Freund beistehen, ihn unterstützen. Danny, zunächst entsetzt über die ihm zugedachte Rolle, erhört schließlich die Appelle Julians. Damit ist das mephistophelische Werk geglückt. Die Verführung hat funktioniert.

So ernst wie die Situation zunächst auch wirkt, kann sie nicht sein, denn wir haben es mit einer Schwarzen Komödie zu tun, die ganz auf den Effekt des Buddy-Movies setzt und damit auch gewinnt. Die beiden Darsteller glänzen in ihren Rollen und wer Pierce Brosnan nur aus der Rolle als James Bond kennt, mag staunen über seine Charakterdarstellung in diesem Film, die komödiantisch ist, ohne eindimensional zu sein. Der Machismo des vermeintlich ewigen Gewinners wirkt so komisch wie überzeugend. Mit seiner Darstellung des Julian Noble überzeugt er als diabolischer Verführer.

Die bizarre Tonlage der Inszenierung wird zum Beispiel unterstrichen durch eine Reise um die Welt an Hand von Ansichtskarten, mit denen die Auftragsstationen Nobles nachvollzogen werden. Auch die Männlichkeitssymbole, dargestellt im Stierkampf und am Straßenrand in Form eines schwarzen Porsche, werden dezent und wirksam eingesetzt. Die komödiantische Seite kommt vor allem in der Männerfreundschaft der beiden Hauptfiguren zum Tragen. Die Metamorphose des braven Danny Wright in der Annäherung an den bewunderten Freund Noble vollzieht sich glaubhaft schleichend. Der Film enthält sich zu seinem Vorteil der Klischees sexistischer Art, was nicht selbstverständlich ist.

Ein Mitglied der FBW-Jury fühlte sich an Peckinpahs "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" erinnert, ein anderes Jurymitglied mochte das Vergnügen am Schwarzen Humor nicht nachvollziehen. Ausstattung und Look des Films wirken stimmig und überzeugend, während Kamera und Schnitt sich im eher konventionellen Rahmen bewegen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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