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Lincoln

Von Steven Spielberg inszeniertes episches Kammerspiel über Abraham Lincolns Kampf um die Beendigung der Sklaverei und des amerikanischen Bürgerkriegs.

Lincoln Großansicht
(Bild: Fox)
Verleih Fox
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2012
Regie Steven Spielberg
Darsteller Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn
Kinostart 24.01.2013
Einspielergebnis D € 4.627.620
Bes. (EDI) 564.823
Bes. (FFA) 583.982
Charthistory
Boxoffice USA $ 182.137.973
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 09.07.2015 (ARD)

nach oben Inhalt & Info

Wenige Monate nach seiner Wiederwahl Ende 1864 schlägt Präsident Lincoln seine größte Schlacht. Von seiner Partei und dem eigenen Gewissen unter Druck gesetzt, den Bürgerkrieg zu beenden, will er mit der Abschaffung der Sklaverei einen Verfassungszusatz durch das Repräsentantenhaus bringen, der Frieden und die Wiedereingliederung der abtrünnigen Staaten in die Union eigentlich unmöglich macht. Doch Lincoln kämpft um jede Stimme unter seinen politischen Gegnern, den Demokraten, ohne dabei seine Grundsätze verraten zu müssen.

Steven Spielbergs ungewöhnlichster Film ist ein episches Kammerspiel, das Action als verbal intensive Konfrontationen und Diskussionen in Plenarsälen, Privatzimmern und Büros definiert. Leidenschaftlich wird von Männern mit Bart argumentiert, Lincoln mit Pathos und Volksnähe ein Denkmal gesetzt, aber die Themen und wie sie hier verhandelt werden, haben Brisanz für die Gegenwart, feuern in Koalition mit vielen großartigen Charakterdarstellern dieses Drama an, das Daniel Day-Lewis und Tommy Lee Jones Spotlight-Rollen bietet.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Steven Spielbergs Film über die letzten Monate der amerikanischen Präsidentenikone präsentiert sich als episches Kammerspiel mit Dialogen und Darstellern von Format.

Es war ein Jahr der Extreme für Abraham Lincoln. Erst Actionheld im amerikanischen DVD-Frühling gegen Zombies, dann im Kinosommer gegen Vampire. Jetzt, in der Jahreszeit der Reflexion, zieht er in seine größte Schlacht, die ausschließlich mit Worten und Emotionen ausgetragen wird. "Lincoln" ist ein Lieblingsprojekt Spielbergs, das von einer ausladenden Biografie auf ein intimeres Ausschnittsporträt eingedampft wurde, nachdem Spielberg Doris Kearns Goodwins 2005 veröffentlichtes Sachbuch gelesen hatte. Im Drehbuch von Tony Kushner, Koautor von "Munich", wird Goodwins Perspektive, Lincolns Präsidentschaft als zähes Ringen mit Kabinettsmitgliedern, mit Senat und Repräsentantenhaus zu illustrieren, weitgehend übernommen, der zeitliche Rahmen von Jahren aber auf die letzten Monate vor seinem Tod verkürzt.

Die eröffnende Actionsequenz, anonymes Sterben in einem von vielen Bürgerkriegs-Gemetzeln, bleibt die einzige in einem Film, dessen Schlachtfelder Büros, Privatzimmer und Plenarsäle sind. Trotz sporadischer Öffnung ist "Lincoln" in Dramaturgie, Kulissen und expressiver Lichtsetzung ganz Theater - mit Deklamations- und Konfrontationsszenen, mit einer Flut von pointierten Dialogen. Viele Politiker-Bärte diskutieren hier, bei knapp 150 Minuten Laufzeit ein Aufmerksamkeitstest für den Zuschauer, der Einblick in Lincolns Volksnähe, seine Qualität als Redner und humorvoller Erzähler von Anekdoten und Parabeln gewinnt, gelegentlich aber auch überflüssige Beweise für Bildungsbürgertum tolerieren muss, wenn Lincoln vor zwei jungen Telegrafisten über Euklids Axiome referiert.

Wie die Titelfigur verknüpft Kushners Drehbuch die Beendigung des Bürgerkriegs mit der vorausgehenden Abschaffung der Sklaverei durch einen Verfassungszusatz. Und hier entwickelt der Film Dramatik und Brisanz, zeigt, dass Moral und Politik sich nicht ausschließen müssen, dass Macht, ob durch Wahl oder Krieg gewonnen, sich nicht über Verfassung hinwegsetzen darf, dass Inhalt über Parteizwang und Versöhnung über Vergeltung stehen muss. "Lincoln" bietet Daniel Day-Lewis als gemäßigter und Tommy Lee Jones als radikaler Republikaner große Spotlight-Rollen, doch es ist das Defilee herausragender Charakterdarsteller, die, in Koalition mit den verhandelten Themen, diesen Film nachhaltig befeuern. kob.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Fox
O-Titel Lincoln
Land / Jahr USA 2012
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Historienfilm
Produktionsfirmen Amblin Entertainment/DreamWorks SKG/The Kennedy/Marshall Company
Drehzeit Herbst 2011
Kinostart 24.01.2013
Laufzeit 152
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 4.627.620
Bes. (EDI) 564.823
Bes. (FFA) 583.982
Charthistory
USA-Start 09.11.2012, bei Walt Disney
Boxoffice USA $ 182.137.973
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.lincoln-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Steven Spielberg, Kathleen Kennedy
Koproduzenten Adam Somner
Ausf. Produzenten Jonathan King, Daniel Lupi, Jeff Skoll
Regie Steven Spielberg
Drehbuch Tony Kushner
Buchvorlage Doris Kearns Goodwin (Biografie)
Darsteller Daniel Day-Lewis (Präsident Abraham Lincoln), Sally Field (Mary Todd Lincoln), David Strathairn (Außenminister William Seward), Joseph Gordon-Levitt (Robert Todd Lincoln), James Spader (W.N. Bilbo), Hal Holbrook (Preston Blair), Tommy Lee Jones (Thaddeus Stevens), John Hawkes (Robert Latham), Jackie Earle Haley (Alexander Stephens), Bruce McGill (Edwin Stanton), Jared Harris (Ulysses S. Grant), Lee Pace (Fernando Wood), Walton Goggins (Wells A. Hutchins)
Kamera Janusz Kaminski
Schnitt Michael Kahn
Musik John Williams
Produktionsdesign Rick Carter, Jim Erickson
Kostüme Joanna Johnston
Casting Avy Kaufman
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
85. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2012, Los Angeles, 24.02.2013 Beste Ausstattung Rick Carter, Jim Erickson
85. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2012, Los Angeles, 24.02.2013 Bester Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis
Cinema for Peace   2013, Berlin, 09.02.2013 Wertvollster Film des Jahres  
70. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2013, Los Angeles, 13.01.2013 Bester Darsteller (Drama) Daniel Day-Lewis
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Lincoln Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 146 Min. Kauf
Lincoln Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 12, 152 Min. Kauf
Lincoln Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 146 Min. Leih
Lincoln Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 12, 152 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score John Williams John Williams Lincoln
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Wenige Monate nach seiner Wiederwahl Ende 1864 schlägt Präsident Lincoln seine größte Schlacht. Von seiner Partei und dem eigenen Gewissen unter Druck gesetzt, den Bürgerkrieg zu beenden, will er mit der Abschaffung der Sklaverei einen Verfassungszusatz durch das Repräsentantenhaus bringen, der Frieden und die Wiedereingliederung der abtrünnigen Staaten in die Union eigentlich unmöglich macht. Doch Lincoln kämpft um jede Stimme unter seinen politischen Gegnern, den Demokraten, ohne dabei seine Grundsätze verraten zu müssen.

Steven Spielbergs ungewöhnlichster Film ist ein episches Kammerspiel, das Action als verbal intensive Konfrontationen und Diskussionen in Plenarsälen, Privatzimmern und Büros definiert. Leidenschaftlich wird von Männern mit Bart argumentiert, Lincoln mit Pathos und Volksnähe ein Denkmal gesetzt, aber die Themen und wie sie hier verhandelt werden, haben Brisanz für die Gegenwart, feuern in Koalition mit vielen großartigen Charakterdarstellern dieses Drama an, das Daniel Day-Lewis und Tommy Lee Jones Spotlight-Rollen bietet.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Vor seiner Wiederwahl Ende 1864 will US-Präsident Lincoln die Abschaffung der Sklaverei durchsetzen. Von Steven Spielberg inszeniertes episches Kammerspiel über den 16. Präsidenten der USA, kongenial gespielt von Daniel Day-Lewis.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Im Jahr 1865 wütet der Bürgerkrieg zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaten noch immer. Und obwohl Präsident Lincoln bereits zwei Jahre vorher die Sklaven befreien ließ, ist dieser Punkt noch immer eine sensible Schwachstelle bei den Verhandlungen über ein Kriegsende. Denn vor dem Gesetz sind die Sklaven weiterhin unfrei. Lincoln versucht alles, um dies zu ändern, findet jedoch großen Widerstand auch in den eigenen Reihen. Und was ist wichtiger: Frieden oder Freiheit für alle? Der neue Film von Steven Spielberg setzt der Ikone Lincoln ein würdiges Denkmal. Im Zentrum steht sein Kampf für Gerechtigkeit und die Gleichbehandlung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe. In geschliffenen Dialogen liefern sich die Darsteller, allen voran Daniel Day-Lewis als Lincoln, Tommy Lee Jones als Abgeordneter Stevens und Sally Field als Lincolns Frau Molly, Wortgefechte, die in ihrer Inszenierung an Gerichtsdramen und Kammerspiele erinnern. Dank einer akribischen Recherche, einer bis in die kleinste Nebenrolle perfekten Besetzung und der mitreißenden Filmmusik von John Williams ist dieses historische Porträt spannende Geschichtsstunde und episches Drama in einem. Ein großer Film über eine große Persönlichkeit.

Gutachten:

Der Film beginnt kurz nach der Wiederwahl von Abraham Lincoln zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Ende 1864 und schildert in epischer Form seinen Kampf um einen Verfassungszusatz, welcher die Abschaffung der Sklaverei besiegeln soll. Jahrelang tobt nun schon der Bürgerkrieg zwischen den Nordstaaten und den abtrünnigen Südstaaten. Die politischen Gegner im Repräsentantenhaus, die Demokraten, aber auch Senatoren seiner eigenen Republikanischen Partei, bedrängen ihn, diesen Verfassungsartikel erst zur Abstimmung vorzulegen, wenn der Friedensvertrag mit den Südstaaten und deren Wiedereingliederung vollzogen ist. Lincoln ist sich aber sicher, dass dann die Abstimmung über die Abschaffung der Sklaverei keine Mehrheit mehr bekäme. Und so kämpft er wie ein Löwe um jede Stimme, ohne seine ethischen Grundsätze dabei zu verraten.
Dies ist der Hintergrund für ein faszinierendes Porträt des berühmtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte. Bei den zahllosen Gesprächen mit seinen Kabinettsmitgliedern, mit Senat und Repräsentantenhaus, mit seiner Ehefrau und seinem Sohn erfahren wir viel über den Charakter dieses außergewöhnlichen Mannes: Seine hohen rhetorischen Fähigkeiten, sein Humor, seine Liebe zum Erzählen von Anekdoten und Parabeln und auch seine Volksnähe und ganz allgemein seine große Menschlichkeit.
Steven Spielberg gelingt es einmal mehr, trotz eines nahezu kammerspielhaften Films mit einer Fülle an Dialogen, ja Dialogschlachten, den Zuschauer immer in Spannung zu halten. Fasziniert schaut man dem außergewöhnlichen Spiel eines großartigen Casts zu, aus dem Sally Field als Lincolns Ehefrau, Tommy Lee Jones als radikaler Republikaner Thaddeus Steven und vor allem Daniel Day-Lewis als Lincoln herausragen. Letzterer spielt sich mit dieser Leistung mit Sicherheit in die "Oscar"-Nominierung. Eine herausragende Kamera mit einer ebenso guten Lichtarbeit bei schwierigsten Aufnahmebedingungen in weitgehend dunklen Räumen sind handwerkliche Spitzenleistungen wie auch die sehr passende und zurückgenommene musikalische Begleitung und die Tonebene. Wohltuend auch, dass Bürgerkriegsszenen nur sparsam und nicht übertrieben Action geladen eingebracht wurden.
Fazit: Ein Denkmal für einen großen Mann, aber nicht glorifizierend, und gleichzeitig ein bewegendes Stück Zeitgeschichte.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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