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Leanders letzte Reise

Drama um einen ehemaligen Wehrmachtsoffizier, der mit seiner Enkelin in der Ukraine die Liebe seines Lebens sucht.

Leanders letzte Reise Großansicht
(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2017
Regie Nick Baker-Monteys
Darsteller Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Tambet Tuisk
Kinostart 21.09.2017
Einspielergebnis D € 151.223
Bes. (EDI) 19.640
Bes. (FFA) 16.926
Charthistory
Filmtrailer Video

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Nachdem seine Frau gestorben ist will der 92-jährige Eduard Leander eine letzte Reise in die von Kriegswirren geplagte Ukraine machen, um dort eine einstige Liebe wiederzufinden, die er als junger Wehrmachtsoffizier im Osten zurückließ. Enkelin Adele soll ihren Opa auf Geheiß ihrer Mutter Uli davon abbringen. Doch es gelingt ihr nicht und so lässt sie sich wiederwillig darauf ein, Eduard zu begleiten. Eine Reise voller Überraschungen, in denen sich die zwei Menschen immer besser kennenlernen und sich Adele sogar verliebt.

Bewegendes Familiendrama und Roadmovie mit Jürgen Prochnow in der Titelrolle, in der unter der Regie von Nick Baker Monteys ("Der Mann, der über Autos sprang") eine Familie zusammengeführt wird und Wahrheiten aus der Vergangenheit zu Tage kommen. Mit Petra Schmidt-Schaller, Suzanne von Borsody und Tambet Tuisk ("Poll") auch sonst gut besetztes, ehrliches Drama.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Tobis
O-Titel Leanders letzte Reise
Alternativ-/Arbeitstitel Die letzte Reise
Land / Jahr Deutschland 2017
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Syrreal Entertainment
Produktionsförderung Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 350.000)
Verleihförderung Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 50.000)
Kinostart 21.09.2017
Laufzeit 107
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 151.223
Bes. (EDI) 19.640
Bes. (FFA) 16.926
Charthistory
Weltvertrieb Global Screen
Filmtrailer Video
Web-Link https://tobis.de/film/leanders-letzte-reise
nach oben Cast & Crew
Produzenten Sigi Kamml, Christian Alvart, Timm Oberwelland
Koproduzenten Peter Eiff, Theodor Gringel
Regie Nick Baker-Monteys
Drehbuch Nick Baker-Monteys, Alexandra Umminger
Darsteller Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Tambet Tuisk, Suzanne von Borsody, Artjom Gilz, Kathrin Angerer, Kai Ivo Baulitz, Andreas Patton, Jewgenij Sitochin, Natalia Bobyleva
Kamera Eeva Fleig
Schnitt Dagmar Lichius
Musik Christoph Berg
Produktionsdesign Kade Gruber
Kostüme Heike Fademrecht
Casting Tina Böckenhauer
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Leanders letzte Reise Universum Film DVD, ab 6, 103 Min. Kauf
Leanders letzte Reise Universum Film DVD, ab 6, 103 Min. Leih
nach oben Zusammenfassung

Ein störrischer 92-Jähriger macht sich mit seiner Enkelin auf die Reise in die Ukraine, um seine Jugendliebe wieder zu finden. Bewegendes Road Movie mit Jürgen Prochnow, der auch als Senior zu großer Form aufläuft.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Seit dem Ende des Krieges hat Eduard Leander sich geschworen, eines Tages zurückzukehren. Zurück in die Ukraine, wo er als deutscher Soldat und Offizier stationiert war. Nun, nach dem Tod seiner Frau, will der 92jährige diese Reise endlich antreten. Also setzt er sich in den Zug Richtung Kiew. Doch er er bleibt nicht lang allein. Ihm gegenüber sitzt schon bald seine Enkelin Adele, die von der Mutter geschickt wurde, um den Großvater von der Reise abzuhalten. Doch Leander stellt sich stur. Und so fahren beide Richtung Osten. Wo Adele nicht weiß, was sie erwartet und Leander darauf hofft, etwas wiederzufinden. Oder besser gesagt: jemanden. Mit LEANDERS LETZTE REISE gelingt Regisseur Nick Baker-Monteys ein authentisches und berührendes Drama, das nicht nur ein dunkles Kapitel der deutsch-russischen Geschichte auf sensible Weise behandelt, sondern auch seinen emotionalen Schwerpunkt auf die Beziehung zwischen Großvater und Enkelin legt. Beide stehen stellvertretend für die Generation von damals, die es gelernt hat zu verdrängen, und der Generation von heute, die immer noch lernen muss nachzufragen. Dargestellt werden Leander und Adele von dem souverän spielenden Jürgen Prochnow und Petra Schmidt-Schaller, die in ihrem Spiel harte Schale und weichen Kern gleichermaßen überzeugend verkörpern. Immer wieder streift Baker-Monteys auch den russisch-ukrainischen Konflikt, der jedoch nie ausgewalzt diskutiert wird, sondern eher als Rahmen für den familiären Handlungskontext dient. Am Ende des Films steht ein hoch emotionales Ende, das Leander seinen Frieden machen lässt und für Adele neue Wege und Möglichkeiten eröffnet. Ein runder Abschluss für eine spannende Geschichte und ein bewegendes Familiendrama.

Gutachten:

Drei Generationen einer deutschen Familie. Man lebt getrennt und vor allem spricht man nicht zusammen. Scheinbar hat man sich nichts zu sagen oder will seine eigenen Geheimnisse nicht offen legen. Und vielleicht hat man ja auch einfach aufgehört zu fragen. Besonders schweigsam dabei ist der nun 92jährige Großvater Leander, der wohl sein Leben lang mit seiner Ehefrau nur das Nötigste sprach. Nun ist sie gestorben und für Leander ist der Zeitpunkt gekommen, auch mit seinem eigenen Leben ins Reine zu kommen. Die Spurensuche nach seiner Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg als Kommandant einer Kosakeneinheit in der Ukraine, nach seinen eventuellen schuldhaften Verstrickungen dort und gleichzeitig die Suche nach der einen wahren Liebe in seinem Leben, führen ihn in die Ukraine zur Zeit des Bürgerkrieges im Jahre 2014. Und dass seine Tochter und vor allem seine Enkelin in das letzte Abenteuer seines Lebens so verstrickt werden, wollte er selbstverständlich nicht, aber hat es andererseits auch voll zu verantworten. Wenn man so will, ist dieser Film eine Parabel für die Geschichte so vieler deutscher Familien, die noch durch Naziherrschaft, Kriegsschrecken und Holocaust geprägt wurden. Zumindest in der noch überlebenden Großväter-Generation. Dass die Ukraine in der Geschichte, nicht nur in der des Zweiten Weltkrieges, eine besondere Bedeutung auch für Deutschland hat, ist unbestritten, und eine Einbeziehung von historischen wie auch aktuellen Geschehnissen in der Ukraine bereichern diesen Film.

Ein gut recherchiertes Drehbuch verbindet diese historischen und aktuellen Bezüge sehr geschickt und gibt auch interessante Einblicke in familiäre Konflikte in der Ukraine - ein gespaltenes Land zwischen nationalen und russischen Interessen und Einflüssen. Die Erzählsprache mag manchmal etwas lehrhaft sein und der Beginn des Films wirkt in den Dialogen auch etwas hölzern. Im Lauf des Films bekommt dieser dann aber deutlich Schwung und Spannung, was vor allem dem sehr guten Spiel des gut gewählten Schauspieler-Ensembles zu verdanken ist. Jürgen Prochnow spielt auf eindrucksvolle Weise den großen Schweiger, der sich aber am Ende seiner Suche mehr und mehr seiner Enkelin zu öffnen vermag und schließlich auch seinen ganz persönlichen Frieden findet, indem er sich eindeutig seine große Schuld im Kriege zusprechen lässt. Jeden Tag, so sagt er, seit den Tagen in der Ukraine, hat ihn diese Schuld verfolgt. Petra Schmidt-Schaller glänzt als spröde und bindungsunfähige junge Frau, die aber auf der schicksalsträchtigen Reise durch die Ukraine zu sich und auch ihrer Familie zurückfindet. Ein besonderes Lob verdient auch Tambet Tuisk als Lew, die große und unverzichtbare Hilfe auf der Reise. Ausstattung, musikalische Begleitung und auch die gute Kamera sind weitere positive Merkmale dieses sicher inszenierten Werkes.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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