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Manchester by the Sea

Packendes, bewegendes Drama über einen Mann, den ein Trauerfall zurück ins Heimatdorf zwingt, wo sich einst eine Tragödie ereignet hat.

Manchester by the Sea Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2016
Regie Kenneth Lonergan
Darsteller Casey Affleck, Lucas Hedges, Michelle Williams
Kinostart 19.01.2017
Einspielergebnis D € 2.469.402
Bes. (EDI) 299.071
Bes. (FFA) 318.568
Charthistory
Boxoffice USA $ 47.614.786
Charthistory
Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Der überraschende Tod seines Bruders Joe zwingt Lee Chandler, seine Anstellung als Hausmeister in Boston niederzulegen und wieder in das 50 Kilometer nördlich gelegene Dörfchen Manchester by the Sea zu fahren, dem er vor Jahren den Rücken gekehrt hatte. Eigentlich will Lee so schnell wie möglich wieder zurück, aber weil Joe ihn als Vormund von dessen 16-jährigen Neffen Patrick eingesetzt hat, muss er vorerst bleiben. Und wird nicht nur konfrontiert mit dem Leben der Menschen dort, sondern auch mit der eigenen Vergangenheit.

Mit seinem dritten Film ist Kenneth Lonergan ("You Can Count on Me") eine erschütternde Charakterstudie gelungen über einen Mann, dem eine Tragödie den Wind aus den Segeln genommen hat. Von Casey Affleck bravourös gespielt, folgt man diesem Lee Chandler mit großer Anteilnahme, wie er versucht, wieder Tritt zu fassen. Lonergan lässt in diesem traurigen, aber nicht deprimierenden Film Vergangenheit auf Gegenwart prallen. In "Manchester by the Sea" wechseln sich leichte Momente mit harten Konfrontationen ab und ergeben ein großes, sehenswertes amerikanisches Drama.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Packendes, bewegendes Drama über einen Mann, den ein Trauerfall zurück ins Heimatdorf zwingt, wo sich einst eine Tragödie ereignet hat.

In Sundance im Januar wurde die dritte Regiearbeit von Kenneth Lonergan ("You Can Count on Me") als kleine Sensation gefeiert. Man ist sofort bereit, den Kritikern Recht zu geben. Dennoch ist "Manchester by the Sea", benannt nach einer kleinen Gemeinde etwa 50 Kilometer nördlich von Boston, nicht die Art von Film, die einen sofort "Meisterwerk" rufen lässt, weil man von den Füßen gefegt worden wäre von besonders visionärem Filmemachen. Vielmehr entfaltet sich die Wirkung langsam und nachhaltig. Es ist die Charakterstudie eines Mannes, den ein Trauerfall in der Familie zwingt, sich wieder mit einer Vergangenheit auseinanderzusetzen, die seinem Leben den Wind aus den Segeln genommen hat. Es ist eine Studie von Trauer und Schmerz und Traurigkeit, was nicht unbedingt nach einer Empfehlung für einen unterhaltsamen Kinoabend klingt. Aber obwohl Lonergan keine Zugeständnisse macht bei der Zeichnung seines Helden von der gebeugten Gestalt, ist die Geschichte doch beseelt von einem so tiefen Verständnis für die Menschen, die sie zeigt, dass man nie die Augen von der Leinwand abwenden will: Mit wachsender Anteilnahme folgt man dem Bostoner Hausmeister Lee Chandler durch seine zunächst mehr als widerwilligen, später durchaus verzweifelten Versuche, wieder Fuß zu fassen in einem Leben, das schon seit Jahren nicht mehr das Seine ist. Casey Affleck spielt diesen komplizierten Mann, der es einem nicht leicht macht, ihn zu mögen, weil er so linkisch ist und verschlossen und sich stets bewegt, als trage er die Last der Welt auf seinen Schultern. Er spielt ihn so bravourös wie keine Rolle mehr seit seinem Durchbruch in "Die Ermorderung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford". Wenn Lonergan ihn nicht gleich in der allerersten Szene in glücklicheren Zeiten zeigen würde, in einem Moment der Seligkeit, wie er auf dem Boot seines großen Bruders Joe Späße mit seinem zehnjährigen Neffen Patrick treibt, würde man ihn vielleicht gar nicht weiter beachten, wie er sich schweigend, verstockt und häufig angetrunken durchs Leben schleppt. Aber natürlich will man wissen, was da passiert sein könnte, was den jungen Mann so verändert hat. Und so schickt der Regisseur und Drehbuchautor ihn zurück in sein Heimatstädtchen, weil sein Bruder nach einem Herzanfall gestorben ist und er in dessen Testament als Vormund für den nunmehr 16-jährigen Patrick eingesetzt wurde. Das zwingt Lee aus der Reserve, zur Interaktion mit alten Bekannten und Verwandten, mit dem sozialen Umfeld seines Neffen, der dem Onkel mit seiner Lebendigkeit und Hartnäckigkeit den Spiegel vorhält. Mühsam verdrängte Erinnerungen fluten zurück durch Lees Kopf, und ein wilder, bisweilen sperriger Ritt zwischen Vergangenheit und Gegenwart beginnt, der das Ausmaß des Schmerzes von Lee aufzeigt. Die meisten Filme würden nun vom heilenden Einfluss von Freundschaften und Gemeinden erzählen , aber "Manchester by the Sea" will keine einfachen Antworten, weil Lonergan, ein herausragender Autor und passabler Regisseur, zuviel Respekt vor seinen Figuren hat. Drei große, entscheidende und erschütternde Szenen hat Affleck, auf dem Polizeirevier, als er seine geschiedene Frau wiedertrifft und als er im Gespräch mit Patrick Nägel mit Köpfen macht. Jede haut einen um. Sie alleine würden "Manchester by the Sea" zum Muss machen, aber auch sonst sollte man sich diese so menschliche Geschichte nicht entgehen lassen, die eine Tragödie erzählt, aber auch immer so viel Sonnenschein und Humor bereit hält, um niemals zu zweifeln oder zu verzweifeln. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Universal
O-Titel Manchester by the Sea
Land / Jahr USA 2016
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 19.01.2017
Laufzeit 138
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.469.402
Bes. (EDI) 299.071
Bes. (FFA) 318.568
Charthistory
USA-Start 18.11.2016, bei Roadside
Boxoffice USA $ 47.614.786
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.manchester-by-the-sea.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Matt Damon, Chris Moore
Ausf. Produzenten John Krasinski, Declan Baldwin, Bill Migliore
Regie Kenneth Lonergan
Drehbuch Kenneth Lonergan
Darsteller Casey Affleck (Lee Chandler), Lucas Hedges (Patrick), Michelle Williams (Randi), Kyle Chandler (Joe Chandler), Gretchen Mol (Elise), Matthew Broderick, Kara Hayward, Tate Donovan, Heather Burns, Josh Hamilton, Missy Yager, Susan Pourfar, Tom Kemp, Liam McNeill, Jami Tennille
Kamera Jody Lee Lipes
Schnitt Jennifer Lame
Musik Lesley Barber
Produktionsdesign Ruth De Jong
Kostüme Melissa Toth
Casting Douglas Aibel
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
89. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2016, Los Angeles, 26.02.2017 Bester Hauptdarsteller Casey Affleck
89. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2016, Los Angeles, 26.02.2017 Bestes Originaldrehbuch Kenneth Lonergan
70. British Academy Awards   2017, London, 12.02.2017 Bester Hauptdarsteller Casey Affleck
70. British Academy Awards   2017, London, 12.02.2017 Bestes Originaldrehbuch Kenneth Lonergan
74. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2017, Los Angeles, 08.01.2017 Bester Hauptdarsteller - Drama Casey Affleck
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Manchester by the Sea Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 133 Min. Kauf
Manchester by the Sea Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 138 Min. Kauf
Manchester by the Sea Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 133 Min. Leih
Manchester by the Sea Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 138 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der überraschende Tod seines Bruders Joe zwingt Lee Chandler, seine Anstellung in Boston niederzulegen und wieder in das 50 Kilometer nördlich gelegene Dörfchen Manchester by the Sea zu fahren, dem er vor Jahren den Rücken gekehrt hatte. Eigentlich will Lee so schnell wie möglich wieder zurück, aber weil Joe ihn als Vormund von dessen 16-jährigen Neffen Patrick eingesetzt hat, muss er vorerst bleiben. Und wird nicht nur konfrontiert mit dem Leben der Menschen dort, sondern auch mit der eigenen Vergangenheit.

Mit seinem dritten Film ist Kenneth Lonergan ("You Can Count on Me") eine erschütternde Charakterstudie gelungen über einen Mann, dem eine Tragödie den Wind aus den Segeln genommen hat. Von Casey Affleck bravourös gespielt, folgt man diesem Lee Chandler mit großer Anteilnahme, wie er versucht, wieder Tritt zu fassen. Lonergan lässt in diesem traurigen, aber nicht deprimierenden Film leichte Momente sich mit harten Konfrontationen abwechseln, was ein großes, sehenswertes amerikanisches Drama ergibt.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ein Trauerfall zwingt einen jungen Mann zurück ins Heimatdorf, wo sich einst eine Tragödie ereignet hat. Bewegendes Drama des Oscar-prämierten Kenneth Lonergan, der Casey Affleck die Rolle seines Lebens auf den Leib schrieb.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Eigentlich hat Lee mit seiner Heimatstadt schon längst abgeschlossen. Er lebt in Boston, arbeitet als Hausmeister und ist wenig bis gar nicht an zwischenmenschlichem Kontakt interessiert. Doch dann stirbt sein älterer Bruder Joe und Lee wird zum Vormund für seinen 16-jährigen Neffen Patrick ernannt. Völlig überfordert mit der Situation muss Lee nun in seiner alten Heimat lernen, mit dieser Verantwortung umzugehen. Und er muss sich dazu noch seiner eigenen konfliktreichen Vergangenheit stellen. Wie ein vielschichtiger Schatz entblättert sich MANCHESTER BY THE SEA von Kenneth Lonergan für den Zuschauer und gibt Ebene für Ebene ein tief berührendes Drama frei, dass seine große Kraft nicht aus Überinszenierung und einer Aneinanderreihung von Höhepunkten zieht, sondern aus einer feinen subtilen Beiläufigkeit, die den Zuschauer in die Handlung hineinzieht. Casey Affleck spielt Lee eindringlich als in sich gekehrten Eigenbrötler, der völlig losgelöst von jeder Art von Emotion erscheint. Doch je länger man ihm auf seinem Weg folgt, desto mehr erkennt man ihn als verlorene Seele und erkennt auch die Tragik seiner Geschichte, die ihm den Boden unter den Füßen fortgerissen hat. Auch Lucas Hedges als Patrick, Michelle Williams als Lees Ex-Frau und Kyle Chandler als dominanter Bruder, dessen übergroßer und überguter Schatten auch nach seinem Tod in der ganzen Stadt spürbar ist, spielen eindrucksvoll. Nicht immer agieren die Figuren als Sympathieträger. Doch, und das zeichnet den Film auch in seiner Inszenierung, Kameraführung und der Atmosphäre und Stimmung des Handlungsortes aus, alle Figuren reagieren und handeln immer authentisch. So entsteht eine Leichtigkeit, die die große Tragödie des Films auf geschickte und reflektierte Weise auffängt und eine Identifikation mit den Figuren ermöglicht. Hierzu nutzt der Film auch ein dramaturgisches Stilmittel und springt in der Erzählung immer wieder zurück in die Vergangenheit, lässt Dialoge unvollendet und zeichnet so das Bild einer Familie, die ihr Happy End nicht im Kitsch, sondern in der Ehrlichkeit findet. Wie ein krasser Gegensatz wirkt der dramatische Score und Soundtrack, der gezielt an manchen Stellen Höhepunkte setzt und so unter die Haut geht. Mit MANCHESTER BY THE SEA ist Kenneth Lonergan ein berührender, wahrhaftiger und zutiefst menschlicher Film gelungen, der in jeder Minute vollends überzeugt.

Gutachten:

Langsam, ja geradezu bedächtig entwickelt sich vor unseren Augen das Leben einer im wahrsten Sinne des Wortes verlorenen Seele. Lee Chandler wurde von einem Tag auf den anderen alles genommen, was er liebte. Nur langsam findet er wieder in das Leben zurück, auch durch das Mitgefühl der Gemeinschaft, in der er lebt. Wortkarg und unnahbar lehnt er dieses Mitgefühl und alle angebotene Hilfe oder Zuwendung ab. Und ausgerechnet in diesem Zustand von Seelenchaos wird er durch den Tod seines Bruders testamentarisch zum Vormund seines 16jährigen Neffen Patrick. Lange, sehr lange wird es dauern, bis die beiden Zugang und Vertrauen zueinander finden und Lee einen Hoffnungsschimmer für sein künftiges Leben am Horizont erkennen mag.
Kenneth Lonergan inszeniert diese Familiengeschichte konsequent unspektakulär mit einem absolut passenden Erzählrhythmus. Mit eindrucksvollen Rückblenden entwickelt sich das Leben von Lee in kleinen Schritten vor den Augen des Zuschauers, nie ohne die Spannung dabei zu verlieren. Fasziniert beobachtet man, wie die Strukturen einer scheinbar heilen Welt in sich zerfallen und wie ein Mann seinen großen Verlust in Schuldgefühlen erstickt, ohne diese aber nach außen tragen zu können. Hilfe kann er nicht annehmen und seine Mitmenschen begegnen ihm mit hilfloser Befangenheit. Ein herausragend ausgefeiltes Drehbuch bildet die Grundlage für einen atmosphärisch außergewöhnlich dicht inszenierten Film. Überragend dabei die schauspielerische Leistung von Casey Affleck in der Rolle des in sich gekehrten Lee Chandler. Lucas Hedges als Patrick, wie auch alle anderen Schauspieler verkörpern ihre Rollen auf ebenso überzeugende Weise. Kameraführung, Montage und musikalische Begleitung bringen sich entsprechend dem hohen Niveau des Films gleichermaßen ein.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
20.10.2016 - 03.11.2016 Wien 54. Viennale - Vienna International Film Festival

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