Mathilde - Eine große Liebe

Jean-Pierre Jeunets neuer Superhit: Die "fabelhafte Amélie" heißt jetzt "Mathilde" und sucht nach ihrem im ersten Weltkrieg verschollenen Verlobten.

Mathilde - Eine große Liebe Großansicht
(Bild: Warner)
Verleih Warner
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Frankreich, USA 2004
Regie Jean-Pierre Jeunet
Darsteller Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Jean-Pierre Becker
Kinostart 27.01.2005
Einspielergebnis D € 3.821.155
Bes. (EDI) 621.154
Bes. (FFA) 628.883
Charthistory
Boxoffice USA $ 6.167.817
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 11.11.2008 (ZDF)

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Im Januar 1917 werden fünf französische Soldaten auf dem Schlachtfeld in den sicheren Tod geschickt, weil sie sich selbst verstümmelt haben, um dem Wahnsinn des Krieges zu entfliehen. Einer der Fünf ist Manech, Verlobter von Mathilde, die nicht wahr haben will, dass ihr Geliebter tot sein soll. Sie schickt einen Detektiv aus, der die Wahrheit entschlüsseln soll, und macht sich gleichzeitig selbst auf den Weg, Manech zu finden.

Nachdem Jean-Pierre Jeunet bereits in "Die fabelhafte Welt der Amélie" die Liebe gegen alle Widrigkeiten triumphieren ließ, setzt er auch im Nachfolger auf große Gefühle und die Unwiderstehlichkeit seines "Amélie"-Stars Audrey Tautou. Ambitionierter und aufwändiger als der Vorgänger und mit einem Budget von 47 Mio. Euro ist "Mathilde - Eine große Liebe" eine der teuersten europäischen Produktionen aller Zeiten.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Die fabelhafte Welt des Jean-Pierre Jeunet: Nachdem er bereits in seinem Sensationshit "Die fabelhafte Welt der Amélie" vor drei Jahren die Liebe gegen alle Widrigkeiten triumphieren ließ, setzt er auch im Nachfolger auf große Gefühle und die Unwiderstehlichkeit seines "Amélie"-Stars Audrey Tautou. Ambitionierter und aufwändiger als der Vorgänger und mit einem Budget von 47 Mio. Euro ist "Mathilde - Eine große Liebe" eine der teuersten europäischen Produktionen aller Zeiten - und in allen Belangen französisch, auch wenn sie laut gerichtlicher Entscheidung nicht als heimische Produktion anerkannt wird. Jeunet erzählt darin in dem für ihn typischem, vor Fabulierlust und skurrilen Humor überbordenden Stil von einer jungen Frau aus der Provinz, die auch zwei Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs nicht glauben will, dass ihr Verlobter auf dem Schlachtfeld in den Tod geschickt wurde.

Die Leinwand, auf der er malt, ist größer, die Geschichte ist ernster und epischer, die Jeunet zur Verfügung stehenden Mittel vielfältiger. Doch trotz der erkennbar gewachsenen Ambition und des insgesamt düstereren Tons ist "Mathilde" unverkennbar ein Film von Jeunet, der wie in "Amélie" auf einen allwissenden und omnipräsenten Erzähler und zahllose erzählerische Umwege setzt, mit denen schlaglichtartig Hintergründe über Figuren, Orte und Begebenheiten angerissen werden. Anders als in seinem weltweit gefeierten Durchbruch, eine Ode an Paris, zusammengesetzt aus einem drolligen Sammelsurium von Einfällen, Erinnerungen und Klischees zu einer Art finalem Puzzle, rankt sich die Liebe hier um eindeutig Handfesteres, den Ersten Weltkrieg.

Ihm bringt der Filmemacher auch jederzeit den gebührenden grimmigen Ernst entgegen: Seit "Wege des Ruhms" hat kein Film mehr Agonie, Schmerz und Leid der Soldaten im ersten großen Krieg des 20. Jahrhunderts so präzise und unerbittlich dargestellt wie "Mathilde". Anfangs mögen die verrückten Ausflüge der Fantasie, mit denen Jeunet seinen Film immer wieder dem dreckverklumpten Jammertal der Schützengräben entreißt, zuviel oder gar unangemessen erscheinen. Tatsächlich aber lindern die rasend montierten Anekdoten nie den Horror: Indem er Glück und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Tod aufeinanderprallen lässt, forciert Jeunet den Schrecken sogar noch.

Wie gleich in der ersten Szene des Films, in dem fünf junge Männer im Januar 1917 in den sicheren Tod in einem zwischen Franzosen und Deutschen heftig umkämpften Schlachtfeld geschickt werden, weil sie sich selbst verstümmelt haben, um dem Wahnsinn des Krieges zu entfliehen. Einer der Fünf ist Manech, Sohn eines Leuchtturmwärters, der Verlobte von Mathilde, die nicht wahr haben will, dass ihr Geliebter tot sein soll. Sie schickt einen Detektiv, die Wahrheit über die nur unklar übermittelten Ereignisse von Bingo Crepuscule - wie das französische Frontlager genannt wird, zu entschlüsseln und macht sich gleichzeitig selbst auf den Weg, Manech zu finden. In einem mutigen, ambitionierten und gewagten filmischen Drahtseilakt führt Jeunet die Elemente des Kriegsdramas und das Liebesmärchens in einer brillant konzipierten Detektivgeschichte zusammen, die das Massaker im Januar 1917 bis zu ihrer verblüffenden Auflösung immer wieder in einem anderen Licht dastehen lassen.

Überhaupt ist Jeunets perfekte Handhabung filmischer Mittel Ehrfurcht gebietend. In der unvergesslichsten Szene lässt er in einem zum Lazarett umfunktionierten Warenlager einen dort verstauten Zeppelin wie in Zeitlupe nach oben schweben, um den Mechanismus einer im Dach steckenden Fliegerbombe auszulösen und eine unfassbare Flammenhölle zu entfesseln. Dass die handelnden Figuren, die eigentlich bezaubernde Mathilde eingeschlossen, in diesem Szenario bisweilen zu Marionetten degradiert werden und der Film so sein emotionales Potenzial nicht komplett entfalten kann, ist verzeihlich in einem Epos, das allein mit seiner visuellen Wucht begeistert. Weil die Figuren, neben der rehäugigen Tautou u. a. von Jodie Foster, André Dussollier, Tcheky Karyo und Jeunet-Regular Dominique Pinon (als Mathildes Vater), allerdings etwas in der Luft hängen und vor allem der vermisste Manech in seinen wenigen Rückblenden wenig charismatisch skizziert wird, fällt es womöglich schwer, "Mathilde" in gebührendem Maß zu lieben - was dem Abschneiden am Boxoffice keinen Abbruch tun sollte, wie die Ergebnisse aus Frankreich nachhaltig unterstreichen. ts.

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Verleih Warner
O-Titel Un long dimanche de fiançailles
Alternativ-/Arbeitstitel A Very Long Engagement
Land / Jahr Frankreich/USA 2004
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Warner/2003 Prod./Gerber Pict. u.a.
Drehort Frankreich
Drehzeit 25.08.2003
Kinostart 27.01.2005
Laufzeit 133
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm/Cinemascope
Tonformat Dolby-SRD/DTS/SDDS
Einspielergebnis D € 3.821.155
Bes. (EDI) 621.154
Bes. (FFA) 628.883
Charthistory
USA-Start 26.11.2004, bei Warner Bros.
Boxoffice USA $ 6.167.817
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.mathilde-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Francis Boespflug
Ausf. Produzent Bill Gerber
Regie Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant
Buchvorlage Sébastien Japrisot
Darsteller Audrey Tautou (Mathilde), Gaspard Ulliel (Manech), Jean-Pierre Becker (Lieutenant Esperanza), Dominique Bettenfeld (Ange Bassignano), Clovis Cornillac (Benoît Notre Dame), Marion Cotillard (Tina Lombardi), Jean-Pierre Darroussin (Benjamin Gordes), Julie Dépardieu (Véronique Passavant), Jean-Claude Dreyfus (Commandant Lavrouye), André Dussollier (Rouvières), Ticky Holgado (Germain Pire), Tchéky Karyo (Captain Favourier), Jerôme Kircher (Bastoche), Denis Lavant (Six-Sous), Chantal Neuwirth (Bénédicte), Dominique Pinon (Sylvain), Jean-Paul Rouve (Postbeamter), Michel Vuillermoz (Louis), Thierry Gibault (Lieutenant Estrangin), Jodie Foster (Elodie Gordes)
Kamera Bruno Delbonnel
Schnitt Hervé Schneid
Musik Angelo Badalamenti
Produktionsdesign Aline Bonetto
Ton Jean Umansky
Kostüme Madeleine Fontaine, Catherine Boisgontier
Casting Pierre-Jacques Bénichou, Valérie Espagne, Marie-Sylvie Caillierez
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
18. Europäischer Filmpreis
Europäischer Filmpreis Großansicht
2005, Berlin, 03.12.2005 Europäischer Szenebildpreis 2005 Aline Bonetto
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Mathilde - Eine große Liebe (Premium Edition, 2 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 128 Min. Kauf
Mathilde - Eine große Liebe (Einzel-DVD) Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 128 Min. Kauf
Mathilde - Eine große Liebe (Einzel-DVD)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 128 Min. Kauf
Mathilde - Eine große Liebe (2 DVDs)
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 128 Min. Kauf
Mathilde - Eine große Liebe Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 128 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Januar 1917. Fünf französische Soldaten werden in den sicheren Tod geschickt, weil sie sich absichtlich selbst verstümmelt haben, um so dem Grauen des Krieges entrinnen zu können. Einer von ihnen ist Maneche, der Verlobte von Mathilde. Weil diese einfach nicht glauben will, dass ihr Geliebter auf dem Schlachtfeld sein Leben ließ, heuert sie einen Privatdetektiv an, der die Suche nach ihm aufnehmen soll. Gleichzeitig beginnt Mathilde eigene Recherchen anzustellen und stößt dabei auf abenteuerlichste Hinweise und erfährt skurrilste Anekdoten.

Auch die zweite Zusammenarbeit zwischen Audrey Tautou und Jean-Pierre Jeunet nach "Amélie" lässt sich in keine Genre-Schublade pressen. Komisch zwar, doch weit entfernt, eine Komödie zu sein, sehr tragisch, doch ganz und gar keine klassische Tragödie, ein Film über den Krieg, doch deshalb noch lange kein Kriegsfilm. Die rehbraunen Augen von Tautou, tricktechnische Zaubereien und der wunderbare melodramatische Plot machen die 47 Millionen Euro schwere Produktion zu einem Tipp für alle Filmfreunde.

Quelle: mediabiz.de

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